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Henning Schmidtke beim Kultursommer

Ein Kabarettist auf Ego-Trip

Ahlen

Ein Pointen-Feuerwerk zündete der Kabarettist Henning Schmidtke jetzt bei seinem Auftritt im Rahmen der „Kultursommer"-Reihe des Bürgerzentrums Schuhfabrik.

Von Dierk Hartleb

Auch ein sanfter Regen vermochte die gute Laune der Besucher nicht zu trüben. Feuerte Pointen im Stakkato: Henning Schmidtke. Foto: Dierk Hartleb

Es dauerte ein paar Momente, bevor sich das Publikum am Samstagabend beim Büz-Kultursommer auf den verbalen Frontalangriff Henning Schmidtkes eingestellt hatte. Keine hochtrabenden Wortspiele. Im Gegenteil: Nur keinen Kalauer auslassen, gab der Kabarettist als Devise aus, wenn er seiner Hausschlange einen Lobgesang widmete, die unter Bulimie leidet.

Der so harmlos-seriös ausschauende 51-Jährige feuerte seine Scherze im Stakkato ab, was die Besucherinnen und Besucher in die Verlegenheit stürzte, ob sie noch über das vorangegangene Wortspiel oder die nachfolgende Pointe lachen sollten. Schmidtke schaltete einen Gang zurück, schließlich geht es in seinem aktuellen Programm „Egoland“ um den Egoisten, der in uns allen steckt. Wenn es auch nicht immer der Fahrer in schwarzen Karossen sein muss, der lichthupend über die Autobahn brettert, als gäbe es kein Morgen und sich wie ein typischer Egomane gebärdet.

Diverse weibliche Bekanntschaften

In seinem umfangreichen Setzkasten für Nickeligkeiten fanden sich auch Ikonen des Wirtschaftslebens wie Ikea, McDonalds und Co, die ihre Kunden dazu gebracht haben, sich selbst zum Deppen zu machen, in dem sie Möbel zusammenschrauben oder das gebrauchte Plastikgeschirr selbst abräumen.

Einen beträchtlichen Teil seiner Aufmerksamkeit widmete der vielseitige Künstler, der das Publikum zwischenzeitlich mit einer verrappten Version von Goethes „Erlkönig“ jubeln ließ, diversen weiblichen Bekanntschaften, ob sie nun Vanessa, Monika, Christiane oder Tanja heißen. Die Sottisen über den ewigen Kampf der Geschlechter ließen allerdings die Treffsicherheit vermissen, die andere Programmpassagen auszeichneten.

Henning Schmidtke Foto: Dierk Hartleb

Der Schlussspurt war wieder ganz Schmidtke-like, indem er selbsterkennend das eigene Ego in höchsten Tönen pries und dabei nicht vergaß, das hohe Lied auf den Schlosser Giancarlo anzustimmen. Auch das Publikum, das Kulturfachbereichsleiter Christoph Wessels anfangs begrüßt hatte, bewies Stehvermögen, indem es dem zwischenzeitlich einsetzenden sanften Regen einfach die kalte Schulter zeigte.

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