1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. Durch alle Höhen und Tiefen

  8. >

100 Jahre Evangelischer Posaunenchor

Durch alle Höhen und Tiefen

Ahlen

Auf eine 100-jährige bewegte Geschichte blickt der Evangelische Posaunenchor zurück. Das Jubiläum wird am 23. Oktober gefeiert.

Von Ralf Steinhorst

Der Evangelische Posaunenchor heute. Er feiert das Goldjubiläum mit einer Mischung aus Festgottesdienst und Festkonzert in der Paul-Gerhardt-Kirche. Foto: Ralf Steinhorst/privat

Im Jahr 1922 wurde der Evangelische Posaunenchor gegründet, auf stolze 100 Jahre blickt er also jetzt zurück. Das soll am 23. Oktober (Sonntag) um 17 Uhr mit einer Mischung aus Festgottesdienst und Festkonzert in der Paul-Gerhardt-Kirche unter der Leitung von Pfarrer Martin Frost gefeiert werden.

Der damalige Rektor der Diesterwegschule, Friedrich Menke, war 1922 maßgeblich an der Gründung des Posaunenchors beteiligt, dessen erster Leiter hieß Thiele. Einer der ersten großen Auftritte war die Einweihung der Neustadtkirche am 4. Juli 1926, ab dem Zeitpunkt hielten die Posaunisten dort ihre Proben ab. Im Dritten Reich unterlag der Chor erheblichen Beschränkungen, am Schluss des Zweiten Weltkriegs musste er praktisch aufgelöst werden.

Kurrendeblasen am Heiligen Abend

Ein Schicksal, mit dem sich Pfarrer Hankel nach Kriegsende nicht zufrieden gab, er rief den Chor wieder ins Leben. Bald entstand die die bis heute währende Tradition des Kurrendeblasens am Heiligen Abend. Im Jahr 1951 wurde Diakon Heller zusammen mit Pfarrer Jürgen Kratzenstein und einem Herrn Bährenpohl neuer Leiter. Die Bläsergruppe begleitete die Entwicklung der Evangelischen Gemeinde immer mit und umrahmte die Grundsteinlegungen der Christuskirche 1954 sowie der Pauluskirche 1956.

Der Evangelische Posaunenchor im Jahr 1972 mit doppelter Stärke wie heute. Damals feierte er sein Goldjubiläum. Foto: privat

Ab September 1956 hatte dann Wilfried Hochstrate die Leitung. Spielten bis zu diesem Jahr ausnahmslos männliche Musiker im Chor, änderte sich das mit der Aufnahme von Waltraud Stürzbecher und Edith Busse. Sie waren deutschlandweit überhaupt die ersten Posaunistinnen, die in jenem Jahr in einem Posaunenchor aktiv waren. Nur ein Jahr später, 1957, wurde dem gerade erst 17-jährigen Arno Leuthardt die Leitung übertragen. Eine Ära wurde dann 1964 mit dessen Bruder Reinhold Leuthard eingeleitet, der den Chor für 21 Jahre bis 1987 leitete. 1966 wurde unter der musikalischen Mitwirkung der Bläser die Paul-Gerhardt-Kirche eingeweiht, seit Anfang der 1970er Jahre finden dort die Proben statt.

1972 hatte der Chor mit 15 Mitgliedern und zehn Jungbläsern eine beachtliche Größe erreicht, heute zählt die Musikergemeinschaft zehn Bläser.

1987 legte Reinhold Leuthardt die Leitung nieder, blieb dem Ensemble aber bis heute treu. Stephan Senftleben und Hannelore Fritsche übernahmen zwischen 1987 und 2001. Allerdings nahm die Zahl der Bläser immer mehr ab, um eine Auflösung zu verhindern, erfolgte 2001 ein Zusammenschluss mit dem Posaunenchor Sendenhorst.

Im Jahr 2008 waren die Posaunisten (links unten) anlässlich des Deutschen Evangelischen Posaunentags Teil des weltweit größten Posaunenchors mit 16000 Bläsern im Leipziger Zentralstadion. Foto: privat

2003 erfolgte dann die Rückkehr von Arno Leuthardt als Leiter, der Chor erholte sich mit dann 17 Mitgliedern. Der plötzliche Tod von Arno Leuthardt erschütterte 2008 die Bläsergruppe, mit dessen Sohn Rolf Leuthardt als Leiter wurde der Fortbestand aber bis heute gesichert. Einen Höhepunkt erlebten die Bläser, als sie zum Deutschen Evangelischen Posaunentag 2008 in Leipzig Teil des größten Posaunenchors waren, der den Mitwirkenden einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde brachte.

Seit Anfang des Jahres bereitet sich die Gruppe auf den Jubiläumsgottesdienst vor, die Coronapandemie hatte zuvor alle Vorbereitungen verhindert. Umso mehr freut Rolf Leuthardt sich schon auf den 23. Oktober: „Wir haben Melodien ausgesucht, die wir schön finden.“

Startseite