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Kunstmuseum zeigt die Privatsammlung Lenz Schönberg

„Bilder ins Herz geschlossen“

Ahlen

Mehr als 100 Gäste fanden sich zur Eröffnung der Ausstellung „Epoche Zero“ im Kunstmuseum ein. Gezeigt werden Werke aus der Privatsammlung Lenz Schönberg.

Von Dierk Hartleb

Ihre Aufmerksamkeit schenkten die Besucher bei der Eröffnung der Ausstellung „Epoche Zero“ dem Klangkünstler Johannes Kuchta. Foto: Dierk Hartleb

So voll kennt Dr. Martina Padberg das Kunstmuseum nur aus der Zeit, als sie noch als freie Kuratorin für das Haus tätig war. Seit der Übernahme der künstlerischen Leitung am 1. August 2020 kämpfte die Bonnerin mit administrativen Einengungen durch die Corona-Pandemie, die einen geregelten Ausstellungs- und Besuchsbetrieb nur eingeschränkt zuließen. Entsprechend groß war ihre Freude, als sie am Samstagnachmittag mehr als 100 Gäste begrüßte, die der Eröffnung der Ausstellung „Epoche Zero“ beiwohnten.

Perspektivwechsel vorgenommen

Darunter befanden sich auch mit Christine Uecker und der Lebensgefährtin von Gotthard Graubner, Kitty Kemr, zwei Künstlerwitwen. Als Padberg ihre neue Aufgabe in Ahlen angetreten habe, sei ihr ein zweibändiger Katalog der Sammlung Lenz Schönberg in die Hände gefallen. Sie dankte explizit Dr. Gotthard Friedrich, der als angeheirateter Vetter bei der Anbahnung der Ausstellung eine vermittelnde Funktion übernommen habe. Padberg bescheinigte den Zero-Künstlern Offenheit, künstlerische neue Wege gehen zu wollen und einen Perspektivwechsel vorgenommen zu haben. Ausgangspunkt sei der Wunsch gewesen, mit der dunklen Vergangenheit des NS-Zeit zu brechen. „Es gibt keinen besseren Zeitpunkt für die Ausstellung“, erklärte Padberg, als 60 Jahre nach der Gründung der Bewegung durch Heinz Mack, Otto Piene und Gotthard Graubner.

Sammlung mit 500 Werken

Sammlerin Anna Lenz bekannte freimütig, zu den Bildern, die ihr Mann gekauft habe, anfangs schwer Zugang gefunden zu haben. Ihr Mann Gerhard hätte wie ein Süchtiger Kunst gekauft und erklärt, dass er sich in den Bildern wiederfinde „Ich habe die Bilder liebgewonnen und sie in mein Herz geschlossen“, beschrieb die Sammlerin ihr Verhältnis zu der Sammlung, die heute 500 Werke umfasst. Sie freue sich sehr, dass die Ausstellung bislang an zwölf Stationen gezeigt werden konnte. Die 13. sei jetzt Ahlen und 2023 die 14. in Berlin.

Kultur- und Sozialdezernentin Stephanies schilderte in ihrem Grußwort ihre Begegnung mit dem Nagel-Triptychon von Günther Uecker. Sie sei gebannt gewesen von der dreidimensionalen Erscheinung eines riesigen Gebildes aus Holztafel, weißer Farbe und filigran eingeschlagenen Nägeln. In einer Welt, in der eine Krise die nächste jage, und die Menschen getrieben von ihrer Arbeit, Freizeitstress und ihrem persönlichem Umfeld, „ist es gesund und erdend, aus der Rolle des Krisenmanagers, Problemlösers und Digitalisierungsmonsters auszusteigen“.

Johannes Kuchta bot mit seinen elektronischen Synthesizer-Klängen den Besucherinnen und Buchern die Möglichkeit zu entschleunigen.

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