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Kleingartenverein Westfalenstolz

Der Trend geht zur Selbstversorgung

Ahlen

Noch jung ist der Kleingartenverein Westfalenstolz, obwohl die Anlage schon aus den 1940er Jahren stammt. Zwei Vorstandsmitglieder statteten dem Bürgermeister jetzt einen Besuch ab.

Von und

Foto: Stadt Ahlen

Grüße zum Erntedankfest überbrachten Adelheid Horwath und Lydia Avdeev in diesen Tagen der Ahlener Stadtverwaltung. Im Rathaus durften Bürgermeister Dr. Alexander Berger und Strukturförderer Lutz Henke einen Korb voller Leckereien entgegennehmen, die der Kleingartenverein Westfalenstolz zusammengestellt hatte. Selbstgeerntetes und Selbsteingemachtes als Kostprobe und Beweis dafür, dass Gemüse aus dem eigenen Garten immer noch am besten schmeckt.

Der Trend zum eigenen Kleingarten hat auch lange schon Ahlen erreicht. Wo Vereine vor wenigen Jahren noch mühsam um Interessierte warben, müssen heute Wartelisten geführt werden. „Ja, es gibt wieder einen Boom“, bestätigte Vereinsvorsitzende Adelheid Horwath auch für den noch jungen Verein Westfalenstolz, der sich als eigenständiger Verein erst in diesem Herbst konstituiert hat.

28 Parzellen – und alle verpachtet

Die Geschichte der Anlage reicht allerdings zurück bis in die frühen 1940er-Jahre, als erste Siedler begannen, Gärten zur Selbstversorgung anzulegen. Die nördlich vom Bahndamm am Westfalendamm gelegene Westfalenstolz-Anlage verfügt über 28 Parzellen, die zur Freude der Vereinsführung alle verpachtet sind.

Adelheid Horwath möchte mit dem Kleingartenverein Westfalenstolz zurück zu den Wurzeln der Schrebergarten-Bewegung. „Ich stelle mir eine Gartenanlage vor, wie sie früher einmal gedacht war.“ Das Vereinsheim beispielsweise nicht als Partyraum, sondern lieber als eine Art Wohnzimmer für die Vereinsaktiven. „Ohne Theke und Vermietung“, so die Vereinschefin.

Mischgarten die ideale Form

Die Anlage sollte idealerweise zu einem Mischgarten werden, „multikulti, alte, junge Mitglieder und viele Kinder“. Eine Naschallee mit Früchten, die für jedermann verfügbar sind, soll auch Besucherinnen und Besucher anlocken. „Das wird eine ganz tolle Sache“, ist Adelheid Horwath überzeugt und denkt dabei ganz besonders an Kinder. „Die sollen nämlich erleben, dass Gemüse nicht sauber geputzt aus dem Supermarktregal kommt, sondern mit Erde verklebt ist, wenn es geerntet wird.“ Kindergärten seien später gerne eingeladen, um beispielsweise Hochbeete zu pflegen. Ackern an der frischen Luft tue nicht nur dem Körper gut. Adelheid Horwath weiß, dass Gartenarbeit auch Balsam für die Seele ist. „Das befreit mich, wenn ich wie ein Maulwurf in der Erde wühle.“

Hochburg des Schrebergartenwesens

Dem neugegründeten Verein boten Bürgermeister und Strukturförderer Unterstützung an. Schön sei es, wenn ein lebendiges Vereinsleben bestehe, ganz besonders für Kinder. Ahlen sei mit seiner quirligen Kleingartenszene – es gibt acht Vereine in elf Anlagen – eine Hochburg des Schrebergartenwesens im Kreis Warendorf, so Alexander Berger.

Fördermöglichkeiten auch für Kleingartenvereine gibt es vor allem über die städtische Richtlinie für bürgerschaftliches Engagement, über die Sachkostenzuschüsse für geeignete Projekte beantragt werden können. Im Ahlener Stadtgebiet stehen für diese Zwecke jährlich 60 000 Euro zu Verfügung, in den beiden Ortsteilen Dolberg und Vorhelm jeweils 15 000 Euro.

Weitere Informationen zur Richtlinie im Serviceportal unter https://serviceportal.ahlen.de/suche/-/egov-bis-detail/dienstleistung/855/show.

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