Förderverein Haus Siekmann startet Programm in Sendenhorst

Ende der kulturellen Durststrecke

Sendenhorst

Die coronabedingte lange kulturelle Durststrecke im Haus Siekmann soll vorbei sein. Der Förderverein hat ein Programm vorgelegt, das Anfang Juli startet. Zum Auftakt gibt es ein Konzert, bei dem der Tango im Mittelpunkt steht. Weitere Veranstaltungen sind ebenfalls terminiert.

Von Josef Thesing

Mit einer Hommage an Astor Piazolla soll das neue Programm des Fördervereins Haus Siekmann am 3. Juli starten. Der Verein will nach der langen Corona-Pause auch die Sommerferien nutzen. Foto: Förderverein Haus Siekmann

Die kulturelle Durststrecke war lang. Jene, die nach dem Total-Lockdown mal wieder ein Konzert oder eine „richtige“ Kunstausstellung erlebt haben wissen das, meint Jürgen Krass, Vorsitzender und Organisator des Fördervereins Haus Siekmann. „Die Menschen wollen dringend Kultur erleben, und das nicht nur im Netz.“ Ihm selbst sei das beim Besuch der Macke-Ausstellung im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster erneut bewusst geworden.

Das Haus Siekmann hat natürlich nicht einen solchen Stellenwert, aber es bietet kulturelle Vielfalt vor Ort – in normalen Zeiten. Das letzte Konzert hat dort am 9. Oktober 2020 stattgefunden. „Seitdem durften wir nichts mehr machen“, erzählt Krass.

Jürgen Krass

Das soll sich bald ändern, berichtet Krass – obwohl natürlich auch er nicht weiß, wie sich Corona in den kommenden Monaten weiterentwickelt. Der Förderverein hat für die nächste Saison ein Programm erarbeitet, dass es in sich hat. Stünde nun in normalen Jahren bald die kulturelle Sommerpause an, legt der Förderverein los. „Wir sind wild entschlossen“, meint Krass. „Wir wollen einfach mal wieder starten.“

Und zwar im Sommer, auch, weil die Erwartungen ans Wetter dann besser sind. Denn die Veranstaltungen sollen – soweit möglich und notwendig – im Garten stattfinden. Der neue Anbau dient dann als Bühne.

Los geht es am 3. Juli (Samstag) um 19 Uhr. „Tango – Hommage a Piazolla“ heißt es dann. Präsentiert werden soll „ein leidenschaftlicher Abend mit dem ,Tango Nuevo’“.

Astor Piazzolla und der „Tango Nuevo“

Astor Piazzolla habe den Duft aus den Bars von Buenos Aires in die Welt getragen, seinen „Tango Nuevo“ kreiert und salonfähig gemacht. „Zum 100. Geburtstag von Piazzolla haben die deutsche Cellistin Felicitas Stephan und die Akkordeonistin Heidi Luosujärvi aus Finnland ein faszinierendes Programm zusammengestellt“, erklärt Jürgen Krass. Dabei sei ihm erstmal selbst richtig bewusst geworden, dass der Tango auch in Finnland eine besondere Tradition habe.

Astor Piazzolla, in der Provinz Buenos Aires als Sohn italienischer Eltern geboren, sei der Vater des „Tango Nuevo“. Der „König des Tangos“ wäre am 11. März diesen Jahres 100 Jahre alt geworden. Die Musik von Piazzolla fand Eingang in die Klassik, den Jazz, die Popmusik und die Folklore. Mit seinem „Tango Nuevo“ schuf er eine eigene Form des kammermusikalischen Tangos.

Felicitas Stephan und Heidi Luosujärvi zeigen Leidenschaft

„Felicitas Stephan und Heidi Luosujärvi sind in der Klassik zu Hause, aber mit einer Seele, die die Leidenschaft des Tangos in sich spürt“, heißt es in der Konzertankündigung. Als Solistinnen konzertieren beide seit vielen Jahren sehr erfolgreich und sind auf allen europäischen Bühnen zu Hause. Als Duo eine sie die große Hingabe an die Musik des Tangos.

Mit ihrer Hommage an Astor Piazzolla präsentieren die beiden Künstlerinnen ihrem Publikum alle Variationen des argentinischen „Tango Nuevo“. „Die bezaubernden Kantilenen des Cellos treten in einen vollendeten musikalischen Dialog mit den virtuosen Klängen des Akkordeons“, so der Förderverein. Da erklingen das „Café 1930“ und die „Milonga del Angel“ mit erfrischender Kreativität und Spielfreude sowie emotionalen Melodien: Intensiver könne diese Musik nicht sein.

Suite Populaire“ des spanischen Komponisten Manuel de Falla

In der ersten Hälfte des Programms wird auch die „Suite Populaire“ des spanischen Komponisten Manuel de Falla zu hören sein. In seinem bekanntesten Werk hat de Falla ein musikalisches Gemälde der Landschaften, Städte und Menschen seiner Heimat Andalusien geschaffen.

Die Reise in die Welt des Tangos wird dann im Quartett fortgesetzt mit dem finnischen Bandoneonspieler Petteri Waris und dem deutschen Kontrabassisten Uli Bär. Mit einem Tango aus Berlin und einem Tango aus Finnland sowie mit „Libertango“ und „Oblivion“, den berühmten Meisterwerken Piazzollas, nehme das Tangoquartett mit seiner ungewöhnlichen Besetzung seine Zuhörer mit „in eine Welt voller Leidenschaft und Emotionen“. Für das Konzert, das 19 Euro Eintritt kostet, gelten die dann vorgeschriebenen Abstands- und Hygieneregeln.

Weitere Veranstaltungen sind terminiert

Im weiteren Verlauf des Jahres sind zum jetzigen Zeitpunkt noch diese Veranstaltungen geplant: ein Sommer-Open-Air mit dem Salonorchester (22. August), Kabarett mit Martin Zingsheim (5. September), Gitarren-Festival 2021 (10. Oktober), das Münsterland-Festival mit Jazz aus Österreich (24. Oktober), „Gitarren und Gesang“ mit Jule Malischke und Stephan Bormann (31. Oktober), Jazz mit dem „BBS-Trio“ (14. November), das Preisträgerkonzert (5. Dezember) und „Jazz zwischen den Jahren“ mit dem Matt-Walsh-Trio (29. Dezember).

Karten gibt es online unter www.haus-siekmann.de, im Geschäft Hesselmann in Albersloh und im Geschäft „lebensecht“ an der Kirchstraße in Sendenhorst.

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