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Helga Rohden stellt „Hand in Hand“-Projekt vor

Die Kinder stehen im Mittelpunkt

Vorhelm

Ihr Projekt „Hand in Hand“ wird im kommenden Jahr 20 Jahre alt. Eine Erfolgsstory, auf die die ehemalige Marienschulleiterin Helga Rohden stolz sein kann.

Von Angelika Knöpker

VHS-Leiterin Nadine Köttendorf, Referentin Helga Rohden und Heimatvereinsvorsitzender Josef Rehbaum freute sich über die große Resonanz auf den Vortrag über Bagamoyo. Foto: Angelika Knöpker

„Hand in Hand“ heißt ein Projekt, das Helga Rohden vor 19 Jahren ins Leben gerufen hat. Die ehemalige Leiterin der Marienschule unterstützt gemeinsam mit vielen Sponsoren Kinder der Mwambao-Schule im tansanischen Bagamoyo. Im voll besetzen Saal der Alten Mühle stellte die Dozentin der Volkshochschule am Donnerstagabend ihre engagierte Arbeit vor. Zwei oder drei Reisen in den Ferien nach Afrika sind für sie mittlerweile obligatorisch, um sich vor Ort über die Hilfe zu überzeugen.

„Bildung, Gesundheit und Ernährung sind die Hauptpfeiler“, sagt sie. Und so hat sie schon früh dafür gesorgt, dass die 800 Kinder – die meisten aus ärmlichen Verhältnissen – täglich eine warme Mahlzeit, das sogenannte „Porridge“ bekommen. Dafür hat sie noch zu Zeiten als Schulleiterin sogenannte Anteilsscheine verkauft.

Zusammenarbeit mit Schulleiter

Die Kinder stehen für Helga Rohden im Mittelpunkt, und so verzichtete sie in ihrem Vortrag bewusst auf die Beschreibung des Landes und der Natur der Stadt, die malerisch am Indischen Ozean liegt. Durch Schulleiter Mohamed Bangu erfährt sie bei ihren Besuchen, welche Hilfen notwendig sind. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Schulmaterialien und ein Umfeld, in dem das Lernen Spaß macht.

Kinder mit Behinderungen finden liebevolle Aufnahme in der „Handicaped Group“ mit Möglichkeiten zur Förderung und für Phasen zum Ausruhen, und zwar jahrgangsübergreifend. „Wir wollen Kindern eine Chance geben, die sonst keine haben“, lautet Helga Rohdens Credo.

Vorbereitung auf weiterführende Schulen

Höhepunkt des afrikanischen Schullebens sind die jährlichen Examensprüfungen zur Vorbereitung auf weiterführende Schulen in den sogenannten Lerncamps. Hier bleiben die Anwärterinnen und Anwärter vier Wochen lang Tag und Nacht. Allein 88 Schülerinnen und Schüler erwarben in diesem Jahr ihr Zertifikat.

Für junge Erwachsene ohne Abschluss bietet die Schule eine zweijährige berufliche Grundausbildung in den Standardberufen Schreiner und Näherin. Hier arbeitet sie eng mit Kooperationspartnern wie dem Weltladen zusammen, die Schals, Tücher und Dekoartikel verkaufen. Auch auf dem Ahlener Weihnachtsmarkt ist Helga Rohden am Wochenende des dritten Advents präsent. Das Geld benötigt sie für den Kauf neuer Materialien.

Einblick in den Alltag

Ein selbst gedrehtes halbstündiges Video gab den Zuhörerinnen und Zuhörern Einblick in den Alltag der Schule. „Die Kinder sind trotz aller Entbehrungen zufrieden“, zieht Helga Rohden Bilanz, ihre Disziplin sei ebenso bemerkenswert wie die Kreativität, mit der sie fehlendes Spielzeug kompensierten. In dem Beitrag kam auch ein junger Mann zu Wort, der blind geboren worden war. Er verdient mit dem Verkauf von Wassereis seinen Lebensunterhalt. „Man darf nicht hoffnungslos sein“, sagt er in dem bemerkenswerten Video.

Im nächsten Jahr soll das 20-jährige Bestehen der Schulpartnerschaft gefeiert und bis 2024 das Hauptgebäude saniert werden. Respekt zollte das Publikum Helga Rohden für ihr außergewöhnliches Engagement.

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