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„Broom Bezzums“ beim Kultursommer

Die Ginsterbesen rocken die Bühne

Ahlen

Sympathischen Engländer mit Geige und Gitarre, das sind „Broom Bezzums“. Sie brachten Folk auf die Kultursommer-Bühne.

-hat-

Nicht nur Multi-Instrumentalisten, sondern auch noch gut bei Stimme: Andrew Cadie und Mark Bloomer. Foto: Dierk Hartleb

„Wir gelten als das beste englische Folkduo in Deutschland. Aber wir sind auch das einzige.“ Mit solchen oder ähnlichen Sprüchen unterhielten Mark Bloomer und Andrew Cadie am Samstagabend beim Kultursommer das Publikum, das reichlich auf den Parkplatz am Bürgerzentrum geströmt war.

Die beiden sympathischen Engländer hatten ihre Geige und Gitarre kaum zur Hand genommen und die ersten Akkorde angespielt, da übertrugen sie sich ohne Zeitverzögerung auf Beine und Füße der Zuhörerinnen und Zuhörer, um in einen Dauerwipp-Rhythmus zu verfallen.

Protestsongs von Woody Guthrie

Es war aber nicht nur Tanzbares und Eingängiges, das „Broom Bezzums“ als Ginsterbesen offerierten, sondern auch Protestsongs wie die des Singer-Songwriters Woody Guthrie, der als links orientierter Lyriker und Musiker zahlreiche Balladen verfasste und mit seinem Eintreten für die Arbeiterschaft zu einem Vorbild für Bob Dylan wurde.

Der gern von Kollegen erhobene Zeigefinger blieb aber unten. Dabei demon­strierten die beiden Musiker eine weitere Stärke, bekannte Songs und Standards nicht zu covern, sondern ihnen ein eigenes Klangbild zu geben. In den Spiel- und Gesangspausen gab es Privates aus dem Leben der beiden, die im Hunsrück (Bloomer) und in der Pfalz (Cadie) zu Hause sind.

Eigenkompositionen als Markenzeichen

Daneben stehen die Eigenkompositionen als Markenzeichen, welches die „Brooms Bezzums“ zu einer der beliebtesten Folkgruppen macht. Wer kommt schon auf die Idee, einen Shanty „Keep Hauling“ aus der Pfalz zu komponieren, der es schafft, die erste Szene der britischen Komödie „Fi­sherman‘s Friends" musikalisch zu bebildern. Und spätestens, als Multiinstrumentalist Andrew Cadie seinen nordenglischen Dudelsack (Northumbrian Small Pipe) vornimmt, ist auch der und die Letzte im Publikum nur noch geflasht.

Unprätentiös und mit englischem Understatement präsentierten Mark und Andrew sich und ihre Musik, die es mit „Cold Winds Blow“ sogar in die deutschen Radiocharts schafften und sich mit „Here we go again“ wie das ewig grüßende Murmeltier nicht ohne eine stürmisch gefeierte Zugabe vom Parkplatz-Publikum verabschiedeten.

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