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Barrierefrei im Südosten

Betroffene sprechen mit

Ahlen

Sind die geplanten Maßnahmen für mehr Barrierefreiheit im Ahlener Südosten sinnvoll? Jeder kann über eine interaktive Karte seine Meinung äußern.

wn

Foto: Stadt Ahlen

Das Zufußgehen und Radfahren soll im Ahlener Südostensicherer und barrierefreier werden. Die Stadt Ahlen fordert dazu auf, bis zum 9. April Vorschläge zu kommentieren, auf welche Weise das erreicht werden kann. „Machen Sie mit! Ihre Meinung ist gefragt“, lautet der Appell, auf einer interaktiven Karte des Stadtteils Süd-Ost, Maßnahmen nach ihrer Qualität zu beurteilen. Freigeschaltet ist die Plattform ab Montag (8. März).

Analyse im Quartier

Vor Beginn der Umfrage sei schon einiges passiert, sagt Stadtplanerin Angelika Schöning. Mit Unterstützung durch die Planungsbüros „p+t“ aus Bremen und „akp“ aus Kassel seien Straßen und Gehwege im Quartier analysiert worden. „Gemeinsam mit mobilitätseingeschränkten Menschen sind wir durch den Stadtteil spaziert und mit fahrradbegeisterten Personen durch den Stadtteil gefahren.“ Dabei seien konkrete Situationen angeschaut und diskutiert worden. Ein Arbeitskreis,der mit Bürgerinnen und Bürgern aus dem Stadtteil sowie Fachleuten besetzt war, formulierte Änderungsvorschläge. „Entstanden sind so ein Bericht, Pläne und Skizzen mit zahlreichen Anregungen“, sagt Angelika Schöning. Die jetzt startende Beteiligung der Öffentlichkeit hat der Stadtentwicklungsausschuss Anfang Februar beschlossen.

Bürgerschaft und Fachleute haben bei Begehungen im Stadtviertel zahlreiche Defizite festgestellt. Foto: Stadt Ahlen

Angelika Schöning beschreibt das Grundproblem, das im Ahlener Südosten an zahlreichen Stellen auftritt: „Viele Gehwege sind schmal und werden in den großen Straßen noch zusätzlich durch einen sogenannten Radweg auf dem Bürgersteig reduziert.“ Schon allein aufgrund der geringen Breite seien die meisten Gehwege nicht barrierefrei. Dazu kämen Absenkungen an Kreuzungen und Einmündungen, die für blinde und seheingeschränkte Menschen nicht wahrnehmbar und daher gefährlich sind.

Ein zentraler Vorschlag des Konzepts laute deswegen, dass schnelle und sichere Radfahrerinnen und Radfahrer auf der Fahrbahn fahren sollen. „So wie es die Straßenverkehrsordnung schon seit 1998 auf den meisten Straßen vorsieht“, erinnert die Stadtplanerin. Weitere Empfehlung: Die technische Barrierefreiheit soll künftig an allen Kreuzungen oder Bushaltestellen gewährleistetsein. Beim Umbau einer Straße oder eines Straßenabschnitts sollte an diese Anforderung gedacht werden.

Screenreader für Blinde

Die Plattform ist zu erreichen über die städtische Homepage. Dort befindet sich eine Karte mit allen geplanten Maßnahmen, zu denen die Bevölkerung Urteil und Kommentar abgeben kann. Die Maßnahmen befinden sich auch in einer Liste, die mit Bildschirmvorleser für blinde Menschen („Screenreader“) nutzbar ist. Unter „Weitere Infos“ sind der Berichtsentwurf der Planungsbüros und dazugehörige Pläne einzusehen. „Ich hoffe, dass viele Menschen unsere Vorschläge ansehen oder anhören und ihre Meinung dazu abgeben“, freut sich Angelika Schöning auf vielfältige Anregungen.

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