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Politisch-kulturelle Wochen der VHS führen nach Rumänien und Bulgarien

Die unbekannten Facetten Osteuropas

Ahlen

Mit den osteuropäischen Ländern Bulgarien und Rumänien beschäftigen sich in diesem Jahr die Politisch-kulturellen Wochen der Volkshochschule Ahlen.

Von und

Eine VHS-Studienreise nach Bulgarien steht unter dem Motto „Zwischen Orient und Okzident Foto: VHS/FBS

Die diesjährigen Politisch-kulturellen Wochen der Volkshochschule nehmen die gestiegene Zuwanderung von Menschen aus Bulgarien und Rumänien nach Ahlen zum Anlass, die beiden Länder zu betrachten und besser kennenzulernen. Tradition und Kultur sowie politische und wirtschaftliche Strukturen werden in unterschiedlichen Veranstaltungsformaten gemeinsam entdeckt, berichtet Nadine Köttendorf, Leiterin der VHS, in der Ankündigung.

Die osteuropäischen Länder Rumänien und Bulgarien sind seit 2007 Mitglieder in der Europäischen Union. Mit der EU-Mitgliedschaft Bulgariens ging eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung einher: Die Wirtschaft wächst seit einigen Jahren schneller als der EU-Durchschnitt.

Wichtige Herausforderungen bleiben für Bulgarien eine anhaltend negative demografische Entwicklung und Abwanderung, die Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität sowie von sozialer Ungleichheit und Armut, die Reform des Justizapparats, des Bildungs- und Gesundheitswesens und schließlich auch die Situation der Medien. Rumänien hat seit seinem EU-Beitritt einen wirtschaftlichen Sprung nach vorn gemacht. Der EU-Beitritt wird als positive Zäsur gesehen. Allerdings hat der zunehmende Wohlstand nicht alle Gesellschaftsschichten erfasst, was Rumänien auch zu einem Land der Gegensätze macht. Erstmals hat Rumänien 2019 erfolgreich die EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Eine wache Zivilgesellschaft – vor allem die (städtische) Mittelschicht - hat die EU im Blick und ist selbstbewusst in ihren Forderungen nach Professionalisierung der Behörden, gegen Korruption und Einschränkungen der justiziellen Unabhängigkeit. Rumänien ist mit dem deutschen Kulturraum verbunden, durch die deutsche Minderheit besteht eine gemeinsame Tradition, die das Interesse an Sprache und Kultur wachhält.

"Rumänien - Land jenseits der Wälder" von Ruth und Jürgen Haberhauer Foto: Haberhauer

Die Veranstaltungswochen der VHS in Zusammenarbeit mit vielen Kooperationspartnern finden in diesem Jahr nicht nur im Januar und Februar statt, sondern werden im Laufe des Jahres fortgeführt. Grund sind die aktuell zahlreichen Absagen oder Terminverschiebungen durch Veranstalter und Referenten. „Es ist uns jedoch wichtig, mögliche Veranstaltungen auch durchzuführen und nicht alle geplanten Angebote erneut abzusagen oder zu verschieben“, so Nadine Köttendorf. Die Politisch-kulturellen Wochen mussten coronabedingt bereits in den vergangenen beiden Jahren ausfallen. „Kultur- und Bildungsangebote sollten aus unserer Sicht nicht wieder vollständig eingestellt werden, wenn eine Durchführung mit einem guten Hygienekonzept und unter Beachtung der geltenden Coronaschutzmaßnahmen möglich ist“, erklärt die VHS-Leiterin.

