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Konzert in der Stadtgalerie

Duo Bergerac lässt Welten verschmelzen

Ahlen

Mit einem spannenden Stilmix begeisterte das Duo Bergerac bei ihrem Gitarrenkonzert in der Stadtgalerie. Immer wieder ließen sie die Grenzen zwischen verschiedenen Musikwelten verschwimmen.

Von Martin Feldhaus

Gerd Buller (l.), Ruben Timman (2.v.r.) und Birgit Zöller (r.) freuten sich über das Gitarrenkonzert des Duos Bergerac (rundes Foto). Foto: Martin Feldhaus

Ein musikalisches Plädoyer gegen das Schubladendenken bot am Freitag das Duo Bergerac, welches im Rahmen des „Museums der Menschheit“ in der Stadtgalerie auftrat. Karin Scholz und Peter Ernst brauchten nichts weiter als ihre Gitarren, um musikalische Welten miteinander verschmelzen zu lassen.

„Wir freuen uns, neben der Kunst im Bild auch der musikalischen Kunst eine Bühne zu bieten“, hatte Gerd Buller, einer der Vorsitzenden des Kunstvereins, zu Beginn betont. Und die ihnen eröffnete Bühne füllte das Duo Bergerac, das auf dem ganzen Globus konzertiert, locker aus, immer im Bemühen, den interkulturellen Austausch in der Musik hervortreten zu lassen.

Von der Renaissance bis in die Gegenwart

„Komponisten lassen sich häufig von ausländischen Musikstilen beeinflussen“, verdeutlichte Ernst zu Beginn des Konzertes. Beispiele hierfür lieferte das Gitarrenduo, indem es Werke aus vier Jahrhunderten spielte und den musikalischen Bogen von der Renaissance bis in die Gegenwart spannte. So vielfältig wie die im Ahlener Stadtbild mittlerweile fest verankerten Porträts des „Museums der Menschheit“ von Ruben Timman waren auch die Töne, die die Gitarristen in der Stadtgalerie erklingen ließen.

Zum Beispiel Sonaten von Domenico Scarlatti aus dem 17. Jahrhundert. Klar, typische italienische zeitgenössische Musik, mochte da einer denken. Doch weit gefehlt. Denn neben den erwarteten Klängen ertönten auch spanische Rhythmen und formten einen spannenden und inspirierenden Stilmix.

Verschiedene Welten miteinander verbinden, das konnte auch César Franck, einer der bedeutendsten französischen Komponisten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. „Er verbindet die Ernsthaftigkeit Johann Sebastian Bachs mit seiner französischen Leichtigkeit“, betonte das Gitarrenduo. Was das heißt, verdeutlichten die Gitarrenklänge eindrucksvoll und schlugen dabei gleich auch die Brücke zwischen zwei verschiedenen Instrumenten, indem sie Orgelstücke mit einer Gitarre aufführten.

Publikum spendete tosenden Applaus

Vielfalt der Stile und Klänge: Ein Motiv, das sich bis zum Ende der Darbietung mit „Fusion Tune“ des Kasseler Komponisten Michael Nicolas Walter durchzog. Die Komposition passt ebenfalls in keine musikalische Schublade. Das gleiche galt für den legendären Dave Brubeck, der in den 1950er-Jahren Aufsehen erregte, als er die für eindeutig konturiert gehaltenen Grenzen zwischen Klassik und Jazz etwa in „Blue Rondo a La Turk“ verschwimmen ließ.

Die faszinierende Darbietung prämierten die zahlreichen Zuschauer mit langanhaltendem, tosendem Applaus. Begeistert zeigte sich auch Ruben Timman, der sich beim Duo Bergerac mit dem offiziellen Ausstellungskatalog des Museums der Menschheit „Crown of Creation“ bedankte. Die Verbindung zwischen der Musik und dem Museum der Menschheit? „Das ist das Museum der Menschheit“, konstatierte Timman und verwies auf die menschliche Kreativität und Schaffenskraft, die in der Musik ihren Ausdruck finde. Dinge, die der holländische Dokumentarfotograf in allen Menschen sieht, die er porträtiert.

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