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WFG-Geschäftsführer im Rat vorgestellt

Einig in der Sorge um Zukunft der Innenstadt

Ahlen

Ein kommissarischer und ein designierter Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen (WFG) stellten sich am Dienstag im Rat vor. Beiden machen die vielen Leerstände in der Stadt Sorge.

Von Peter Harke

Blumen überreichte Bürgermeister Dr. Alexander Berger dem kommissarischen WFG-Geschäftsführer Udo Hinkelmann (r.) und Foto: Peter Harke

Eine besondere Wiedersehensfreude empfand Udo Hinkelmann am Dienstagnachmittag beim Betreten des Ratssaals. Es erfülle ihn mit Stolz, sagte der Interimsgeschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen (WFG), dass hier noch immer das Mobiliar in Gebrauch sei, mit dem die Firma „Comforto“, bei der er seinerzeit am Anfang seiner beruflichen Laufbahn tätig war, vor 45 Jahren den neuen Verwaltungssitz ausgestattet hatte. „Die Stühle haben länger gehalten als das Rathaus“, stellte der 67-Jährige augenzwinkernd fest.

Udo Hinkelmann

Die Aufgabe bei der WFG, die auch für ihn noch einmal ein neues Betätigungsfeld sei, habe er als „Ahlener Junge“ sehr gerne übernommen, so Hinkelmann. „Es macht Spaß, die Mannschaft ist hochmotiviert.“ Im Wesentlichen gehe es ihm darum, die von dem in Kürze ausscheidenden Geschäftsführer Jörg Hakenesch begonnenen Projekte fortzuführen, bis dessen endgültiger Nachfolger Stefan Deimann dann im Oktober das Ruder übernimmt. Dazu gehörten die Vermarktung von Gewerbeflächen wie die Planung von Stadtfest, Pöttkesmarkt und anderen Veranstaltungen. Kürzlich habe er auch ein Gespräch mit der Kaufmannschaft geführt. Fazit: Es müssten dringend Konzepte zur Belebung der Innenstadt entwickelt werden, denn die aktuelle Leerstandsquote sei „erschreckend“.

Stefan Deimann

Hinkelmanns Analyse und Sorge teilt auch Stefan Deimann. Als er nach dem Jobangebot aus Ahlen im Winter zum ersten Mal mit seiner Frau hier durch die Fußgängerzone spaziert sei, habe er gedacht „Meine Güte. . .“. Der 57-jährige Diplom-Geograf wiederholte seine Aussage im Pressegespräch kurz vor der Ratssitzung: „Die Einkaufsstadt der Achtziger, wie wir sie kennen, ist Geschichte.“ Hier werde sich in den nächsten Jahren ein grundlegender Wandel vollziehen. Deimann nannte Stichworte wie „Urban Manufacturing“ oder „Smart City“, räumte aber ein, ein Patentrezept zur Rettung der Innenstädte habe er auch nicht. Jedenfalls müsse man in Zukunft die Themen Ar­beiten und Wohnen viel stärker „zusammen denken“.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger überreichte nach der kleinen Vorstellungsrunde beiden Herren einen Blumenstrauß. Ausdrücklich dankte er noch einmal Udo Hinkelmann dafür, dass er eingesprungen sei, um eine drohende Vakanz an der Spitze der WFG abzuwenden.

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