Verabschiedungsappell für das KFOR-Kontingent in der Kaserne

Berger: „Kehren Sie unversehrt zurück!“

Ahlen

Mit einem Appell in der „Westfalen-Kaserne“ hat der Kommandeur des Aufklärungsbataillons 7, Oberstleutnant Timo Gadow, am Freitag rund 30 Bundeswehrangehörige aus Ahlen in den Auslandseinsatz verabschiedet.

Von Christian Wolff

Ein Stück Ahlen kommt mit ins KFOR-Gepäck: Oberstleutnant Timo Gadow (r.) und Bürgermeister Dr. Alexander Berger (2.v.r.) sowie Thomas Kras als Vorsitzender des Freundeskreises Ahlener Soldaten (3.v.l.) verabschiedeten gemeinsam das Einsatzkontingent. Für Vorhelm, Patengemeinde der ersten Kompanie, wünschte Ortsausschussvorsitzender Hubertus Beier dem Kompaniechef, Major Ludwig Baron von Düsterlohe (2.v.l.), viel „Soldatenglück“. Foto: Christian Wolff

Das Ahlener Mammut „Manni“ in Form eines handlichen Stofftiers sowie eine Flagge mit dem Wappen der Wersestadt kommen mit ins Gepäck, wenn sich jetzt das KFOR-Kontingent des Aufklärungsbataillons 7 aus der „Westfalen-Kaserne“ auf den Weg in den Kosovo macht.

Mit einem feierlichen Appell hat der Kommandeur am Freitagmorgen rund 30 Bundeswehrangehörige in den Auslandseinsatz verabschiedet. „Für uns ist es das erste Mal, dass wir als Bataillon einen solchen Auftrag als Leitverband wahrzunehmen haben“, sagte Oberstleutnant Timo Gadow. „Als Kern des deutschen Kontingents seien Sie umsichtig, diszipliniert, verantwortungs- und selbstbewusst. Und vertrauen Sie auf das, was Sie gelernt haben.“ Geführt vom Chef der ersten Kompanie, Major Ludwig Baron von Düsterlohe, werden die Ahlener im zweiten Halbjahr ihren Beitrag zur Friedenssicherung leisten. Auch der Feldnachrichtenzug der dritten Kompanie wird den Kameraden voraussichtlich im September für vier Monate folgen.

„Botschafter unseres Landes“

Gadow erinnerte an den Beginn des Zerfalls im ehemaligen Jugoslawien vor gut 30 Jahren. „Die Konflikte auf dem Balkan in den 1990er Jahren haben gezeigt, dass durch aufeinander abgestimmtes und entschlossenes politisches wie militärisches Handeln eine positive Wirkung erzielt werden kann.“ Hunderttausende Flüchtlinge seien inzwischen nach der Befriedung in Kroatien und Bosnien wieder in ihre Heimat zurückgekehrt.

In seinem Grußwort betonte Bürgermeister Dr. Alexander Berger, dass es für ihn mit Blick auf die Geschichte noch immer ein außergewöhnlicher Vorgang sei, wenn Verbände der Bundeswehr zum Einsatz in das Ausland abkommandiert werden. „Ich bin stolz darauf, dass die Armee unseres Landes heute kein aggressiver Eindringling mehr ist, sondern herbeigerufen wird als stabilisierende und humanitäre Helferin in schwierigen Lagen.“ Die Bundeswehr sei innerhalb der NATO ein anerkannter und für seine Professionalität geschätzter Partner, ihr Personal gehöre „zu den besten Botschaftern, die unser Land auf internationaler Bühne repräsentieren.“

Geschenke fahren mit in den Einsatz

Berger befürwortet die Beteiligung der Bundeswehr an der internationalen Sicherheitspräsenz im Kosovo, die gemäß der Bundesregierung um ein weiteres Jahr bis zum 30. Juni 2022 fortgeführt werden soll. „Ich unterstütze diesen Beschluss, stellt er doch sicher, dass in einer der ethnisch sensibelsten und spannungsgeladensten Regionen Europas das friedliche Miteinander der Volks- und Religionsgruppen erhalten bleibt. Wir in Ahlen wissen um die Stärke kultureller Vielfalt.“ Sie zu schützen und zu bewahren, sei auch Ausdruck der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, die zu verteidigen die Bundeswehr verpflichtet ist.

Als, wie Berger sagte, „kleines, sympathisches Zeichen der freundschaftlichen Verbundenheit zwischen Ihnen und der Stadt Ahlen“, gab er den Soldaten „Manni“ als Begleiter mit auf die Reise. Das Ahlener Mammut in Plüsch möge den Frauen und Männern als Maskottchen „die notwendige Portion Soldatenglück bescheren, die es für den erfolgreichen Einsatz braucht.“ Der Bürgermeister gab seinem Wunsch deutlich zum Ausdruck: „Kehren Sie unversehrt und bei bester Gesundheit zurück in unsere Stadt.“ Dem schlossen sich auch der Ortsausschussvorsitzende Hubertus Beier für die Patengemeinde Vorhelm und der Vorsitzende des Freundeskreises Ahlener Soldaten, Thomas Kras, gerne an. Sie versprachen, miteinander in Kontakt zu bleiben.

Startseite