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Stefan Deimann wird neuer Chef der Wirtschaftsförderung

Die Stadt als Organismus sehen

Ahlen

Aufsichtsrat und Gesellschafter sind nach den Worten von Timm Ostendorf überzeugt: „Das ist der Richtige.“ Der Vorsitzende von „Pro Ahlen“ stellte am Dienstag zusammen mit Bürgermeister Dr. Alexander Berger den künftigen Geschäftsführer der WFG vor: Stefan Deimann (57). Nicht nur von seiner beruflichen Qualifikation ist der gebürtige Oberhausener für neue Herausforderungen in Ahlen gewappnet.

Von Peter Harke

Bürgermeister Dr. Alexander Berger und Timm Ostendorf als Vorsitzender von „Pro Ahlen“ sind überzeugt, mit Stefan Deimann den richtigen Mann für die WFG gefunden zu haben. Interimsgeschäftsführer Udo Hinkelmann wird ihm bei der Einarbeitung zur Seite stehen (v.l.). Foto: Peter Harke

AhlenEr war 2012 Karnevalsprinz in Greven und ist dort auch aktives Mitglied im Bürgerschützenverein. Beste Voraussetzungen, um in der Wersestadt auch privat heimisch zu werden. Doch das habe er beim Vorstellungsgespräch gar nicht erwähnt, sagt Stefan Deimann schmunzelnd. „Begeistert“ hat der 57-Jährige das Auswahlgremium nach den Worten von Bürgermeister Dr. Alexander Berger denn auch vor allem mit seiner großen Erfahrung und fachlichen Expertise, mit seinem „Ideenreichtum für die Weiterentwicklung unseres Wirtschaftsstandortes“. Auch Timm Ostendorf als Vorsitzender von „Pro Ahlen“ zeigt sich überzeugt: „Das ist der Richtige.“

Am 1. Oktober soll Deimann also den Posten als Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen (WFG) antreten; in Greven, wo er zurzeit noch in gleicher Funktion tätig ist, hat er schon gekündigt. Udo Hinkelmann (67), erst vor fünf Wochen als Interimsnachfolger für den Ende dieses Monats ausscheidenden WFG-Chef Jörg Hakenesch vorgestellt, kann die aufgeschobene Wohnmobiltour mit seiner Frau nach Schottland nun vielleicht sogar noch in diesem Jahr nachholen. Er sei „zeitlich flexibel“ hatte er zwar seine Bereitschaft angedeutet, auch über die sechsmonatige Vertragslaufzeit hinaus zur Verfügung zu stehen. Doch das wird nicht nötig sein. Es habe dann doch „schneller geklappt als befürchtet“, mit Hilfe eines Personaldienstleisters die Suche nach einem neuen Geschäftsführer erfolgreich zum Abschluss zu bringen, freut sich Ostendorf.

Stefan Deimann

Mit den Worten „Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets“ stellte sich Deimann, 1965 in Oberhausen-Sterkrade geboren, am Dienstag im Gründer- und Dienstleistungszentrum der Presse vor. Nach dem Abitur und einer Lehre als Kfz-Mechaniker absolvierte er in einem Kinderheim in Wesel seinen Zivildienst, studierte anschließend Geografie. Die Überschrift seiner Diplomarbeit lautete: „Zur Standortwahl von Klein- und Mittelbetrieben im Kreis Wesel. Ein Beitrag zur Problematik von Wirtschaftsförderung und Standortwerbung.“ In dieses Themenfeld, so Deimann heute rückblickend, habe er sich also schon früh eingearbeitet. Auf die Theorie folgte die Praxis, bei Wirtschaftsförderungsgesellschaften in Viersen und Schwelm, wo er sich auch um das Stadtmarketing gekümmert und zahlreiche große Events organisiert habe.

Leidenschaftlicher Sammler von „Vespa“-Rollern

Für einige Jahre wechselte Deimann, der verheiratet und Vater von zwei 17 und 19 Jahre alten Kindern ist, dann in die freie Wirtschaft, war als Prokurist und Betriebsleiter für Personalmanagement und Marketing bei der Scooter Center GmbH in Bergheim zuständig, ei­nem führenden Händler für Motorrollerteile. Für ihn die perfekte Symbiose aus Job und Hobby, denn er ist leidenschaftlicher Sammler von Rollern, besitzt allein etwa 20 „Vespas“.

Seit 2009 ist Deimann Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Greven. Die hat ähnlich wie Ahlen in den letzten Jahrzehnten einen Strukturwandel vollzogen, von der „Textilstadt“ zu ei­nem wichtigen Standort der Logistikbranche, der von der Nähe zum Flughafen Münster-Osnabrück profitiert.

Nicht nur die geografische Lage von Ahlen an der Schnittstelle von Münsterland und Ruhrgebiet, sondern auch die Aufgaben, die hier auf ihn warten, finde er „spannend“, sagt Deimann. Denn insbesondere die produzierenden Unternehmen stünden vor großen Herausforderungen, bei deren Bewältigung er ihnen gerne helfen wolle. Dabei sei Wirtschaftsförderung mehr als die Vermarktung von Gewerbeflächen. „Ich sehe eine Stadt als Organismus“, so der designierte WFG-Chef. Netzwerke zu knüpfen, sei ganz wichtig. Da kann ein Background als Karnevalist und Schützenbruder sicher nicht schaden.

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