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Proklamation in der Stadthalle

Den Frohsinn im Gepäck

Ahlen

Elf Aspiranten auf den Narrenthron stellten Andreas Lerley und Uwe Lüggert bei der Prinzenproklamation vor. Doch es konnte nur einen geben, und der hatte ein ehrgeiziges Ziel ausgegeben. Prinz Ossi I. will den Frohsinn in Ahlen zustellen.

Von Reinhard Baldauf

Stimmungsvoll ging es bei der Prinzenproklamation in der Stadthalle zu.  Prinz Ossi I. regiert ind er Session 2022/23 die Ahlener Narren. Foto: Reinhard Baldauf

Zwei absolute Höhepunkte hatte die Prinzenproklamation am Samstagabend in der Stadthalle. Eine tänzerische Höchstleistung bot die Garde aus dem Ortsteil Marialinden von Overath im Rheinisch-Bergischen Kreis an. Zudem überzeugte die Sängerin Celine von der KG Silber-Blau aus Freckenhorst. Viele Gäste waren sich einig: „Allein wegen dieser beiden Auftritte hat sich der Besuch der Prinzenproklamation gelohnt.“

Die elf Aspiranten auf den Narrenthron stellten BAS-Boss Andreas „Andy“ Lerley und der Neustädter Präsident Uwe Lüggert vor. Dabei gab es kritische Nachfragen und durchaus Zweifel an einer Eignung für dieses hohe Amt. Zur Begründung auf die Frage, warum er Prinz werden wollte, meinte Markus Schumacher: „Ich möchte der erste Prinz sein, der sein Prinzenlied selbst komponiert hat.“

Sabine Köppe konnte auf ihre karnevalistischen Aktivitäten verweisen. Sie trainierte mit den „Stoppelhopsern“ den Nachwuchs und ist Senatorin bei den Neustädtern. Mit einem Paket kam Michael Osthöver auf die Bühne – schließlich ist er Zusteller bei der Post. Im Verein ist er Tanztrainer und hat auch gute Verbindungen zu Klein-Köln in Vorhelm. „Ich möchte den Frohsinn in Ahlen zustellen“, war seine Begründung für die Bewerbung um das Prinzenamt.

Auch ein Vorhelmer bewarb sich. Schon vor 25 Jahren war Jörg Kaldewei Prinz der KG Klein-Köln. Uwe Lüggert kommentierte dies mit den Worten: „Stell dir vor: Der erste Prinz in Ahlen, der aus Vorhelm kommt.“

In der Pause begeisterte dann die Tanzgarde aus dem rund 160 Kilometer entfernten Marialinden. Bereits beim Einzug „schwebten“ einige Tänzerinnen in der Luft. Bei den „Kölschen Tänzen“ riefen die unzähligen Hebefiguren Bewunderung im ausgebuchten Saal hervor. Fast bis zur Erschöpfung wirbelten die Akteure über die Bühne und bekamen immer wieder Applaus.

Schlager und Schunkellieder

Nach der Pause, in der wieder die Theke im Foyer mit Cocktails und Speisen geöffnet hatte, ging es mit den Vorstellungen weiter. Das Paar Bianca und Dieter Gerd, das mittlerweile in Diestedde wohnt, hatte eine klare Begründung für die Bewerbung: „Seit 1952 hat es kein Prinzenpaar mehr gegeben.“ Steffen Köppe, der zum Elferrat der Neustädter gehört, erklärte: „Ich wäre der erste Prinz mit Handicap.“ Er sitzt im Rollstuhl. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, meinte Bastian Kaiser zu seinem Ansinnen, Stadtprinz zu werden. Er ist erst kurze Zeit im Karneval aktiv. Auch Vizepräsident Gorden Behrens warf seinen Hut in den Ring. Schließlich ist er ein erfahrener Karnevalist.

„Ich will keine Schokolade“ und „It’s My Life“ gehörten zu den Hits von Celine aus Freckenhorst. Schlager und Schunkellieder wechselten sich ab. Das Publikum wollte die blonde Sängerin gar nicht mehr von der Bühne lassen.

Doch das Programm musste weiter gehen. Schließlich fehlte noch die Tollität. Erst marschierten zu den Klängen der „Happy Trumpets“ die früheren Stadtprinzen ein. Dann folgte Ossi I. mit seiner Garde von der KG Klein-Köln. Mit Amtskette und Zepter war er endgültig inthronisiert. Der erste Dank galt seiner Familie. „Besonders stolz bin ich auf meine Garde“, merkte der Stadtprinz an.

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