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Wahnsinnige Bescherung in Brockhausen

Westfalens winzigster Weihnachtsmarkt

Ahlen

Was ein Zeitungsaufruf bewirkt: Westfalens winzigster Weihnachtsmarkt lässt sich diesmal drei- bis viermal auffüllen. Ein Bushaltehäuschen in der Ahlener Bauerschaft Brockhausen wurde schon vor seinem Start zum Anziehungspunkt – für Spender.

Die Beschicker aus Brockhausen sind überwältigt vom Spendenaufkommen. Foto: Ulrich Gösmann

„Wahnsinn“, wunderten sich ihre Macher, was Westfalens winzigstem Weihnachtsmarkt diesmal vorweg ging. „Im Prinzip hatten wir fast nichts“, sagt Anne Boing. „Jetzt können wir bestimmt drei- bis viermal auffüllen.“ Was hat ein einziger Zeitungsaufruf da nur in Bewegung gesetzt?

Die vergangenen beiden Jahre hatten in der Bauerschaft Brockhausen an letzten Reserven gezehrt. Keller und Dachböden schienen weihnachtlich wie leer gefegt. Und der nächste Advent stand vor der Tür – mit einem absehbar schmucklosen Bushaltehäuschen in der Abgeschiedenheit der Bauerschaft Brockhausen.

Die, die Westfalens winzigsten Weihnachtsmarkt alle Jahre wieder organisieren, traten vor drei Wochen mit einem Sachspendenaufruf an die Öffentlichkeit, stellten einen Anhänger bereit – und staunten. „Ich habe gestern noch einen Anruf gekriegt“, erzählt Landwirt Norbert Knipping. Eine Frau hatte fünf Kartons abzugeben. Dass die Organisatoren abwinkten und dankend auf das nächste Jahr vertrösten mussten, ist Reaktion auf das, was zwischenzeitlich den Weg zu ihnen gefunden hat und eine Scheune füllte. Wirklich schöne Sachen seien es, freut sich Anne Boing aus dem Organisationsteam. Zur Masse die Qualität – und der richtige Mix aus allem, was daheim weihnachtlich einstimmt. Westfalens winzigstem Weihnachtsmarkt blieb da keine andere Wahl: Er ist um ein kleines Nebenhäuschen gewachsen, das Helmut Beckamp zimmerte. Schließlich soll nichts im Regen stehen. Neu ist auch eine Holzbox, die sich amüsierend „Kugel-Lager“ nennt.

Seit dem Aufbau am Mittwoch ist Brockhausens Budenzauber pünktlich zum 1. Dezember am Start. Diesmal ist der Erlös für die Arbeit des Caritas-Warenkorbs in Ahlen bestimmt. Zur Erinnerung: Im Vorjahr kamen für das Ahrtal Spenden in Höhe von 8500 Euro zusammen.

Das Prinzip ist ein Einfaches: Was gefällt, darf mitgenommen werden. Gern gegen eine Spende in die rote Spardose. Das Nachlegen übernehmen die Beschicker aus Brockhausen allerdings selbst, wie sie anmerken. Um Energie zu sparen, gehen die Lichterketten diesmal übrigens früher aus.

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