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Neuverkabelung der Therese-Münsterteicher-Gesamtschule läuft

Die „Kreidezeit“ ist – fast – vorbei

Ahlen

Die Digitalisierung der Ahlener Schulen schreitet weiter voran. Umfangreiche Arbeiten laufen derzeit auch in der künftigen Therese-Münsterteicher-Gesamtschule. Viele Kilometer Kabel werden dort verlegt.

Von Christian Wolff

Bürgermeister Dr. Alexander Berger begutachtet gemeinsam mit der Abordnung von Schulleitung, Gebäudemanagement und IT das künftige Herzstück des Netzwerks der Therese-Münsterteicher-Gesamtschule. Foto: Christian Wolff

Staub und laute Bohrgeräusche – oft lästige Begleiter an der Baustelle. Doch an den Ahlener Schulen werden sie in diesen Zeiten liebend gerne in Kauf genommen, schließlich bringen sie die aufwendig geplante Digitalisierung einen entscheidenden Schritt nach vorne. Zum Beispiel an der Städtischen Gesamtschule, der künftigen Therese-Münsterteicher-Schule an der Sedanstraße.

Bis 2024 sollen alle Schulen angebunden sein

„Das Tempo, das wir vorlegen ist schon beachtlich“, sagt Florian Schmeing, Leiter des Zentralen Gebäudemanagements der Stadt (ZGM). Denn angesichts der langen Vorarbeiten, der Überlastung vieler Handwerksbetriebe und der Verteuerung im Materialbereich sei Ahlen aktuell sehr gut unterwegs. Davon überzeugt sich auch Bürgermeister Dr. Alexander Berger am Dienstag bei einem Ortstermin. „Wir haben uns schon vor Jahren auf den Weg in die Digitalisierung unserer Schulen gemacht“, erinnert er. „Hier werden so einige Kilometer Kabel verlegt, verbunden mit ganz viel Arbeit im Hintergrund – und am Ende läuft alles wie von Geisterhand.“ Bis 2024 sollen alle Schulen der Wersestadt neu verkabelt und angebunden sein.

„Grundsätzlich muss man sich ein EDV-Netz wie eine Art Nervensystem eines Gebäudes vorstellen“, erläutert Schmeing. „Dazu sind Unmengen von Datenleitungen über die gesamten Gebäudekomplexe auf Knotenpunkte, in diesem Fall Netzwerkschränke, zu verteilen.“ Dabei diene das Netzwerk nicht ausschließlich der Versorgung mit W-LAN, vielmehr müssen auch alle fest angeschlossenen PCs sowie alle Haustechnikzentralen an das Netzwerk angebunden werden. Zusätzlich könnten die Strukturen auch zur Versorgung mit IP-Telefonen verwendet werden. Das Netzwerk müsse also viele Aufgaben erledigen und auch zukünftige Bandbreiten bedienen können.

Blick auf die Neuverkabelung in der Therese-Münsterteicher-Gesamtschule: Andreas Krätzig, Dr. Alexander Berger und Elisabeth Beier (v.l.) beim Ortstermin. Foto: Christian Wolff

In der ehemaligen Sekundarschule sind derzeit zwei von sieben Bauteilen fertig verkabelt – darunter das größte Bauteil „G“ mit allein 5000 Metern Netzwerkleitung, wie Andreas Krätzig beim Ortstermin berichtet. „Nach Vollausbau werden ca. zwölf Kilometer Netzwerkleitung, 400 Meter zusätzliche Lichtwellenleitungen, fünf neue Knotenpunkte in Netzwerkschränken, 800 Meter Kabelkanal sowie ca. 300 Netzwerkanschlüsse errichtet worden sein.“

Fabian Blech zeigt, wo demnächst ein Beamer angeschlossen wird. Foto: Christian Wolff

In den Klassen werden die Vorrichtungen für die Medientechnik – Beamer, „Apple“-TV und Lautsprecher – an ca. 80 Standorten gleich miteingerichtet. Für die Flächendeckende Versorgung mit W-LAN sind ca. 80 Accesspoints geplant, die über das Gebäude und die Außenbereiche verteilt werden.

Im Distanzunterricht viel Digitales ausprobiert

„Wir sind froh, wenn wir endlich damit arbeiten können“, bekennt Schulleiterin Elisabeth Beier, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Fabian Blech die vielen, teilweise kaum sichtbaren Details in Augenschein nimmt. „Wir haben während des Distanzunterrichts viele Möglichkeiten des digitalen Lernens, ganz unterschiedliche Funktionen und Apps, ausprobiert. Und wir waren immer etwas enttäuscht, wenn wir innerhalb der Schule wieder in der Kreidezeit gelandet waren“, so Beier. Ganz ohne Kreide werde es aber auch in Zukunft nicht gehen, denn die traditionellen Tafeln bleiben erhalten, aber die Verkabelung biete jetzt deutlich mehr als eine langersehnte Ergänzung. Neben der Vollausstattung mit Tablets seien bereits viele Fortbildungen absolviert worden, berichtet Fabian Blech.

Tobias Rensing nimmt Kernbohrungen vor. Foto: Christian Wolff

Derzeit sind ebenfalls die Planungen für den Komplettausbau der Overbergschule abgeschlossen, so dass in das Vergabeverfahren eingestiegen werden kann. Dort werden nach Vollausbau ca. sechs Kilometer Netzwerkleitung, 300 Meter zusätzliche Lichtwellenleitungen, vier neue Netzwerkschränke, 500 Meter Kabelkanal sowie ca. 150 Netzwerkanschlüsse errichtet sein. In den Klasse werden die Vorrichtungen für die Medientechnik an ca. 30 Standorten miterrichtet. Hinzu kommen ca. 50 Accesspoints für W-LAN.

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