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Ausstellung in der Stadtbücherei

Bilder mit Botschaften für alle Generationen

Ahlen

Frauke Schmidt-Theilig verpackt ihre Gefühle in Bilder. Die Teltower Künstlerin stellt ihre Werke zurzeit in der Stadtbücherei aus. Das Motto: „Ansichtssache“.

Martin Feldhaus

„Ich wollt ich wär ein Huhn“: Dieses Werk entstand als Reaktion auf den Dioxinskandal, der vor gut zwei Jahren für Aufsehen sorgte. Foto: Martin Feldhaus

Es ist ganz offensichtlich der expressionistische Kunststil, der die Werke der Teltower Künstlerin Frauke Schmidt-Theilig kennzeichnet: Nicht eine sachliche, nüchterne Betrachtungsweise, sondern oftmals das Ausdrücken subjektiver Empfindungen und Gefühlsregungen des Künstlers stehen im Vordergrund.

Dieses Merkmal durchzieht die 32 Bilder, welche die aus Stahnsdorf bei Potsdam stammende Künstlerin in der Stadtbücherei ausstellt, wie ein roter Faden. Bis zum 26. Oktober haben die Ahlener nun die Möglichkeit, sich von der Ausstellung „Ansichtssache“ faszinieren zu lassen.

Die Motive der Bilder sind vielschichtig. Das Gemälde mit dem Titel „Ich wollt ich wär ein Huhn“ ist eine Reaktion auf den Dioxinskandal, welcher groß durch die Medien ging. Das Lieblingsbild von Frauke Schmidt-Theilig ist der „don quichote“, der direkt neben der Kinderabteilung der Bibliothek hängt. Zufall? „Nein, denn das Bild ist gerade auch für Kinder sehr vielschichtig und spannend.“ Viele Jungen fasziniere für gewöhnlich das Motiv des Ritters, wohingegen sich die Mädchen eher für dessen Pferd begeistern könnten.

Politisch wird es mit einem Porträt des chilenischen Dichters und Schriftstellers Pablo Neruda, der im Jahr 1973 in Santiago de Chile zu Tode kam. Die Todesursache ist bis heute umstritten. Für die damals erst 15-jährige Frauke Schmidt-Theilig war das jedoch das erste prägende politische Ereignis. Deshalb war ihr die Abbildung Nerudas, der sich gegen den Faschismus einsetzte, besonderes Anliegen.

Im Kontrast zur politischen Dimension steht ein Bild ihrer Eltern aus der Zeit, wo sie frisch verheiratet waren. „Wohin wir gehen, wissen wir nicht, woher wir kommen schon“ – ein Titel, der die unsichere Zukunft einer Generation beschreibt, die Nachkriegszeit und die Wiedervereinigung erlebte.

Bei derart vielschichtigen Motiven könnte gut eintreten, wovon Bürgermeister Benedikt Ruhmöller bei der Eröffnung am Donnerstag bereits überzeugt war: „Ihre Bilder werden zu einem Gesprächsthema.“ Zur Eröffnung waren neben der Künstlerin auch Eberhard Derlig (Verein „Teltow ohne Grenzen“) und Michael Belkner (Fachbereichsleiter Kultur) aus der Partnerstadt angereist. In Teltow hat Frauke Schmidt-Theilig seit 2010 im Mattusch-Haus ihr Atelier.

Im Oktober präsentieren mit Dr. Franz-Josef Kosel und Martin Hatscher zwei Ahlener ihre Werke in Teltow.

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