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Bürgermeister zur Corona-Lage

Berger sieht auf Ahlen „harte Prüfung“ zukommen

Ahlen

Die Zahlen steigen unaufhörlich: Am Freitag meldete der Kreis wieder 70 Corona-Neuinfektionen in Ahlen, der Sieben-Tage-Inzidenzwert hat mit 532 einen neuen Höchststand erreicht. Am Montag wird sich daher der Stab für außergewöhnliche Ereignisse der Stadt Ahlen (SAE) mit der Lage befassen.

Die Arbeitsfähigkeit der Ahlener Umweltbetriebe bleibe gewährleistet, versichert die Stadt. Foto: Ulrich Gösmann

Über viele Wochen war das Corona-Infektionsgeschehen in Ahlen unauffällig, im Vergleich zu Land und Kreis lag die Ansteckungsrate unter Durchschnitt. Seit der Jahreswende jedoch hat die Entwicklung deutlich an Dynamik gewonnen, Ahlen belegt mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 532 einen der vorderen Plätze kreisweit. Nur Ostbevern (602,7) wies am Freitag einen noch höheren Wert auf. Am Montag wird sich daher der Stab für außergewöhnliche Ereignisse der Stadt Ahlen (SAE) mit der Lage befassen. „Wir werden dann in unsere Beratung die Ergebnisse der Ministerpräsidentenkonferenz vom Freitag einfließen lassen, um gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen für Ahlen zu treffen“, kündigt Bürgermeister Dr. Alexander Berger in einer Pressemitteilung an. Eine enge Abstimmung erfolge auch mit dem Kreis Warendorf.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger

Die abendlichen Aufzüge von Impflichtgegnern in den letzten Tagen sieht Berger kritisch. Menschen, die an solchen sogenannten „Spaziergängen“ teilnähmen, müssten wissen, „dass sie damit aktiv das Werk weniger Extremisten unterstützen, die die freiheitliche Demokratie beseitigen wollen“. „Protest ist legitim, aber nur innerhalb des gesetzlichen Rahmens“, unterstreicht der Verwaltungschef. Er habe großes Vertrauen in die Polizei, ungenehmigte Demonstrationen zu erkennen und zu sanktionieren.

Dank richtet der Bürgermeister an alle, die sich und andere schützen, indem sie die zahlreichen Impfangebote wahrnehmen. Zuversichtlich stimme ihn die in Wissenschaft und Politik vorsichtig diskutierte Annahme, aus der pandemischen Lage könnte sich in diesem Jahr eine endemische entwickeln. Diese wäre vom Gesundheitssystem gut zu bewältigen. „Bis dahin aber werden wir weiterhin alles daran setzen, das Infektionsgeschehen mit sinnvollen Maßnahmen wirksam einzudämmen“, verspricht Berger. Omikron werde Ahlen in den kommenden Wochen mit hohen Infektionszahlen auf eine harte Prüfung stellen. „Der Krankheitsverlauf ist zwar milder als bei Delta, aber immer noch so heftig, dass er in vielen Fällen medizinische Versorgung erfordern wird, auch stationär.“ Es bleibe unverändert wichtig, dass sich alle Menschen impfen und vor allem auch boostern lassen.

Versetzter Schichtbeginn bei Umweltbetrieben

Auch das Tragen von Masken sei bei Omikron von sehr großem Nutzen. Wegen der geringeren Virusmenge der neusten Variante hielten sie eine erhebliche Anzahl Erreger zurück. „Überall dort aufsetzen, wo man sich näher kommt und Abstände nicht einhalten kann“, bittet Berger. Insbesondere sei das wichtig in geschlossenen Räumen, aber auch in Warteschlangen unter freiem Himmel. Kontakte auch im privaten Umfeld auf das Notwendige zu reduzieren, sei nach wie vor ein guter Rat.

Die städtischen Dienststellen sieht Berger gut aufgestellt für die Anlauf nehmende Omikron-Welle. Schon vor Weihnachten seien eine Vielzahl Maßnahmen getroffen worden, um Kontakte zu reduzieren. So hätten die Umweltbetriebe die Arbeitszeiten in der Abfallentsorgung und an der Kläranlange mit versetztem Schichtbeginn zeitlich entzerrt. Die Belegschaft der Kläranlage sei gesplittet worden. „In beiden systemkritischen Bereichen bieten wir tägliche Corona-Schnelltestungen an“, fährt Berger fort. In der Abfallentsorgung gelte das Prinzip eines möglichst kurzzeitigen Aufenthalts auf dem Betriebsgelände. Das Motto laute: „Testen – Umziehen – Abfahrt“.

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