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Mechtild Frisch in den Ruhestand verabschiedet

Eine Lebensgemeinschaft auf Zeit

Ahlen

15 Jahre hat sie als Schulleiterin am St.-Michael-Gymnasium gewirkt: Am Donnerstag wurde Mechtild Frisch in den Ruhestand verabschiedet.

Von Ralf Steinhorst

Mechtild Frisch (Mitte) nahm von Dr. William Middendorf und Regina Jacobs (rechts) vom Bischöflichen Generalvikariat ihre Entlassungsurkunde entgegen. Foto: Ralf Steinhorst

Schulleiterin Mechtild Frisch vom Gymnasium St. Michael geht mit den Sommerferien in den Ruhestand. Die Schulgemeinschaft sowie weitere Gäste verabschiedeten sie am Donnerstagmorgen in der Aula.

„Ist dir aufgefallen, dass sich viele berühmte Leute 2021 aus der Öffentlichkeit zurückziehen?“, bemerkte die stellvertretende Schulleiterin Dr. Susanne Terveer gegenüber ihrem Lehrerkollegen Christian Gerbracht. Und alle nach 15 Jahren wie Angela Merkel und Jogi Löw. Zufall? Bei den Zahlenspielen setzte Dr. William Middendorf vom Bischöflichen Generalvikariat, der auch die Entlassungsurkunde überreichte, einen drauf: „Es waren bis auf einen Tag 40 Dienstjahre.“

Herausforderndes Schulleiterinnenleben

Dass das Schulleiterinnenleben herausfordernd ist, parodierten die Lehrerinnen Monika Becker, Sigrun Frenz und Beate Vollmert. Sie zeigten eine schlafende Mechtild Frisch, die in Alpträumen an Lockdowns, Hybridunterricht und Testungen dachte.

Lob für die scheidende Schulleiterin gab es von vielen Seiten. Die Schulpflegschaftsvorsitzende Kirsten Fischer war nicht allein, als sie das stets offene Ohr der Oberstudiendirektorin pries. Dass diese persönlich jeden Schüler zumindest mit Namen kannte, darüber wunderten sich die Schülersprecher Pauline Schepers und Lars Pollmeier. Die gute Balance zwischen klaren Ansagen und Vertrauen in die Mitarbeitenden schätzte Mitarbeitervertreter Joachim Schmidt.

Dr. Susanne Terveer und Christian Gerbracht moderierten humorvoll die Verabschiedung von Mechtild Frisch. Foto: Ralf Steinhorst

„Sie haben mindestens die Hälfte von uns eingestellt“, machte Alex Hille mit Hendrik Reinke von der Fachschaft Religion auf die vielen Jahre in der Schulleitung aufmerksam. Wie es nach dem Abschied an der Schule weitergeht? O-Töne aus der Schülerschaft machten wenig Hoffnung: „Dann geht hier sicher einiges schief“.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger würdigte, dass die Schulleiterin dafür gesorgt habe, dass das Gymnasium als ein nicht mehr wegzudenkender Anker in Ahlen gilt. Meinolf Thiemann, Schulleiter des Städtischen Gymnasiums, lobte die gute Zusammenarbeit in der Kooperationsgemeinschaft mit seiner Kollegin: „Sie verstehen Bildung als Entwicklung der ganzen Persönlichkeit.“

In der Coronapandemie kann eine Schulleiterin schon mal von Albträumen verfolgt werden: Sigrun Frenz, Beate Vollmert und Monika Becker (v.l.). Foto: Ralf Steinhorst

Was ist der Unterschied zwischen Jogi Löw und Mechtild Frisch? Gerd Buller vom Ehemaligenverein, der zusammen mit Markus Grube vom Förderverein ein Grußwort sprach, war sich da im Sinne des Kunstturnens sicher: „Ein guter Abgang ziert die Übung – da hast du Jogi übertroffen.“ „Vor allem im letzten Jahr hast du die Schulleiter-AG der bischöflichen Schulen mit deinen Beiträgen vorangebracht“, erklärte deren Vorsitzender Klaus Schepp.

Die Fachschaft Sport machte auf ihre Challenge aufmerksam. Foto: Ralf Steinhorst

Sportlich wurde es mit der Fachschaft Sport, die verschiedene Sportarten in der Aula präsentierte. Die Schulgemeinde hatte bei einer Challenge in den letzten vier Wochen auf unterschiedliche Art 41 500 Kilometer zurückgelegt, war also einmal um die Welt „gereist“ und hatte so 10 500 Euro für zwei Straßenkinderprojekte in Brasilien gesammelt – auch unter Beteiligung von Mechtild Frisch.

Dr. Susanne Terveer ließ die Schulleiterjahre von Mechtild Frisch Revue passieren, geprägt war die Zeit durch lange Bautätigkeiten, aber auch vom Ausbau der Digitalisierung. Der Aufbau der Flüchtlingsklasse im Jahr 2015 sei eine Herzensangelegenheit gewesen.

Mit Freude zur Schule

Mechtild Frisch zeigte sich ob der Laudationes sichtlich gerührt: „Da muss man wohl 50 Prozent Übertreibungsfaktor abziehen.“ Sie sei jeden Tag mit Freude zur Schule gekommen, ihre Aufgabe sei die Weiterentwicklung gewesen: „Schule ist eine Lebensgemeinschaft auf Zeit – für mich waren es 15 gute Jahre.“

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