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Ein langer Gang für den Frieden

100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer protestieren gegen russischen Angriffskrieg

Ahlen

100 Demonstrierende zogen in einem Gang für den Frieden vom Glückauf- zum Gebrüder-Kerkmann-Platz. Dort berichtete eine geflüchtete junge Frau von Gräueltaten.

Von Dierk Hartleb

Rita Pöppinghaus-Voss, stellvertretende Bürgermeisterin, gehörte auch zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Friedensgangs, der am Samstag auf dem Glückaufplatz begann. Foto: privat

Ein weiteres deutliches Zeichen der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine haben am Samstag die 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Gangs für den Frieden im Ahlener Osten gesetzt. Der völkerrechtswidrige, verbrecherische Krieg gehe bereits in die siebte Woche, erklärte Benedikt Ruhmöller als Sprecher des Bündnisses für den Frieden: Seit dem 26. Februar habe das Bündnis mehr als ein halbes dutzend Mal Flagge gezeigt.

Seinen Aufruf für Frieden, Freiheit und Solidarität verband Benedikt Ruhmöller mit der Botschaft „Nein zu allen Kriegen in der Welt!“ Serhat Ulusoy forderte als stellvertretender Bürgermeister die Solidarität aller Demokraten ein.

Für ein umgehendes Embargo

Dem Friedensgang, ausgehend vom Glückaufplatz, schlossen sich auch mehrere Gruppen an, die für ein umgehendes Embargo von Erdöl, Gas und Kohle aus Russland und eine sofortige Energiewende eintreten. Begleitet von der Polizei bewegte sich der Demonstrationszug über den Hansaplatz und die Rottmannstraße zum Gebrüder-Kerkmann-Platz. Nach einer Ehrenrunde wurde die Parkanlage mit der Gedenkstätte für die NSU-Opfer angesteuert. Dort erwarteten die Demonstrierenden ein musikalisches Programm und die erschütternde Rede einer jungen Ukrainerin.

Mötte Gerullis und Axel Ronig spielten Friedenslieder. Foto: privat

Nachdenklichkeit erzeugte Frank Meierhenrich mit dem bekanntesten Anti-Kriegslied „Es ist an der Zeit“ von Hannes Wader. Danach stimmten Thomas „Mötte“ Gerullis und Axel Ronig weitere Friedenslieder an, darunter eine frühe deutsches Fassung des bekannten Liedes „Sag mir, wo die Blumen sind“.

Mit der sehr persönlichen Schilderung ihrer Flucht aus Kiew, Irpin und schließlich aus ihrem Heimatland löste Tatiana bei ihren Zuhörerinnen und Zuhörern große Betroffenheit aus. Die 32-Jährige, die mit ihrem Sohn über Warschau nach Berlin kam, warf den russischen Soldaten massive Verbrechen an Zivilisten vor, Frauen seien vergewaltigt und aufgehängt worden. „Warum nur?“ fragte die Geflüchtete in Richtung Russland.

Tatiana (l.) schilderte ihre Fluchterlebnisse und Evgenia übersetzte. Foto: privat

Evgenia, ukrainische Deutschlehrerin, die mit einer größeren Gruppe ukrainischer Frauen und Kindern in Dolberg Aufnahme gefunden hat, übersetzte konsekutiv. Abschließend überreichte Maria Kessing, Sprecherin des Bündnisses für den Frieden, allen Akteurinnen und Akteuren nach ukrainischem Brauch ein rotes Osterei.

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