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Dirt-Bike-Projekt wird konkret

Der Starthügel ist schon da

Vorhelm

Dass sie gebaut werden soll, steht bereits fest. Wo sie gebaut wird, ebenfalls. Jetzt hat sich das Planungsteam der Firma „Radquartier“ aus Bayern gemeldet, die der künftigen Vorhelmer Dirtbahn ein Gesicht verleihen will.

Christian Wolff

Ortstermin auf einem Erdhügel, der vielleicht bald zum Starthügel werden kann: Lisa-Marie Rammler, Michael Hartke, Hubertus Beier und Jessica Lübke schieben das Projekt Dirt-Bike-Bahn weiter an. Foto: Ulrich Gösmann (l.) / Christian Wolff

Vor ihrem inneren Auge sieht Jessica Lübke schon die Moutainbikes durch die Luft fliegen. „Optimal“, sagt sie, sei der Standort, „ideal“ die Nähe zum Westfalia-Sportpark. Die Regionalmanagerin von „Radquartier“ muss es wissen, schließlich plant die bayerische Firma, die sie am Dienstag bei einem Ortstermin in Vorhelm vertritt, seit vielen Jahren Pumptracks und Dirt-Bike-Bahnen. Und genau so etwas wollen die Jugendlichen aus dem Hellbachdorf haben.

Osterfeuer bekommt neuen Standort

Die Brachfläche, auf der sonst nur einmal im Jahr Leben herrschte – nämlich beim Osterfeuer –, soll so bald wie möglich vom Gestrüpp befreit und umgerüstet werden. „Der Starthügel ist ja im Grunde schon da“, meint Hubertus Beier und deutet auf einen Erdhügel am Rande des 40 mal 80 Meter großen städtischen Grundstücks zwischen Schützen- und Sportplatz. Für das Osterfeuer müsse durch veränderte Schutzbestimmungen sowieso ein neuer Ort gefunden werden, so dass auch die Ausrichter der Brauchtumsveranstaltung kein Problem mit der Neunutzung haben. „Ich habe im Vorfeld mit allen Beteiligten gesprochen“, so der Ortsausschuss-Vorsitzende.

So sieht es im Berliner Park aus, wenn der Dirt-Bike-Parcours genutzt wird. Foto: Ulrich Gösmann

Beier hatte den Wunsch des Dorfnachwuchses im September 2020 aufgegriffen und über die CDU-Fraktion eine Standortsuche in den Stiel gestoßen. Doch die habe sich schwierig gestaltet. Im Schäringer Feld gab es Gegenwind von Landwirten, im Loh ein „Nein“ des Wasser- und Bodenverbands aufgrund von Überschwemmungsflächen. Am meisten, so Beier, habe es ihn verärgert, wie massiv Anwohner des Wohngebiets hinter dem früheren Hellbachhallen-Parkplatz gegen die Dirt-Bike-Idee gewettert hatten, als es um die Bespielung dieser Fläche ging. „Sie befürchteten zu viel Lärm“, berichtete der Christdemokrat.

Nach anfänglicher Ratlosigkeit bei den Befürwortern wurde ein entsprechender Antrag gestellt. Die Stadtverwaltung half weiter: Sie richtete den Blick auf jene Fläche, die Beier nun gemeinsam mit Michael Hartke, selbst leidenschaftlicher Biker und Projekt-Begleiter, und Lisa-Marie Rammler als Vertreterin der städtischen Kinder- und Jugendpartizipation in Augenschein nehmen. Dass sie mit Jessica Lübke gleich eine Ansprechpartnerin vom Fach begrüßen können, ist der mehrfachen Berichterstattung unserer Zeitung zu verdanken. Durch die Presseartikel war die „Radquartier“-Mitarbeiterin auf das Projekt aufmerksam geworden. „Wir schauen uns natürlich in den Medien um, wo wir uns vielleicht einbringen können“, verrät sie.

Sollte „Radquartier“ in Vorhelm zum Zuge kommen, wolle sie sich besonders große Mühe geben, etwas Tolles abzuliefern, betont Jessica Lübke. Warum? „Das ist der Heimatort meines Mannes.“ Ein ungeahnter Zufall, der ihr nach dem dienstlichen Ortstermin noch einen privaten Verwandtenbesuch beschert.

Noch bevor hier Bagger und Spaten in Bewegung kommen, gibt es mögliche Spender von Bodenmaterial, verkündete Hubertus Beier weitere gute Nachrichten. Doch da will sich das Team erst einmal genau umschauen, denn laut Jessica Lübke gebe es 200 Bodenarten, von denen nicht alle infrage kommen.Von der detaillierten Bedarfsanalyse über Workshops, Grobplanung, Designentwürfen, 3D-Visualisierungen, Finanzierungskonzepten bis hin zur Bauumsetzung steht bei „Radquartier“ jedenfalls ein professionelles Team um Geschäftsführer Robin Specht zur Verfügung.

Förderung über „Demokratie leben“ möglich

Bleibt ein Knackpunkt: die Finanzierung. Doch da hat sich Lisa-Marie Rammler bereits im Vorfeld Gedanken gemacht. Die Initiative „Demokratie leben“ fördere solche Projekte gerne. „Ich habe bereits nachgefragt“, sagt sie. So eine Dirt-Bike-Bahn, für die sich junge Leute selbst stark machen, passe sehr gut in deren Förderrichtlinien. Rammler riet den Akteuren dazu, dort einen Antrag zu stellen, am besten mit dem Rückhalt der TuS Westfalia Vorhelm, die als unmittelbarer Nachbar eine nachhaltige Kooperation eingehen könnte. Schließlich werte die Anlage letztlich den gesamten Sportpark auf.

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