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Sportarchiv eröffnet sein Museum in der Bodelschwinghschule

Ein Exponat ist die beste Eintrittskarte

Ahlen

Nach dem Start im Wersestadion und dem Umzug in die Bodelschwinghschule hat das Ahlener Sportarchiv mit der Eröffnung seines eigenen Museums einen weiteren Meilenstein erreicht.

Von Christian Wolff

Wimpel und Mini-Fußball von Sparta Prag: Ein Exponat mit Bezug zu Ahlen, aber auch mit einem ganz persönlichen Bezug zu Dieter Massin (r.) behaftet ist, überreichte Bürgermeister Dr. Alexander Berger zur Eröffnung. Foto: Christian Wolff

Wer das Sportmuseum in der Bodelschwinghschule besuchen möchte, muss kein Geld bezahlen. „Die beste Eintrittskarte ist ein altes Foto oder ein Exponat für unsere Sammlung“, sagt Mitinitiator Dieter Massin. Von daher hatte es Vorbildcharakter, als Bürgermeister Dr. Alexander Berger am Samstagvormittag zur kleinen Eröffnungsrunde ein besonderes Objekt überreichte.

Mit dem Wimpel von Sparta Prag und dem dazugehörigen Ball, die auf einen jahrzehntealten sportlichen Besuch aus der Tschechoslowakei zurückzuführen sind, traf das Stadtoberhaupt nicht nur die Intention der Archivare, sondern auch einen ganz persönlichen Lebensbezug Dieter Massins: „Ich bin bis zu meinem vierten Lebensjahr in Prag aufgewachsen“, erzählte er. Und sein Vater, der selbst aktiver Fußballer war, habe damals einen Lieblingsverein gehabt. „Das war eben dieser – Sparta Prag.“

Blick ins Sportmuseum. Foto: Christian Wolff

Bilder, Plakate, technisches Equipment, Zeitungsartikel und Protokollbücher: Die Palette an Relikten vergangener Sporterfolge (auch Misserfolge werden nicht ausgeklammert) ist riesig und wächst weiter. Jedes einzelne Stück, das inzwischen sorgsam sortiert oder präsentiert in Regalen, Vitrinen und an den Wänden zu finden ist, kann eine Geschichte erzählen. „Vieles ist mit Emotionen behaftet“, so Massin. Doch genau das sei es, was neben der trockenen Geschichte den Reiz dieser Aufarbeitung ausmache. „Wenn wir jedes kleinste Teil zählen, haben wir inzwischen über 10 000 Exponate hier. Dabei repräsentieren wir 29 verschiedene Sportarten, die alle mal in Ahlen heimisch waren oder bis heute sind.“ 23 davon seien allein im Museumsbereich wiederzufinden. „In den Räumen hier steckt viel Herzblut drin. Wir stehen für den Sport und haben dieses Ergebnis sehnsüchtig erwartet.“ Es sei ein Beweis dafür, was man als Ehrenamtler alles bewegen kann. Lob und Anerkennung zollte Dieter Massin in diesem Punkt dem gesamten Team, wobei Anne Ronig und Werner Fechner bei der internen Runde nicht anwesend sein konnten. Eine größere Eröffnung soll jedoch zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Eine Bilderwand empfängt die Besucher. Foto: Christian Wolff

Das Sportarchiv unter dem Dach des Stadtsportverbands mit seinem angegliederten Ausstellungsraum und einem neugestalteten Flur voller Ehrentafeln sei einmalig im Münsterland und der Region, wusste Dieter Massin zu berichten. Ein echtes Alleinstellungsmerkmal auf Dauer. Ideen und Anregungen haben sich die Akteure unter anderem in Stendal geholt, wo es bereits ein Sportmuseum gibt. In Kürze werde eine Einrichtung in Norden besucht. „Ich hoffe, dass unser Werk genau so eine Strahlkraft erhält, wie es Ahlen verdient hat.“

Protokollbücher – Dokumente der sportlichen Zeitgeschichte. Foto: Christian Wolff

Davon ist Bürgermeister Berger jedenfalls überzeugt. Er hofft, dass auch möglichst viele Schulklassen den Weg zur Warendorfer Straße finden. „Kinder staunen, was hier schon alles sportlich auf die Beine gestellt wurde. Der beste Integrationshelfer ist der Sport.“

Das Sportmuseum zeigt‘s: Auf diesem Sektor war und ist ganz schön was los in Ahlen . . . Foto: Christian Wolff

Anerkennung und Grüße im Namen des Sportausschusses sowie stellvertretend für Kulturabteilung und Kämmerei überbrachte Rolf Leismann (BMA), der sich persönlich für den Umzug vom Wersestadion ins neue Domizil eingesetzt hatte. „Hier haben wir etwas geschaffen, das Ahlen positiv nach außen tragen kann“, sagte er- ASG-Vertreterin Doris Toppmöller überbrachte gleich die frohe Botschaft, dass auch das von ihr geführte Archiv bald den Weg in die Sammelstelle in der Bodelschwinghschule finden werde.

Besucher regelmäßig willkommen

Am Mittwoch, 8. September, sind Sportarchiv und Museum von 17 bis 19 Uhr erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich. Das ist ein Sondertermin. Anschließend soll die Einrichtung immer am ersten Mittwoch im Monat geöffnet sein – oder eben nach vorheriger Vereinbarung.

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