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„Leuchttürme“ und „Satelliten“: Stadt investiert in Bolzplätze

Damit die Lust am Pöhlen bleibt

Ahlen

„Qualität vor Quantität“ – von dieser Devise lässt sich die Stadt nach den Worten von Bürgermeister Dr. Alexander Berger leiten, wenn es um Spiel- und Bolzplätze geht. Ihre Anzahl wird insgesamt zwar etwas verringert, dafür werden die verbleibenden Aktionsflächen umso attraktiver gestaltet.

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Jörg Pieconkowski zeigt Dr. Alexander Berger, welche Verbesserungen die Umweltbetriebe mit dem Bolzplatz im Zuckerort vorhaben. Jörg Pieconkowski zeigt Dr. Alexander Berger, welche Verbesserungen die Umweltbetriebe mit dem Bolzplatz im Zuckerort vorhaben. Foto: Stadt Ahlen

Die Erfahrung als Sportler, der in jungen Jahren viel Zeit auf Bolzplätzen verbrachte, kommt einem Bürgermeister auch im Amt zugute. „Holprig und nicht gut bespielbar“, seien die Torräume auf manchem Bolzplatz, stellte Dr. Alexander Berger bei seiner Sommertour mit Kennerblick fest. Zusammen mit Jugendförderung und Umweltbetrieben führte ihn die Rundreise über verschiedene Aktionsflächen in Ahlen. Anlass zu echter Kritik fanden Berger und seine Begleitung, die aus Jugend- und Sozialfachbereichsleiterin Ulla Woltering, Jugendförderer Markus Beckmann und Grünflächenleiter Jörg Pieconkowski bestand, indes kaum.

Ganz überwiegend befinden sich die 27 Bolzplätze in sehr ordentlichem Zustand, was auch die Auslastung durch Jugendliche belegt. Bestes Beispiel ist der Bolzplatz an der Elisabeth-Tombrock-Straße, wo es „regelrecht brummt“, so Markus Beckmann. 65 000 Euro hat die Stadt hier im vergangenen Jahr verbaut und im Ahlener Westen einen wahren Leuchtturm geschaffen, dessen Attraktivität ins Quartier und weit darüber hinaus strahlt.

Jugendliche werden an der Planung beteiligt

„Diese Anlage mit ihrem Soccer- und Basketballangebot auf dämpfendem Gummisteinuntergrund kann als Blaupause für weitere Standorte dienen“, ist sich Berger sicher. Immer vorausgesetzt, dass die Jugendlichen das auch wollen. Denn jeder Umgestaltung geht ein intensiver Beteiligungsprozess voraus, den Jugendförderung und Umweltbetriebe mit den jungen Menschen führen. Zurzeit beteiligen sich ein Dutzend Jugendliche in Dolberg mit Anregungen für den Bolzplatz am Dillweg.

200 000 Euro lässt sich die Stadt die Weiterentwicklung bestehender Bolzplätze in „Leuchttürme“ dieser Art jährlich kosten. Je zwei Bolzplätze werden Jahr für Jahr unter hohem Aufwand aufgewertet. Etwas einfacher fallen die kleineren „Satelliten“ aus. Auch von ihnen entstehen jedes Jahr zwei neu, 40 000 Euro sind dafür per anno veranschlagt.

Jugendförderer Markus Beckmann

Der Trend geht dabei eindeutig zu kleineren Spielflächen. „Je weiter die Tore auseinanderstehen, umso weniger werden die Plätze angenommen“, formuliert Jugendförderer Beckmann eine Gesetzmäßigkeit. Den sprichwörtlichen Ball nimmt Jörg Pieconkowski auf und wirft ein: „Was auch nicht fehlen sollte, sind Ballfangnetze.“ Schnell sei es mit der Lust am Pöhlen vorbei, läuft man dem Ball mehr hinterher, um ihn aus den Büschen zu holen, als dass sich die Kugel auf dem Platz dreht.

Das Konzept aus „Leuchttürmen“ und „Satelliten“ habe sich bewährt, erkennt Ulla Woltering. Die städtischen Planer antworten damit auf veränderte Nutzungsgewohnheiten. „Über die Jahrzehnte stellt sich heraus, dass manche Standorte einfach ins Abseits geraten sind, weil dort keine jungen Menschen mehr leben.“ Diese könnten dann auch aufgegeben werden zugunsten von Standorten, die gut besucht seien und auf denen Nachfrage nach optimaler Ausstattung bestehe. Im Blick behalten die Verantwortlichen auch, wie neue Wohngebiete wachsen und wo junge Generationen groß werden.

Ein „Leuchtturm“ und Blaupause für andere Bolzplätze ist die Anlage an der Elisabeth-Tombrock-Straße: v.l. Jörg Pieconkowski, Dr. Alexander Berger,Markus Beckmann, Ulla Woltering. Foto: Stadt Ahlen

„Qualität vor Quantität“, so Bürgermeister Berger, laute in Ahlen der Konsens, wenn es um Spiel- und Bolzflächen geht. „Daran wollen wir uns messen lassen und diesen Kurs konsequent beibehalten.“ Bewegung sei für junge Leute eine der wichtigsten Voraussetzungen, um körperlich und geistig gesund aufzuwachsen.

Gut ausgestattete und ordentlich gepflegte Aktionsflächen, zu denen auch sechs Anlagen für Soccer, Skaten, Basketball und eine Dirt-Bike-Bahn gehören, seien besonders in Wohngebieten unverzichtbar. Dort gebe es sonst nur wenige Möglichkeiten, „sich mal richtig auszupowern.“ Der Bürgermeister ist vom Konzept überzeugt: „Jeden Euro, den wir in diese Anlagen fließen lassen, sparen wir an anderer Stelle doppelt und dreifach wieder ein.“

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