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Zechenführungen statt Sommerfest

Die Höhenangst besiegt

Ahlen

Eigentlich ist das Sommerfest des Fördervereins Fördertürme ein absolutes Highlight im Zechenjahr. Die alternativen Zechenführungen am Sonntag waren aber auch nicht schlecht.

Von Peter Schniederjürgen

Dietmar Zöller (M.) informierte über das Museum der Menschheit, Hermann Huerkamp (r.) über die Zechenentwicklung. Foto: Peter Schniederjürgen

Wenn schon kein Sommerfest, dann doch wenigstens Führungen über das ehemalige Zechengelände: Das hatte sich am Sonntag der Förderverein Fördertürme vorgenommen. Ein Angebot, das die Ahlenerinnen und Ahlener am Sonntagnachmittag dankbar annehmen. „Wir hatten rund 150 Förderturmbesteiger, sagt Vize-Vorsitzender Fabian Recker.

Die mächtigen Stahlgerüste beherrschen nicht nur seit über 100 Jahren die Stadtsilhouette, der nördliche und besteigbare Turm ist auch immer ein Anziehungspunkt beim Sommerfest und bei Zechenführungen. Dabei ist es nicht mal jedem gegeben, die spektakuläre Aussicht von dort oben zu genießen. Höhenangst kann kesse Kletterer schnell in ihre Schranken weisen.

Gefühlte 10 000 Stufen

Höhenangst ist auch ein Thema für Lea und ihren Bruder Tyler Bütow. Denn so ganz ohne die sind die Geschwister auch nicht. Aber schließlich kommen sie stolz die gefühlten 10 000 Stufen wieder hinab. „Das war absolut megatoll“, schwärmt Lea.

Die Aussicht hier oben hat es der jungen Ahlenerin angetan. Und das war auch der Grund, warum sie sich an den Aufstieg machte. „Ich hatte schon Angst“, gibt sie zu. Die solide Stahlkonstruktion wecke zwar Vertrauen, „doch die Gitterroste der Treppen und Gänge haben es in sich“, erzählt sie. Denn dadurch falle der Blick nur wenig behindert in die beinahe unergründlichen Tiefen. „Dafür war es ein Riesengefühl, oben zu stehen“, ergänzt Tyler. Wie die große Schwester ist auch er das erste Mal hier oben. Und sicher nicht das letzte Mal. „Jetzt würde ich da auch alleine hochgehen“, ist der Grundschüler zuversichtlich. Die große Schwester auch. Die Angst vor der Höhe haben die beiden besiegt.

Lea und Tyler haben die „Erstbesteigung des Förderturms hinter sich und sind beeindruckt von der Aussicht. Foto: Peter Schniederjürgen

Währenddessen führt Hermann Huerkamp, Schriftführer des Fördervereins, Besucherinnen und Besucher über das Zechengelände. Denn Huerkamp ist auch Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft und damit praktisch der Hausherr auf „Westfalen“.

Die Vergangenheit, aber auch vor allem die Zukunft des weitläufigen Geländes sind seine Themen. Hier gibt es einiges vorzuweisen. Zahlreiche Unternehmen haben sich auf dem alten Pütt angesiedelt. „Wir haben hier von A wie Auto bis V wie Versicherungen eine bunte Palette an Mietern“, freut sich Hermann Huerkamp. Dazu kämen noch Flächen, die jetzt in den Verkauf gehen. „Hier ist ein prosperierendes Gewerbegebiet entstanden“, führt Hermann Huerkamp aus, bevor er die Führung aus der Hand gibt. Die Gruppe steht nämlich vor einem Plakat mit zahlreichen Porträts. Hier hat Dietmar Zöller, Geschäftsführer von Innosozial, das Wort. Er ist Mitveranstalter des zurzeit in der Stadt überall sichtbaren Museums der Menschheit. Die Freiluftausstellung zeigt auf der Zeche die Konterfeis von Ex-Kumpeln.

Die Führungen bilden damit einen schönen kleinen Ersatz für das coronabedingt ausgefallene Sommerfest.

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