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Kunstaktion im Geisthövel 2.0

Die Wände warten noch auf viele Werke

Ahlen

Das Lied „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht“ bildete nicht nur den musikalischen Auftakt zur Vernissage im Geishövel 2.0, sondern auch das Motto zu der Ausstellung, die sich mit dem Krieg in der Ukraine beschäftigt.

Von Dierk Hartleb

Pater Hermann-Josef Schwerbrock (M.) stellte die „Aktion Benjamin“ ausführlich vor. Foto: Dierk Hartleb

An den Wänden in der Upkammer im Geisthövel 2.0 ist noch Platz für Kunst. Zur Vernissage am Freitagabend wurden zwar einige Kunstwerke mitgebracht, aber es ist noch Luft nach oben, wie Hausherr Hartmut Rogalla in seiner Begrüßung bemerkte. Die ukrainische Künstlerin Tatiana brachte eine Arbeit auf einer Holztafel mit und Jürgen Henke stellte ein Gedicht vor, das er zum Angriffskrieg Putins auf die Ukraine geschrieben hat.

Die ersten Akzente setzten aber Frank Meierhenrich und Martin Birker, die mit dem Lied „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht“ von Reinhard Mey den musikalischen Auftakt bestritten. Diesen Song aus dem Jahr 1986, der 2020 in einem Musikvideo neu aufgenommen worden war, hatte Hartmut Rogalla als Ausgangspunkt für die Kunstaktion gewählt. Ihn beschäftige die derzeitige politische Situation sehr, sagte er und bekannte, dass er seine Kinder nicht in den Krieg ziehen lassen würde. so wie es Reinhard Mey in seiner Ballade besingt.

Die andere Seite des Kriegs beleuchteten Jürgen Henke in seinem Gedicht, das Bezug auf das Lied „Sag mir, wo die Blumen sind“ von Peter Seeger nahm und Tatiana, die schilderte, wie sehr ihr die Malerei Kraft gebe, die traumatischen Kriegserfahrungen zu verarbeiten.

Kunstschaffende können sich beteiligen

Bis zum 27. Mai sind alle Kunstschaffenden aufgerufen, sich an der Ausstellung mit dem Titel „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht“ zu beteiligen. Die Kunstform ist dabei offen. Die Werke sind in der Zwischenzeit bereits zu sehen so wie die Arbeit von Manfred Brückner, der das Bildformat frei gewählt hat.

Martin Birker und Frank Meierhenrich sangen. Foto: Dierk Hartleb

Bei der Finissage sollen die Werke verkauft werden. Der Erlös ist für die „Aktion Benjamin“ bestimmt, die 1992 vom damaligen Chefarzt der der Kinderklinik, Dr. Gothard Friedrich, ins Leben gerufen worden war, und die bis heute von Pater Hermann-Josef Schwerbrock und Krankenhausärzten weitergeführt wird. Behandelt werden Kinder mit schweren Verletzungen, die in ihren Heimatländern nicht medizinisch versorgt werden können.

Das Duo Meierhenrich und Birker hatte noch weitere Lieder vorbereitet, darunter auch das bekannte Antikriegslied „Es ist an der Zeit“ von Hannes Wader.

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