Atemberaubende Landschaften

Die erste Terminverschiebung betrifft direkt den traditionellen Auftakt mit der Multivision in der Stadthalle in Kooperation mit den WN. Ruth und Jürgen Haberhauer zeigen „Rumänien – Das Land jenseits der Wälder“ nun voraussichtlich am 12. Mai und tauchen gemeinsam mit dem Publikum tief ein in die bewegte Geschichte und reiche Kultur des Landes. Seit über 13 Jahren bereisen die beiden Reisefotografen gemeinsam Rumänien, das Land, in dem Ruth ihre Kindheit verbrachte. Atemberaubende Landschaften im steten Wechsel mit beeindruckenden Sehenswürdigkeiten zeigen die Vielfältigkeit dieses Landes.

Am 25. Januar befassen sich die Literaturexperten des „Digitalen Literarischen Duetts“ der VHS, Lisa Voß-Loermann und Hendrik Heisterberg, mit dem Roman „Null Komma Irgendwas“ der rumänischen Autorin Lavinia Braniste. Im Buch geht es um eine junge Frau von heute, auf der Suche nach Liebe und Anerkennung. Bei dem „Literarischen Duett“, das als sogenannte „Hybridveranstaltung“ stattfindet, kann sowohl online als auch vor Ort in der VHS mitdiskutiert werden.

Die Geschichte der Roma und Sinti im Kontext europäischer Migrationspolitik stellt der Referent Manfred Kehr am 27. Januar in der VHS vor. In Europa leben knapp zwölf Millionen Sinti und Roma. In den meisten Ländern ist ihre Lage prekär, sie leben am Rande der Gesellschaft. Sie leiden unter einer Lebenswirklichkeit, die Armut befördert, unter Vorurteilen und Ressentiments.

In Kooperation mit dem „Cinema Ahlen“ werden zwei osteuropäische Filme gezeigt. Am 31. Januar präsentiert die VHS das bulgarisch-deutsche Drama „Western“. Regisseurin Valeska Grisebach übersetzt das Western-Szenario auf das moderne Bulgarien, wo eine Gruppe deutscher Bauarbeiter auf die Einheimischen trifft. Auch das VHS-Seniorenkino am 6. Februar widmet sich dem Thema der Politisch-kulturellen Wochen. Gezeigt wird der deutsch-bulgarische Film „Pelikanblut“ – ein Familiendrama über eine aufopferungsvolle Mutter.

Osteuropa: Bulgarien und Rumänien – Filmplakat Western Foto: Komplizen Film

Einen Kochkurs bietet Bettina Paus in der Familienbildungsstätte an. Am 2. Februar lernen Interessierte die Besonderheiten der bulgarischen und rumänischen Küche kennen. Die Traditionen dieser Küche zeigen sich in der Reihenfolge der Gänge, wird doch als Vorspeise üblicherweise eine erfrischende kalte Suppe (Tarator) oder ein Schopska-Salat aus Tomaten, Gurken, Paprika und Zwiebeln gereicht.

Auch der für Ende Januar geplante rumänische Abend „Bucurie – Freude. Mein buntes Land Rumänien“ muss auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Der rumänische Abend vermittelt neue und sicherlich bisher wenig bekannte Eindrücke aus Rumänien.

Eine Studienreise der VHS führt vom 10. bis 17. September nach Bulgarien. Unter der Leitung von Martina Bäcker geht es zu den kulturellen und landschaftlichen Höhepunkten Bulgariens zwischen Schwarzem Meer und Sofia. Bulgarien ist ein Land mit zahlreichen Unes­co- Weltkul­tur­­erbe­stätten, unter anderem stehen auf dem Programm Nesebar, die historische Halbinsel, das weltberühmte Rila-Kloster und die thrakische Grabstätte von Kazanlak.

Osteuropa: Bulgarien und Rumänien – Filmplakat Pelikanblut Foto: DCM

Abschließender Höhepunkt der Politisch-kulturellen Wochen wird das große Rumänien-Buffet im Restaurant der Stadthalle sein. Die „kulinarische Reise“ wird voraussichtlich am 22. Mai stattfinden.

Weitere Infos, alle Termine, und Veranstaltungen im Überblick sind auf der Homepage der VHS zu finden.

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