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Stadt verteilt Samenmischungen

Blühstreifen im eigenen Garten

Ahlen

Unsere heimischen Insekten brauchen Hilfe bei der Nahrungssuche. Bürger können ihnen mit Blühstreifen im eigenen Garten helfen. Die Samen kommen von der Stadt Ahlen.

wn

Bürgermeister Dr. Alexander Berger und Klaudia Froede (Stabsstelle Klimaschutz) mit der „Warendorfer Mischung“. Foto: Stadt Ahlen

Der Frühling liegt schon auf der Lauer. In Kürze beginnt die Blütezeit. „Für Insekten ist das Frühjahr immer anstrengend“, sagt Jörg Pieconkowski von den Ahlener Umweltbetrieben. Für ihren hohen Energiebedarf stehen gerade in März und April kaum ausreichend Blühpflanzen zur Verfügung. Die Stadt hat deswegen im letzten Jahr große Mengen Frühblüher pflanzen lassen. Damit aber auch im Sommer der Tisch für Kleinlebewesen gedeckt ist, verteilen Kreis Warendorf und Stadt Ahlen Tüten mit der „Warendorfer Mischung“, einer Saatgutmischung aus heimischen Wildpflanzen, an interessierte Bürgerinnen und Bürger.

„Im vergangenen Jahr haben wir bereits 5000 Tütchen der Warendorfer Mischung an Bürgerinnen und Bürger verschenkt“, erklärt Kreis-Umweltdezernent Dr. Herbert Bleicher. Die kleinen Samentüten enthalten eine Saatgutmischung mit überwiegend heimischen Arten wie Klatschmohn und Kornblume, Glockenblume und Färberkamille.

Buntes Erscheinungsbild

Außer dem enormen Nutzen für die Artenvielfalt bringen die Blumen in den Sommermonaten auch ein freundliches und buntes Erscheinungsbild. Das Augenmerk bei der „Warendorfer Mischung“ liegt auf einer besonders insektenfreundlichen und blütenreichen Mischung aus ein-, zwei- und mehrjährigen Arten. „Die Insektenwelt im Kreis Warendorf ist an gebietsheimische Pflanzen angepasst. Deshalb bietet die Mischung sowohl Generalisten wie der Honigbiene als auch Spezialisten wie seltenen Schmetterlingsarten eine geeignete Nahrungsgrundlage“, erklärt Martin Terwey, Leiter des Amtes für Planung und Naturschutz beim Kreis Warendorf.

Ausgabe im Pavillon am Rathaus

Ausgegeben werden die Tüten mit dem Saatgut im Pavillon am Rathaus. Besucherinnen und Besucher des Baubetriebs- und Wertstoffhofes am Ostberg können ebenfalls Tütchen mit nach Hause nehmen, um im eigenen Garten einen Blühstreifen anzulegen. „So lässt sich auch auf privaten Flächen Gutes tun für die Insektenwelt“, sagt Klaudia Froede von der Stabsstelle für Klimaschutz und Mobilität.

Die Stadt Ahlen hat im letzten Jahr über das Stadtgebiet verstreut Blühwiesen angelegt. 110 000 Schneeglöckchen, 180 000 Elfenkrokusse, 65 000 Narzissen – insgesamt 355 000 Zwiebeln mit Frühblühern wurden auf 25 Standorte im Stadtgebiet verteilt. Denn insbesondere Hummeln, Wild- und Honigbienen brauchen früh Energie. Sie erbrüten im zeitigen Frühjahr von Februar bis April die Generation eines Jahres. „Hierzu benötigen sie Pollen, den Hummeln und Wildbienen schon bei Außentemperaturen ab fünf bis sechs Grad suchen, Honigbienen ab 13 Grad“, weiß Jörg Pieconkowski. Sein Ratschlag: Zusätzlich zur „Warendorfer Mischung“ für den Sommer sei es sinnvoll, im Herbst Zwiebeln frühblühender Pflanzen zu setzen.

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