Novum im Kreis Warendorf

Doppelspitze für SPD vorteilhaft

Ahlen

Vor einem Jahr hat der SPD Ortsverein Nord-West-Vorhelm mit Andrea Jaunich und Thomas Kozler die gleichberechtigte Doppelspitze eingeführt. Damit ist der Ortsverein Teil eines Modellprojekts, dass der SPD Bundesparteitag am 4. März 2018 beschlossen hatte. Wie hat das im ersten Jahr funktioniert? Die beiden Vorsitzenden zogen eine Zwischenbilanz.

Ralf Steinhorst

Ein Jahr als Doppelspitze aktiv: Andrea Jaunich und Thomas Kozler (v. l.) finden, dass bei ihnen die Chemie sehr gut stimmt. Foto: Ralf Steinhorst

„Wir sind die erste SPD-Doppelspitze im Kreis Warendorf“, zeigt sich Andrea Jaunich über den Pioniergeist begeistert. Diese Begeisterung herrschte im Ortsverein in der Einführungsphase nicht bei allen. Denn im Juni 2018 traf sich der damalige Vorstand des Ortsvereins zu einer Wochenendtagung, um das Thema Doppelspitze zu diskutieren. „Die Teilnehmer konnten sich das da noch nicht vorstellen“, blickt Thomas Kozler zurück, der schon im Jahr 2013 die Idee hatte, die Spitze breiter aufzustellen. Die Überzeugung des Vorsitzenden Thomas Kozler fand auf der Tagung am Ende dann doch einstimmig Zustimmung.

Auf der Mitgliederversammlung am 30. August 2018 gab es dann keine große Diskussion mehr, die Doppelspitze wurde eingeführt. Auf die Frage, wie die bisherigen Erfahrungen sind, antwortet Andrea Jaunich direkt: „Bisher nur Gute – natürlich muss man da teamfähig sein“. Man müsse darauf Lust haben, wenn man vom anderen genervt sei, funktioniere das nicht. „Frauen und Männer bringen schon Unterschiede mit“, stellt Thomas Kozler fest, dass sich beide sehr gut ergänzen. Die Stärken des jeweils anderen? Die liegen bei Andrea Jaunich in der Kommunikation und Organisation, bei Thomas Kozler in Umsetzung und Überzeugung.

In der Praxis hat sich die Doppelspitze als Vorteil erwiesen. Jetzt können auch Vorstandssitzungen stattfinden, auch wenn einer der beiden verhindert ist. Zudem können diese im Team besser vorbereitet werden. „Bei der Arbeitsaufteilung können auch Frauen besser Politik machen“, ergänzt die dreifache Mutter Andrea Jaunich: „Ich hätte sonst nicht unbedingt für einen Vorsitz kandidiert.“ Dass gegenseitiges Vertrauen notwendig ist, da sind sich beide einig. Ob eine Doppelspitze in der Bundes-SPD, wie auch angedacht, funktionieren würde, da sind sich beide sicher. Die Grünen machen es schließlich vor.

Für ihren Ortsverein sehen sich die beiden Vorsitzenden auf einem guten Weg. Das Ziel, sich in den Quartieren besser aufzustellen, ist auf einem guten Weg. Mit den Lebensmittelmärkten Dahlhoff und „Rewe“ Meier im Westen und dem „Edeka“-Markt Kemper in Vorhelm habe man gute Standorte für Info-Stände gefunden. Im Norden werde noch ein passender gesucht. Wichtige Voraussetzungen für den kommenden Kommunalwahlkampf. Auch im Stadtgebiet habe die SPD mit dem Bürgerdiskussionsformat „Ahlen gemeinsam neu denken!“ einen richtigen Schritt getan und hofft so, sich zur Kommunalwahl von der immer im Hintergrund schwebenden Bundespolitik lokal stark herausheben zu können. Der nächste Termin ist am 31. August zum Thema Wirtschaft. Das soll auch Menschen animieren, sich politisch einzubringen. „Jetzt ist der richtige Moment, kommunalpolitisch einzusteigen“, wirbt deshalb Thomas Kozler.

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