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WFG und Arbeitsagentur wollen Unternehmen unterstützen

Die Fachkräftelücke wächst weiter

Ahlen

Sie wollen gemeinsam Unternehmen informieren und gegen den Fachkräftemangel angehen: Arbeitsagentur-Leiter Joachim Fahnemann und Wirtschaftsförderer Stefan Deimann waren sich einig, dass eine gute Zusammenarbeit das A und O ist.

Foto: Arbeitsagentur Ahlen-Münster

Die Stadt Ahlen ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort. Rund 1200 Unternehmen sind hier ansässig. Fast 17 000 Menschen haben hier ihre Arbeitsstelle, ihre Zahl wächst seit Jahren. Aber die Suche nach Fachkräften stellt immer mehr Arbeitgeber vor große Herausforderungen. Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, diskutierte in einem ersten Kennenlerngespräch mit dem neuen Leiter der Wirtschaftsförderung Ahlen (WFG), Stefan Deimann, wie beide Organisationen die Unternehmen gemeinsam unterstützen können.

Herausforderungen für Arbeitgeber

Energieknappheit, Lieferengpässe oder Absatzeinbrüche aufgrund des Ukraine-Kriegs: „Selbstverständlich sind dies Herausforderungen, von denen uns Arbeitgeber berichten“, sagte Joachim Fahnemann laut Pressemitteilung: „Die Unternehmen haben aber in der Regel eine gute Grundlage, um diesen Einflüssen zu begegnen.“ Ein Thema beschäftige aber fast alle Personalverantwortlichen. „Wie kann es angesichts der demografischen Entwicklung gelingen, den Fachkräftebedarf zu decken: Das ist eine der wichtigsten Zukunftsfragen“, so der Agenturchef.

Fast ein Viertel der Beschäftigten im Kreis Warendorf wechselt in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand. „Das sind kreisweit 98 000 Menschen, die dem Arbeitsmarkt dann nicht mehr zur Verfügung stehen“, verdeutlichte Joachim Fahnemann. Zwar sorgten Digitalisierung und Automatisierung für Veränderungen in der Arbeitswelt. „Das führt aber nicht zwangsläufig dazu, dass weniger Arbeitskräfte benötigt werden“, so der Arbeitsmarktexperte: „Vielmehr werden die Tätigkeiten immer komplexer und spezialisierte Fachkräfte gebraucht.“ Doch die seien schon heute kaum am Arbeitsmarkt zu finden. Mehr als 60 Prozent der Menschen, die aktuell kreisweit arbeitslos gemeldet sind, gelten als geringqualifiziert. „Hinzu kommt, dass nicht genügend junge Menschen nachrücken. Die Fachkräftelücke wird also wachsen, wenn wir nicht Lösungswege finden und umsetzen“, mahnt der Agenturleiter.

Kundinnen und Kunden warten

Welche Auswirkungen das haben könne, verdeutlichte Stefan Deimann: „Schon jetzt müssen Kundinnen und Kunden länger warten, wenn sie beispielsweise einen Handwerker benötigen. Gastronomiebetriebe schränken ihre Öffnungszeiten ein, Unternehmen, die keine geeigneten Fachkräfte finden, müssen schon zum Teil Aufträge ablehnen. Im schlimmsten Fall drohen irgendwann Schließungen. Das hätte dann Auswirkungen auf die gesamte Stadtgesellschaft.“ Damit dies Szenario nicht eintritt, sei eine intensive Zusammenarbeit aller Partner am Arbeitsmarkt wichtig. „Das geht nur gemeinsam“, stimmte Joachim Fahnenmann zu.

Ein Beispiel für eine solche erfolgreiche Netzwerkarbeit zwischen der Arbeitsagentur, der WFG und der Stadt Ahlen sei die „TAhlenT“, die Ahlener Ausbildungsmesse, die sich fest etabliert habe und auch im kommenden Jahr wieder stattfindet, so Stefan Deimann. „Hier finden Arbeitgeber eine Plattform, um auf sich aufmerksam zu machen und passende Auszubildende zu finden.“ Zusätzlich sei es wichtig, die Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften zu fördern. „Ahlen hat viel zu bieten. Das müssen wir den Menschen aus anderen Regionen nahebringen“, so der Wirtschaftsförderer. Vor dem Hintergrund der Fachkräftesicherung sei die umfangreiche Bildungslandschaft in Ahlen und der Umgebung ein klarer Standortvorteil. „Denn wir müssen uns auch darum kümmern, die Menschen, die bereits hier leben, gut aus- und fortzubilden“, erklärt Joachim Fahnemann. Das gelte nicht nur für Arbeitsuchende, sondern genauso für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Unternehmen. Daher wollen beide Partner noch enger zusammenarbeiten, um Unternehmen auf die Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren.

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