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Ahlen will beim kreisweiten Förderprojekt mitfahren

Carsharing mit neuer Dynamik

Ahlen

Kreisweit soll‘s besser laufen mit dem Carsharing in Ahlen. Der städtische Umweltausschuss ließ sich in seiner Sitzung mehrheitlich überzeugen von einem neuen Förder-Pilotprojekt, für das die Stadtwerke ihr schwächelndes Angebot sogar zurückziehen würden.

Von Ulrich Gösmannund

Das aktuelle Carsharing-Angebot der Stadtwerke: zwei E-Autos. „Wir würden zurücktreten und nicht in Konkurrenz fahren“, kündigte Geschäftsführer Dr. Alfred Kruse an. Foto: Ulrich Gösmann

Wenn sich die Stadt Ahlen mit zwei Fahrzeugen einer kreisweiten Carsharing-Offensive anschließt, werden die Stadtwerke ihre beiden E-Autos aus dem Verkehr ziehen. Erwartungen und Hoffnungen hätten sich nicht erfüllt, bilanzierte Geschäftsführer Dr. Alfred Kruse am Donnerstagabend im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität. Warum das neue Angebot besser laufen wird: Antworten per Videokonferenz aus einem Eltern-Kind-Zimmer in Hattingen.

Von dort hatte sich Michael Schramek in den Ratssaal zugeschaltet. Gerade auf Kundenbesuch, beleuchtete der Hauptgeschäftsführer der Firma „EcoLibro“ in einem über einstündigen Informationsaustausch, was es mit dem Förder-Pilotprojekt für den ländlichen Raum auf sich habe.

Kreisweit von Synergieeffekten profitieren

Im Vorjahr hatten sich Ahlen, Beckum, Beelen, Everswinkel, Oelde und Sendenhorst gemeinsam erfolgreich um eine Förderung des landesweiten Wettbewerbs „Teil.Land NRW – Carsharing in der Fläche“ des Zukunftsnetzes Mobilität NRW beworben. Mit im Paket: externe Beratungsleistung sowie Aufbau und Umsetzung eines Kommunikations- und Evaluationskonzepts. Das bringt „EcoLibro“ aus Troisdorf ins Spiel.

Die teilnehmenden Kommunen treten als Einheit auf und wollen von Synergieeffekten profitieren. „Durch die Teilnahme am Wettbewerb soll der Carsharing-Prozess im gesamten Kreis Warendorf an Dynamik gewinnen“, heißt es dazu in der Beschlussvorlage. Und: Carsharing könne als ein Baustein dazu beitragen, CO2- Emissionen zu senken und Flächenversiegelungen entgegenzuwirken. In den sechs teilnehmenden Kommunen leben über 147 300 Menschen auf einer Fläche von 534,5 Quadratkilometern. Der ländliche Raum zeichne sich durch hohe Pkw-Dichte und Flächenversiegelung aus, heißt es weiter. Pro Haushalt stünden mehrere Fahrzeuge zur Verfügung.

Anbieter „Teilautos“ hatte bereits im Jahr 2017 Stationen in Beckum, Oelde und Everswinkel eröffnet, im Jahr 2019 auch in Sendenhorst. In Ahlen ist Anbieter „MER Germany“ (ehemals E-Wald) über die Stadtwerke aktiv. „In einigen Kommunen wurden bereits beachtliche Nutzerzahlen erzielt“, heißt es in der Beschlussvorlage. Einen Knick habe zwischenzeitlich die Corona-Pandemie gebracht.

Wenn schon, dann E-Carsharing... Foto: Ulrich Gösmann

Ziel ist es jetzt, in jeder Kommune des Kreises mindestens ein Carsharing-Fahrzeug verfügbar zu haben. Die Konzentration auf einen Anbieter soll eine ortsübergreifende Nutzung in der Region zur Selbstverständlichkeit machen. Lokale Unternehmen werden in dem Papier als weitere Ankernutzer genannt. Stationierungen sollen optimale Anbindung an den ÖPNV schaffen. In einem weiteren Schritt könnte das Sharing-Angebot um weitere Verkehrsmittel wie Fahrräder oder Lastenräder erweitert werden. Die Devise: Mobilität ganzheitlich denken. Ziel ist es, bis zum Jahr 2025 das Angebot stabil und selbsttragend zu etablieren. Mindestens drei Prozent der Bevölkerung (4420 Bürger) sollen bis dahin als Nutzer angemeldet sein.

Maximal 28 800 Euro Startkosten

Eine Ausschreibung soll ein „gelungenes Tarifmodell“ für die Nutzer sowie „faire Preise“ für die Kommunen durch den Vertragspartner garantieren. Angestrebt wird, dass in der zweiten Jahreshälfte ein Rahmenvertrag mit dreijähriger Laufzeit und Verlängerungsoption mit einem Carsharing-Dienstleister ausgeschrieben wird. Das unter der Prämisse weitestgehend emissionsfreier Antriebe. Die Beschlussvorlage, die bei einer Gegenstimme der BMA breite Mehrheit im Ausschuss fand und jetzt noch den Rat passieren muss, sieht vor, dem Anbieter in den ersten drei Jahren die Mindereinnahmen für zwei Fahrzeuge zu erstatten: Im ersten Jahr sollen es monatlich maximal 600 Euro sein, im zweiten Jahr 400 Euro, im dritten Jahr 200 Euro. Macht zusammen maximal 28 800 Euro. Wobei sich der Mindestumsatz um den tatsächlich erwirtschafteten Umsatz des jeweiligen Fahrzeugs subtrahiert.

Durch pulsierendes Carsharing effizienter

Großer Mehrwert wird an das pulsierende Carsharing geknüpft. Wer etwa morgens mit dem Fahrzeug zur Arbeit fährt und erst abends wieder zurückkommt, für den reduzieren sich kostenpflichtige Standzeiten durch Zwischenbuchungen. Gleiches gilt in der Nacht. Und auch die Ladezeiten lassen sich takten, um jederzeit voll durchzustarten.

Bedarf muss sich entwickeln

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