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Arbeiten an der Renaturierung machen sichtbare Fortschritte

Eine Insel liegt im neuen Werselauf

Ahlen

Die Werse erhält im Innenstadtbereich wieder einen naturnahen Verlauf. Inzwischen machen der zweite und dritte Bauabschnitt sichtbare Fortschritte.

Von Christian Wolff

André Hackelbusch und Kristina Becker von der Unteren Wasserbehörde sowie Hans Schäfer vom Wasser- und Bodenverband, Verbandsvorsteher Wilhelm Lönne, Robert Reminghorst als stellvertretender Leiter der Ahlener Umweltbetriebe und Grünflächen-Gruppenleiter Jörg Pieconkowski (v.l.) nahmen beim Ortstermin die Fortschritte der Werse-Renaturierung in Augenschein. Foto: Christian Wolff

„Alles im Fluss“ – so könnten die Arbeiten an und in der innerstädtischen Werse betitelt werden. Die Renaturierung, die das Gewässer wieder in ein natürliches Umfeld bettet, macht sichtbare Fortschritte. Inzwischen läuft der dritte Bauabschnitt, während der zweite noch nicht vollends abgeschlossen ist.

Die Kosten beider Bauabschnitte belaufen sich auf rund 400 000 Euro, die vom Land Nordrhein-Westfalen zu 80 Prozent getragen werden. „Den Restanteil trägt die Stadt Ahlen“, so Stadtsprecher Frank Merschhaus. Ausgeführt werden die Bauarbeiten von der Tiefbaufirma Lodenkemper.

Stadtpark mit einbezogen

Los ging es bereits vor einigen Monaten im Bereich der Bergehalden, danach rückten zwischen dem Berliner Park und dem Wersestadion die Baumaschinen an (wir berichteten). „Wir sehen schon jetzt, dass diese Maßnahmen erheblich dazu beigetragen haben, einen attraktiven Stadtbereich zu schaffen“, sagt André Hackelbusch, Leiter des Amtes für Umweltschutz beim Kreis Warendorf, am Mittwochmorgen beim Ortstermin. Das bestätigt auch Jörg Pieconkowski als Grünflächenleiter. „Wir haben hier ein blaues Band, das sich durch die Stadt schlängelt.“ Dass dabei auch der neugestaltete Stadtpark mit einbezogen wird, sei ein charmanter Nebeneffekt.

Der Uferverlauf wird noch zu Bögen modelliert Foto: Christian Wolff

So gut wie fertiggestellt ist eine weitere Retentionsfläche zwischen Wersestadion und der Siedlung an der Humboldtstraße. Im Vorjahr war an dieser Stelle noch eine Wiese. Nach starkem Niederschlag kann hier nun zusätzlich Wasser aufgenommen werden. Wie viel genau hereinpasst, kann Hans Schäfer, Techniker des Wasser- und Bodenverbandes, noch nicht sagen. „Das wird derzeit noch aufgemessen. Ich gehe aber davon aus, dass es 800 bis 1000 Kubikmeter sein werden“, so der Fachmann. Das sei ausreichend, um im Ernstfall die Keller der Gebäude im Unterlauf der Werse vor einer Überflutung zu bewahren. Dass die Renaturierung sinnvoll ist, habe sich bereits zwei- bis dreimal in diesem Winter gezeigt, als die wechselfeuchten Areale unter Wasser standen.

Die Retentionsfläche an der Humboldtstraße. Foto: Christian Wolff

„Der Boden wird noch umgeschichtet und Totholz im Randbereich eingearbeitet“, sagt Hans Schäfer mit Blick auf die Abraumhügel, die vom Uferrand aufragen. Damit das Wasser in Bögen fließen kann, was auch für eine deutlich reduzierte Fließgeschwindigkeit sorgt, muss der schnurgerade Kanal weiter zurückgebaut werden. Schon 3500 Kubikmeter Schotter sind aus dem bis dato künstlichen Flussbett gebaggert worden. Sie kommen allerdings nicht auf die Halde, sondern werden zur Uferbefestigung gleich wiederverwendet. Schlusspunkt wird dann die Wiederherstellung des Fuß- und Radweges sein, der am nördlichen Ufer verläuft.

Rückzugsraum für Flora und Fauna

Zwei „Durchstiche“ in rund 150 Meter Entfernung teilen den früheren Deichbereich. Eine Hainbuchenhecke, ursprünglich ein Ufergewächs, steht dadurch nun auf einer geschützten Insel. „Gerade die ist für Tiere und Pflanzen hochinteressant, weil sie einen geschützten Bereich bildet, wo sie sich ohne Zugriff des Menschen entwickeln können“, erklärt Hans Schäfer. Was sich auf der neuen Insel ansiedeln wird, überlassen die Planer weitgehend der Natur. „So soll es ja auch sein.“

Die aktuellen Maßnahmen sollen voraussichtlich Ende März / Anfang April abgeschlossen sein.

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