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Ukraine-Hotline 5 97 43

Dolmetscher bieten ihre Hilfe an

Ahlen

Dolmetscher melden sich, Wohnungsanbieter und auch eine Hebamme: Die Ukraine-Hotline der Stadt Ahlen will nicht stillstehen. Die Hilfsbereitschaft der Bürger ist groß – und größer, als erwartet.

Von Ulrich Gösmann

Simon Büscher ist im Wechsel Ansprechpartner unter der Ukraine-Hotline. Foto: Ulrich Gösmann

Anrufe im Fünf-Minuten-Takt: Die Ukraine-Hotline der Stadt Ahlen glüht seit ihrer Freischaltung vor knapp einer Woche, ohne abzukühlen. Bürger bieten unter der Nummer 5 97 43 ihre Hilfe an – sei es mit Wohnraum, mit ehrenamtlichem Engagement oder mit Sprache. Ja, auch Dolmetscher sind dabei.

„Dass es so viele sind. . .“ Stellvertretender Ehrenamtsbeauftragter Simon Büscher hatte Feedback erwartet, aber nicht in diesem Ausmaß. Der Teamleiter Leitstelle „Älter werden in Ahlen“ notiert im Wechsel mit seiner Kollegin Anne Althaus Kontaktdaten derer, deren Hilfe in Kürze wichtig sein könnte. Anne Althaus hält am Mittwoch die Stellung – und lässt fernmündlich wissen: „Das Telefon glüht seit Donnerstag fast durchgehend. Ich bin dabei sehr beeindruckt von der Hilfsbereitschaft der Menschen.“ Hier ein Überblick:

120 Wohnplätze im angeboten

Wohnungsangebote: Sie haben sich seit vergangenem Freitag noch einmal verdoppelt und liegen aktuell bei rund 120 Wohnplätzen. Die meisten kommen von privat. Es sind aber auch Institutionen dabei – und sogar Firmen. „Die überlegen, ob sie was freiräumen sollen“, sagt Simon Büscher. Das sei ein erstes Signal, aber noch nichts Festes.

Simon Büscher

Mitarbeiter der Gruppe 5.4 Soziales / Wohnen und Asyl sind bereits im Außendienst, um sich Wohnungen anzuschauen. Viele wären um die Begleichung der Nebenkosten dankbar, andere setzen ihr Mietangebot unter dem Normalpreis an. Allen bescheinigt Büscher Solidarität und Hilfsbereitschaft.

Patenschaften für Alltagshilfen

Von dem angebotenen Wohnraum wurden bis Mittwochvormittag noch keine Plätze in Anspruch genommen. Die Flüchtlinge, die am Sonntag in drei Bussen vor der ehemaligen Mammutschule vorfuhren, sind inzwischen in kommunale Unterkünfte in den Nachbarstädten untergekommen. Ukrainer, die jetzt zur Stunde in Ahlen Quartier gefunden hätten, seien über private Kontakte gekommen, mutmaßt Simon Büscher.

Ehrenamt: Über die Ukraine-Hotline melden sich Bürgerinnen und Bürger, die sich einfach nur mit ihrer Bereitschaft melden, helfen zu wollen, ohne konkret zu werden. Ob beim Essen verteilen, beim Einkauf oder in der Kinderbetreuung. Unter ihnen auch Dolmetscher, die die ukrainische und russische Sprache sprechen.

Unterstützungsanfragen: Simon Büscher ist bei denen, die über privaten Kontakt bereits Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet direkt bei sich aufgenommen haben. „Sie müssen in den nächsten Tagen wieder arbeiten und fragen an, ob wir sie unterstützen können“, erklärt der 29-Jährige – und ist bei den Ehrenamtlichen der Corona-Nachbarschaftshilfe, die jetzt aktiviert werden. Auf ein Rundschreiben am Dienstagnachmittag hätten sich gleich vier gemeldet. Büscher: „Es zeigt, dass es funktioniert. Sehr beachtlich.“

Patenschaften: Bürger melden sich als Alltagshelfer – auch für Behördengänge.

Geldspenden statt Sachspenden

Unter den Anrufern ist auch eine Hebamme, die ihre Unterstützung für Schwangere und Säuglinge anbietet.

Sachspenden: Simon Büscher winkt ab: „Geldspenden helfen besser.“ Die Zahl der Anrufer ist vergleichsweise gering. Matratzen seien angeboten worden, Malsachen und auch Medikamente.

Falsch verbunden: Das sind Anrufer, die Auskunft zu ersten behördlichen Schritten einholen wollen. Ihnen empfiehlt Simon Büscher eine Kontaktaufnahme mit dem Kreis Warendorf – am einfachsten über das Online-Formular.

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