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Erweiterungsbau der Fritz-Winter-Gesamtschule ab März in Betrieb

Ein Refugium zum Einleben

Ahlen

Für ein Viertel der Fritz-Winter-Gesamtschüler läuft der Unterricht ab März in einem Neubau. Das schafft spürbare Entlastung an Ahlens größter Schule. Die Baukosten liegen bei knapp fünf Millionen Euro.

Hausmeister Klaus Watermann Foto: Ulrich Gösmann

Der Rohbau-Rundgang entlockt Claudia Wilmer ein befreiendes Luftholen. Ab März acht neue Klassenräume, dazu ebenso viele Differenzierungsräume: „Im Altbau sind wir sehr zusammengeengt. Bis auf den letzten Raum“, lässt die Leiterin der Fritz-Winter-Gesamtschule am Montag wissen. Stellvertreter Jan Mähr sieht für die Jahrgangsstufen fünf und sechs einen eigenen Bereich geschaffen. Ja, ein Refugium sei‘s, um langsam in dieser riesigen Schule mit ihren 1450 Schülern anzukommen.

„Alle Wünsche sind erfüllt“, lässt Claudia Wilmer freudestrahlend wissen. „Bis auf den zeitlichen Punkt. Auch bei uns funkte Corona ein bisschen dazwischen.“ Wodurch die avisierte Inbetriebnahme zum Halbjahreswechsel Ende Januar nicht ganz habe gehalten werden können. Doch das ist am Ende nur eine Randnotiz. Ebenso wie die zu erwartende Bausumme, die ZGM-Mitarbeiterin Nina Muermans bei knapp fünf Millionen Euro sieht. Beim Spatenstich im Mai 2021 waren 4,55 Millionen Euro angesetzt worden. In die Verteuerung seien ergänzende Akustikmaßnahmen eingeflossen, mit denen speziell auf hörgeschädigte Kinder reagiert werde, konkretisiert Nina Muermans. Das Landes-Förderprogramm „Gute Schule 2020“ beteiligt sich mit 2,9 Millionen Euro an der Maßnahme.

Schulleiterin Claudia Wilmer

Inklusion ist auch bei der Gesamtarchitektur ein großes Thema. Alle Räume sind barrierefrei auf einer Ebene angeordnet und schließen sich windmühlenartig zu einer Runde. An jeden Klassenraum (60 Quadratmeter) dockt ein Differenzierungsraum (20 Quadratmeter) an. Das ermöglicht Kleingruppenarbeit und individuelle Förderung. Der blanke Beton der Wände bleibt sichtbar und soll sich durch den Austrocknungsprozess im Laufe des nächsten Jahres noch verändern. Fabian Tampe, beratender Ingenieur des Büros Pohlkamp und Osthues, sieht einen reizvollen Sichtbeton-Eiche-Kontrast mit den Fensterrahmen und betont den hohen Energiestandard des Neubaukomplexes. Farbige Fliesen vereinfachen die Orientierung in den jeweiligen Klassenräumen und den Schließfächern auf dem Flur. Für ein regelrechtes Farbfeuerwerk stehen 360 Stühle bereit, die mit Konzept in die Klassen verteilt werden. Dreieckige Tische ermöglichen schnelle Veränderungen etwa für kleingruppenorientiertes Arbeiten. Technisch sind die Räume mit Apple-TV, Beamer und Leinwand auf aktuellem technischem Stand. „Eine kleine Klapptafel wird es aber auch geben“, merkt Claudia Wilmer schmunzelnd an. Für den Fall eines Stromausfalls greife man dann auch mal wieder zur Kreide.

Großflächige Verglasung setzt auf natürliches Licht, das auch über den 100 Quadratmeter großen Innenhof in den Rundumlauf des Flures strahlt. Hier laden demnächst Sitzecke und Begrünung zum Verweilen ein. Und zum schnellen Luftholen zwischen den Stunden.

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