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Verkaufsoffener Sonntag erfüllt Erwartungen nicht

Dauerregen verdirbt das Geschäft

Ahlen

Hinter den Erwartungen der Einzelhändler zurück blieben die Umsätze am gestrigen verkaufsoffenen Sonntag. Schuld daran vor allem der Dauerregen. Aber nicht nur.

Von Martin Feldhaus

Einfach das rote Bändchen vorzeigen und dann ohne weitere Kontrollen shoppen: Ruth Rätze, Inhaberin der „Spielerei“, und ihre Kundinnen finden diese Lösung praktisch und könnten sich vorstellen sie beizubehalten. Foto: Martin Feldhaus

Ahlener Advent“ und ein verkaufsoffener Sonntag – normalerweise eine Kombination, die zieht. Auch in Corona-Zeiten? Vielleicht. Eine gute Resonanz verhinderte gestern aber jedenfalls Pe­trus, der mit Dauerregen dafür sorgte, dass die Shopping-Lust bei den Ahlenern nicht besonders ausgeprägt war. So voll, wie die Einzelhändler gehofft hatten, waren Fußgängerzone und Geschäfte bei weitem nicht.

Verkaufsoffener Sonntag am 3. Advent: wenig Betrieb in Ahlens Fußgängerzone. Foto: Martin Feldhaus

„Der Start ist sehr verhalten“, stellt etwa Promedia-Geschäftsführer Andreas Frenz am frühen Nachmittag fest. Der Grund dafür? Zumindest auch das Wetter. Allerdings nicht nur. „Für den verkaufsoffenen Sonntag wurde viel zu wenig Werbung gemacht“, richtet Frenz eine klare Botschaft an die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG). Am Samstag habe er mit vielen Kunden gesprochen, die nichts vom Shopping-Sonntag wussten. Da müsse man sich dann über eine schwache Frequenz nicht wundern. Werbemaßnahmen seien vor allem auch wichtig, um Kunden aus den umliegenden Städten in die Wersestadt zu locken. Positiv beurteilt Frenz hingegen das Verteilen der roten Bändchen, mit denen man sich am Sonntag das lästige Vorzeigen von Impfzertifikat und Ausweis an jeder Ladentür spart. „Das brauchen wir täglich und nicht nur heute“, appelliert er an WFG und „Pro Ahlen“.

Ruth Rätze („Spielerei“)

Eine geringere Kundenfrequenz ist auch bei der „Spielerei“ auszumachen. „Normalerweise stehen die Leute hier Schlange“, erinnert sich Inhaberin Ruth Rätze an vergangene verkaufsoffene Sonntage kurz vor Weihnachten. Diesmal bleibt der große Andrang aus. Die Bändchenlösung zur Kontrolle der 2G-Regelung beurteilt Rätze aber ebenfalls positiv. „Es wäre eine großartige Sache, das jeden Tag anzubieten“, ist sie überzeugt. Die Kontrollen liefen so einfach reibungsloser. Einmal das rote Bändchen zücken und schon geht es rein in die kunterbunte Spielzeugwelt. Dort stehen bei den Ahlenern am Sonntag aber auch bereits in den Tagen und Wochen davor ganz klare Favoriten auf dem Einkaufszettel. „Playmobil und Spiele jeder Art“, fasst Rätze zusammen, welche Weihnachtsgeschenke für den Nachwuchs besonders beliebt sind, und nennt exemplarisch Geschicklichkeitsspiele, aber auch Karten- oder Gesellschaftsspiele.

Rote Bändchen erleichtern Kontrollen

Damit stößt Ruth Rätze bei Familie Scholten auf offene Ohren, die auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken ist. „Wir haben es heute mal geschafft, zusammen einkaufen zu gehen“, freuen sich die Eltern über die Möglichkeit zum Sonntagsshopping. Die Bändchen, die als Eintrittskarte in alle Geschäfte dienen, beurteilen auch sie sehr positiv. „Es geht einfach schneller“, betonen sie.

Andreas Frenz von „Promedia“ findet, es sei zu wenig Werbung für den verkaufsoffenen Sonntag gemacht worden. Foto: Martin Feldhaus

Kein überragendes Fazit zum verkaufsoffenen Sonntag zieht man auch bei Menzel & Woelke. „Es läuft verhalten“, sagt Mary Willner, die ebenfalls das Wetter als Ursache dafür ausgemacht hat. Im Vergleich sei der lange Samstag am Vortag deutlich besser angenommen worden. Im Fokus des Kundeninteresses dabei: weihnachtliche Dekoartikel in allen denkbaren Spielarten und auch hochwertige Kugelschreiber. Auch Willner plädiert dafür, die Bändchen zur Kontrolle von 2G als Dauerlösung anzubieten. „Das sollte man weiterführen“, bezieht sie klar Position.

Wer trotz des Dauerregens den Weg in die Fußgängerzone fand, wurde vor „Uncle Donuts“ mit einer süßen Überraschung belohnt: Leckere Donuts mit Zuckerguss warteten auf die Passanten. „Wir wollen zum dritten Advent vor allem den Kindern eine Freude bereiten“, sagt Inhaber Ali Yildirim. Die Ahlener sollten sich „mit einem guten Gefühl durch die Innenstadt bewegen“. Für einige zumindest ein kleines Trostpflaster an diesem trüben und regnerischen dritten Advent.

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