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Städtischer Kindergarten Lilienthalweg

Botschaft an Kinder daheim: „Wir vermissen Euch“

Ahlen

Ein Zaun voller selbstgemalter Bilder zeugt am Kindergarten Lilienthalweg vom Zusammenhalt in Zeiten, wo an Zusammenkünfte nicht zu denken ist. Die Kleinen, die daheim bleiben müssen, zeigen sich mit ihrer Aktion gegenseitig, dass sie sich vermissen.

Ralf Steinhorst

Wünschen sich, dass in den Kindergarten Lilienthalweg bald wieder das gewohnte Leben zurückkehrt: Jonas Schmalz, Anika Fontana, Lea und Lars Richter, Tayler Bremann und Kitaleiterin Karin Herget (v.l.). Foto:

Wo sonst 85 Kinder spielen und toben, herrscht in Corona-Krisenzeiten weitestgehend Ruhe. Denn nur wenige Jungen und Mädchen besuchen jetzt den städtischen Kindergarten Lilienthalweg. Klar, dass denen und den Erzieherinnen das gewohnte Leben in der Einrichtung fehlt. Deshalb hat das Team um Leiterin Karin Herget eine Bilderaktion ins Leben gerufen, um an die Kinder zu denken, die nicht in die Kita kommen dürfen.

Strenge Auflagen bei der Betreuung

„Zur Betreuung haben wir gerade nur bis zu fünf Kinder täglich hier, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten“, schildert Karin Herget die ungewohnte Situation. Die Coronakrise führt überdies zu weitreichenden Schutzmaßnahmen. Wie in Seniorenheimen wird kein Besuch hereingelassen, auch die Eltern müssen ihre Kinder an der Tür abgeben und dürfen das Gebäude nicht betreten. Die Erzieher sind in verschiedene feste Teams aufgeteilt, die sich in Wochenschichten abwechseln. Die jeweils anderen Teams sind dann im Homeoffice, so dass sich die Kolleginnen und Kollegen unter­ein­ander über Wochen ebenfalls nicht sehen. „Es werden immer die beneidet, die gerade im Haus arbeiten dürfen“, hat Karin Herget festgestellt.

Der Trennungsschmerz ist groß

Der Trennungsschmerz ist daher nicht nur bei der Kitaleiterin groß. So entstand die Idee, die Bilderaktion zu starten. Vor Ostern wurden Briefe an alle Familien der Kinder geschickt, die den Kindergarten zurzeit nicht besuchen können. Darin wurden sie eingeladen, Bilder zu malen und diese dann in den Briefkasten der Kita zu werfen. Das Ergebnis können nun alle am Zaun vor der Einrichtung bestaunen. Denn dort wurden die Bilder gut sichtbar in wetterfester Folie aufgehängt, ergänzt um 16 Buchstaben, die den Satz „Wir vermissen Euch“ bilden.

Nun hoffen alle, dass die Beschränkungen bald so weit gelockert werden, dass sie wieder in der Kita zusammenkommen können.

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