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Erika Venne im Ruhestand

Ein „ausgeglichenes Gemüt“

Ahlen

Das Schönste in ihrem Arbeitsleben? „Kinder beim gesunden Aufwachsen begleiten zu dürfen und vertrauensvolle Ansprechpartnerin für Eltern zu sein“, sagt Erika Venne. Die Leiterin der Kita Beumers Wiese geht jetzt in den Ruhestand.

Ein kleiner Kreis bei der offiziellen Verabschiedung (v.l.): André Deppe, Erika Venne, Dr. Alexander Berger und Manuela Koscielny. Foto: Stadt Ahlen

Mit einem guten Gefühl legt Erika Venne die Leitung der städtischen Kita Beumers Wiese in die Hände ihrer Nachfolgerin. Nach 16 Jahren als Einrichtungsleiterin tritt die Pädagogin in dieser Woche in den Ruhestand. „Ich habe mich hier immer wohlgefühlt“, versicherte sie Bürgermeister Dr. Alexander Berger, als dieser zur Verabschiedung in kleinstem Kreise eine Stippvisite in der Kita machte und Erika Venne für ihre Arbeit dankte. Wobei „immer“ mit einer kleinen Einschränkung versehen werden muss. 2014 brannte ein Teil der Kita nieder. Ein großer Schock für alle Kinder, Eltern und Beschäftigten.

„Aber auch eine Chance, die ich gerne genutzt habe“, wendet Erika Venne im Rückblick das Schicksal ins Positive. Beim Wiederaufbau an der Neugestaltung mitwirken zu dürfen, sei eine der schönsten Erinnerungen an ihre Dienstzeit bei der Stadt Ahlen, die 1977 mit dem Anerkennungsjahr in der Erzieherinnenausbildung begann.

27 Jahre in der Kita Milchzahn

Es folgten nach der Ausbildung 27 Jahre in der Kita Milchzahn, bevor sie 2005 in die noch junge Einrichtung Beumers Wiese im Ahlener Norden wechselte. Seit zwei Jahren teilte sich Erika Venne die Leitung mit Manuela Kosczielny, die jetzt die Leitung in alleiniger Verantwortung übernimmt.

Unter Erika Vennes Regie arbeitete die Einrichtung intensiv an der Profilbildung. So wurde die Kita zum „Haus der kleinen Forscher“, in dem schon die Jüngsten auf spielerische Weise naturwissenschaftliche Phänomene kennenlernen. Nicht nur für den Kopf, auch für die körperliche Fitness macht sich die Kita stark. Als anerkannter „Bewegungskindergarten“ hat der Landessportbund die Kita zertifiziert.

Erika Venne

Das Schönste war für Erika Venne jedoch stets die verantwortungsvolle und sensible Arbeit, Kinder beim gesunden Aufwachsen begleiten zu dürfen und vertrauensvolle Ansprechpartnerin für Eltern zu sein.

Mit dem Kindergarten wie er vor fast einem halben Jahrhundert war, hat das Leben in den Kitas heute nicht mehr viel zu tun, so die scheidenden Leiterin. „Die Eltern wundern sich manchmal, wenn ihre Kinder sich hier mit Freude an Regeln halten.“ Doch nicht nur die Erziehungsstile seien andere. Auch das Familienbild habe sich grundlegend gewandelt. „Berufstätige oder alleinerziehende Mütter waren die Ausnahme, als ich angefangen habe.“ Was jedoch damals wie heute für die Arbeit mit Kindern gleichermaßen unverzichtbar sei: die große Portion Geduld, ohne die nichts gehe.

Eine Ära endet

Bürgermeister Berger hob das „ausgeglichene Gemüt“ der langjährigen Leiterin hervor. Mit ihrem Ausscheiden ende eine ganze Ära. Der für die Kindertagesbetreuung im Jugendamt zuständige Gruppenleiter André Deppe lobte Erika Vennes Entschlusskraft. „Sie gab immer Raum für Diskussionen, wenn aber etwas entschieden war, dann wurde das auch so umgesetzt.“ Nachfolgerin Manuela Koscielny sieht sich in der Tradition Erika Vennes. „Sie hat den Kindergarten zu dem gemacht, was er heute ist. Es ist schön, ihn zu übernehmen und in diesem Sinne weiterzumachen.“

Mehr freie Zeit zu haben, freut Erika Venne sehr. Die abklingende Pandemie erlaube es wieder, Reisepläne zu schmieden. Aber auch zu Hause warte noch genug Arbeit. Am schönsten findet sie es, „dass der Wecker nicht mehr um halb sechs klingelt“.

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