Führungen durch Rathaus und Stadthalle

Die Schadstellen sind unübersehbar

Ahlen

Wie sieht´s im Rathaus und in der Stadthalle hinter den Kulissen aus? Dafür interessierten sich am Samstagvormittag insgesamt etwa 70 Bürgerinnen und Bürger, die sich von Mitar­beitern der Verwaltung und Stadthallen-Geschäftsführer Andreas Bockholt durch beide Gebäude in mehreren Kleingruppen zeitlich versetzt führen ließen.

Dierk Hartleb

In der Klimazentrale im 7. Obergeschoss ist nicht mehr alles prima. Auch hier ist Wasser eingedrungen, das die darunter liegenden Büros zum Teil unbenutzbar gemacht hat. Foto: Dierk Hartleb

Um 12 Uhr hatte es Karl Sorges vom Zentralen Gebäudemanagement (ZGM) der Stadt nur noch mit einer kleinen Gruppe von Besuchern zu tun, die einen Blick in die Innereien des Rathauses werfen wollten. Zuerst lenkte Sorges ihre Aufmerksamkeit auf die problematischen Stellen der Außenfassade, an der es vor allem die optisch reizvollen Überstände sind, die sich als besonders empfänglich für eindringendes Regenwasser zeigen. Sorges führte das auf mangelnde Dichtungsqualitäten der Profile zurück, die beim Bau nicht oder nicht ausreichend vulkanisiert worden seien. Schrägen und Vorsprünge in der Fassade seien allerdings immer pro­blematisch.

Danach ging‘s mit dem Fahrstuhl hoch in die 7. Etage, die schon seit Jahrzehnten wegen diverser Wassereinbrüche für den Publikumsverkehr gesperrt ist. Genutzt wird das 7. OG, das früher auch mal als Aufenthaltsraum fungierte, lediglich noch für Archivzecke und die Klimatechnik. Unübersehbar sind die Schadstellen an den Fensterläufen. Selbst in der Klimazentrale hat eindringendes Wasser Schäden verursacht, die allerdings unterhalb des Bodens liegen.

„Wo Wasser eindringt, sucht es sich seinen Weg“, stellte Sorges fest und zeigte den Teilnehmern der Führung Büros in der darunter liegenden Etage, in denen das Wasser der abgehängten Decke arg zugesetzt hat. Ein weiteres Thema waren die Säulen, die nach Auffassung von Sorges eine optimale Büroorganisation nicht zuließen, weil dadurch immer Raum verschenkt werde. Allerdings teilten nicht alle Teilnehmer die Schlussfolgerung, dass das bereits für einen Neubau spreche.

Karl Sorges

Auch auf der Sitzungsetage ist es immer wieder zu Wassereinbrüchen gekommen, wie Sorges ausführte, so dass das Stirnholzparkett mehrfach ausgebessert und ersetzt werde musste. Auch die vorgegebene Dreiecksstruktur lasse nur begrenzte bauliche Umbaumaßnamen zu.

Auf Einwände der Teilnehmer, dass Beispiele in Münster und Düsseldorf doch zeigten, dass Fassaden durchaus sanierbar seien, räumte Sorges ein, dass dies auch in Ahlen möglich wäre. Zu diesem Ergebnis sei auch die Firma Assmann bei ihrer Begutachtung gekommen. Er, Sorges, ziehe aber aus energetischen und Gründen der baulichen Unterhaltung eine Lochfassade vor.

Als positives Beispiel bezeichnete Sorges den Ratssaal, der noch gut funktioniere, aber auch in Teilen saniert werden müsste. Letzte Station war die Tiefgarage, wo es auch durch das Befahren des Rathausvorplatzes mit schweren Lkw, die Equipment für Veranstaltungen in der Stadthalle anliefern, zu Schäden gekommen ist.

In der Auffassung „Es muss etwas getan werden“ waren sich alle Teilnehmer einig. Aber das müsse nicht unbedingt einen Abriss bedeuten, wie die BMA-Vertreter Rolf Leismann, Martina Maury und Alfred Thiemann unterstrichen. Das sei auch das vorherrschende Meinungsbild am Würstchenstand gewesen.

In der Stadthalle konnte aufgrund des laufenden Umbaus zwischen zwei Schulentlassfeiern nur eine Führung stattfinden (Bericht folgt.)

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