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Isabel Nolte begeistert beim Kultursommer-Konzert

Eine Beckumerin räumt in Ahlen ab

Ahlen

Die Stimme, die Texte, die Performance – es gibt jede Menge guter Gründe, Isabel Nolte live auf der Bühne zu erleben. Am Freitag mischte sie das Kultursommer-Publikum auf.

Von Dierk Hartleb

Isabel Nolte überzeugte am Freitagabend mit starker Stimme, Texten und ihrer Präsenz. Sie liebt den Umgang mit der Sprache. Foto: Dierk Hartleb

Wow! Was für eine Stimme, was für eine Präsenz auf der Bühne, was für eine Ausstrahlung. Isabel Nolte hielt beim Büz-Kultursommer am Freitagabend, was die enthusiastischen Ankündigungen versprochen hatten.

„Angst frisst die Seele nicht auf“

Die dunklen Wolken über der Open-Air-Bühne an der Schuhfabrik waren schnell vergessen, nachdem die Liedermacherin ihre ersten Songs abgeliefert hatte. „Angst frisst die Seele nicht auf“ heißt einer dieser Songs, mit denen sie ihr Publikum auf das Konzert einstimmte. Das hing ihr seit den ersten Akkorden an den Lippe und bejubelt jede Darbietung. An ihrer Seite Fabian Schulz, in der Musikerszene als Sänger, Gitarrist, Schlagzeuger, Songwriter und Produzent selbst ein Schwergewicht. Schulz, der 2017 das Jubiläumsalbum für die Band „Fury in the Slaughterhouse“ produzierte, agierte an Isabel Noltes Seite im Hintergrund als unauffälliger, professioneller Begleiter, und überließ der rotlockigen Sängerin die Bühne.

In den Pausen zwischen den Liedern gewährte die Sängerin, die kurz vor ihrem 30. Geburtstag mit einem Abschluss als Psychologin aus den Niederlanden zu ihren Eltern nach Beckum zurückkehrte, Einblicke in ihr Leben. Ein ständiger Begleiter auf der Suche nach dem Sinn des Lebens ist die Sehnsucht nach der großen Liebe. Und wenn es die nicht sein kann, zumindest nach Zärtlichkeit und Geborgenheit.

Fabian Schulz: ein großartiger musikalischer Begleiter Foto: ierk Hartleb

Entsprechend frei, frech und unverblümt kommen ihre Texte daher, die durch ihre Fantasie, Melancholie oder ihren originellen Witz bestechen. Da wird auch schon mal ein Wilhelm Busch und sein Zitatenschatz zur Anregung für einen Song wie „Es ist ein alter Brauch von alters her, wer Sorgen hat, hat auch Likör“.

Isabel Nolte liebt den Umgang mit der Sprache. Ihre großen Vorbilder sind nicht zufällig Bob Dylan und Annett Louisan. Wer bei der Suche, was sich auf Äthiopien reimen könnte und dabei auf Pistazien kommt, der pflegt ein inniges Verhältnis zur deutschen Sprache, offenbart ein inniges Verhältnis dazu. Und manchmal sind ihre Texte einfach ergreifend, wenn sie singt: „Uns bleibt nur diese eine Nacht – das Schicksal hat mich wieder ausgelacht“.

„Dein ist mein ganzes Herz“

Nur mit Mühe hielt es das Publikum auf den Stühlen, das gern getanzt hätte und sich auf Klatschen beschränken musste. Alle Dämme brachen aber bei dem Lied „Dein ist mein ganzes Herz“, mit dem Heinz-Rudolf Kunze in den 1980er Jahren einen seiner größte Erfolge gelandet hatte. Isabel Nolte performte den Erfolgstitel mit einer solchen Ausdruckskraft, die den Zuhörerinnen und Zuhörern schier den Atem raubte. Es hätte noch stundenlang weitergehen können.

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