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Zeugnisse in der 5b der Overbergschule

Dieses erste Schuljahr schweißt zusammen

Ahlen

Zum Zeugnis gab‘s auch gleich ein anerkennendes Corona-Zertifikat. Für ein außergewöhnliches Schuljahr, das auch das erste gemeinsame der 21 Schülerinnen und Schüler in der neuen 5b der Ahlener Overbergschule war.

Von Ulrich Gösmannund

Zeit für Zeugnisse, auch wenn viel Unterricht nur auf Distanz oder im Wechsel lief: Annika Rode (l.) und Anne-Marie Schäfer legen noch ein Corona-Zertifikat drauf, weil alle ihr Bestes gaben. Foto: Ulrich Gösmann

Was für ein erstes gemeinsames Schuljahr, das nicht mal ein ganzes war. Elf Wochen auf Distanz, sechs Wochen im Wechsel. Zeugnisse gab‘s vor dem Start in die Sommerferien trotzdem – am Freitag in der 5b der Overbergschule. Und weil alle in einem Ausnahmeschuljahr ihr Bestes gegeben haben, ein Corona-Zertifikat noch dazu. „Ein Herzens-Zertifikat“, wie Klassenlehrerin Anne-Marie Schäfer anmerkte, um dann allen Mädchen und Jungen schöne Ferien zu wünschen.

Co-Klassenlehrerin Annika Rode könnte ihre eigene Geschichte erzählen. Sie stieß erst im Laufe des ersten Halbjahres dazu. Da lief der Distanzunterricht bereits. Ihre 21 Schülerinnen und Schüler lernte sie über den Bildschirm kennen.

Das erste Schuljahr in neuer Gemeinschaft hatte bereits mit erkennbaren Defiziten begonnen. Folge des Unterrichtsausfalls in den Grundschulen. „Das hat man total gemerkt. Die Kinder wussten nicht, wo unten und oben ist“, sagt Anne-Marie Schäfer. Als Struktur gerade wieder dagewesen sei, schwappte die zweite Welle in den Neuanfang. Wieder brach Kontinuität weg. Und die dritte Welle legte gleich nach. Annika Rode hat das Datum sofort parat: der 14. Dezember. Vorher seien alle in einem Crashkurs noch schnell flott gemacht worden, um über IServ digital in Kontakt zu bleiben. Fünftklässler schrieben plötzlich ihre ersten Mails. Viele hatten nur ihr kleines Smartphone. „Videokonferenzen waren die Highlights. Das hat man richtig gesehen“, lässt Annika Rode wissen. Das soziale Miteinander, sich zu sehen und sich zu hören, habe das aber nicht ersetzen können.

Der Flur wird zum Zeugnisbüro. Annika Rode gibt persönliche Worte mit auf den Weg in die Ferien. Foto:

Bei vielem Negativen: „Einige Schüler sind im Distanzunterricht über sich hinaus gewachsen“, bilanziert Anne-Marie Schäfer. Folge individueller Betreuung. Einige seien dadurch selbstständiger geworden, merkt Annika Rode an. Und so endet am Freitag ein Schuljahr, in dem die Bewertungskriterien an das Ausnahmejahr angepasst werden mussten. „Fachlich wurde ganz viel verpasst“, sagt Anne-Marie Schäfer. Durch ganz viel Anstrengung von allen Seiten sei aber Großartiges geleistet worden. Ein Dank auch an die Eltern, die stets zur Stelle gewesen seien und ganz viel Vertrauen gezeigt hätten.

Und jetzt ins Sauerland und an die See

Ein besonderes Jahr endet in der dritten Stunde mit einer besonderen Zeugnisübergabe. Ein Tisch macht den Flur zum Zeugnisbüro. Annika Rode gibt ihren Sprösslingen in Einzelgesprächen noch Persönliches mit auf den Weg, ehe es in die Sommerferien geht. Die Lust auf schulfreie Wochen scheint geblieben. Schließlich ist einiges geplant, auch wenn die ganz große Reise nicht dabei ist. Lena zieht‘s mit Katze an die See. Desten freut sich auf zwei Wochen Köln. Sein Cousin will ihm die Stadt zeigen. Danach wird Ahlen entdeckt. Nick reicht ein Wort, um in Ferienstimmung zu kommen: Pool! Der stehe im Garten. Samantha fiebert „Haus Papagei“ im Sauerland entgegen. Ihre Erzählungen lassen vermuten, nicht zum ersten Mal dort Quartier zu beziehen. Yousuf erwartet seinen Cousin aus Schweden, der mit der Familie anreist.

Für Anne-Marie Schäfer geht zum zweiten Mal in Folge Madagaskar baden. Schade sei‘s, lasse sich aber nicht ändern. Neues Ziel, nachdem auch die Korfu-Reise platzte: Balkonien.

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