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Energiewende in der Großgärtnerei

Schulze Eckel investiert Millionen und plant eigene Baumschule

Ahlen

Weg von fossilen Brennstoffen: Die Großgärtnerei Schulze Eckel plant in Ahlen die Energiewende und investiert Millionen – auch in weitere Expansion. Im Sommer soll eine eigene Baumschule eröffnen.

Von Ulrich Gösmann

Endlos lang erscheinen inzwischen die Gänge auf rund 30 000 Quadratmetern Foto: Ulrich Gösmann

Frost bis in den Frühling: Das kostet Energie – auch und gerade in einer Großgärtnerei. Christian Schulze Eckel läutet im Jahr zweier Betriebsjubiläen die Energiewende ein – und expandiert am Hauptsitz Ahlen. Mit einer eigenen Baumschule könnte es schon im Sommer was werden, vorne neben der Verkaufsgärtnerei direkt an der B 58. Die geplanten Gesamtinvestitionen gehen in die Millionen.

Vor 75 Jahren von Großvater Reinhold gegründet, wächst die Gärtnerei gerade in den vergangenen zwei Jahrzehnten in rasantem Tempo. Inzwischen sind 30 000 Quadratmeter Aufwuchsfläche mit Folienhäusern überdacht. Ein weiteres Viertel soll demnächst noch hinzukommen.

Ein Teil der Energie ist schon jetzt „bio“. 40 Prozent der Wärme liefert der Hof Post aus der vier Kilometer entfernten Biokraftanlage. Für Christian Schulze Eckel nicht genug. Er will ganz weg von den fossilen Brennstoffen, die einfach nicht mehr in die Zeit passten. Von den schwindelerregenden CO2-Abgaben ganz zu schweigen. Allein in eine neue Hackschnitzelanlage, die alternativ auch mit Mis­canthus betrieben werden kann, will der Unternehmer jetzt 1,8 Millionen Euro investieren. „Wir stehen auch mit den Stadtwerken in Sachen Kraftwärmekopplung im Gespräch“, lässt der 43-Jährige wissen. Würde der Betrieb am Prozessionsweg seine gesamte Gewächshausfläche nur mit Öl beheizen, 400 000 Liter gingen pro Jahr durch. Unvorstellbar. Unbezahlbar. Unverantwortbar gerade jetzt in der Zeit kriegerischen Konflikts und des Loslösens von Abhängigkeiten. Wann die Umrüstung kommt, macht der Firmenchef vom laufenden Genehmigungsverfahren abhängig.

Christian Schulze Eckel will im Sommer eine eigene Baumschule neben der Verkaufsgärtnerei direkt an der B 58 eröffnen. Foto: Ulrich Gösmann

Schneller könnte es mit der Eröffnung einer eigenen Baumschule gehen, für die an der B 58 in Richtung Ahlen 3000 Quadratmeter Fläche bereitstehen. Der Bedarf sei da. „Die Leute wollen es sich zu Hause schön machen. Wir werden immer wieder danach gefragt.“ Und: „Wir haben ein gutes Kundenklientel dafür.“

Mehr Angebot, mehr Frequenz, mehr Parkplatzbedarf: Der Großbetrieb will auch hier erweitern – um 30 Stellflächen direkt an der neuen Baumschule.

Zu den 30 000 Quadratmetern Gewächshausfläche soll jetzt noch ein Viertel neu hinzukommen. Foto: Ulrich Gösmann

Für das Familienunternehmen in dritter Generation gibt es in diesem Jahr gleich einen doppelten Grund, zu feiern. Zur Gärtnereigründung vor 75 Jahren kommen auch 20 Jahre, die für den Betrieb der Verkaufsgärtnerei stehen.

Von Ahlen aus strahlt der Betrieb ins Umland und weit darüber hinaus in die Republik. Außenstandorte gibt es in Warendorf, Drensteinfurt und Hamm. Zusammen kommen die vier Adressen auf 45.000 Quadratmeter überdachte Aufwuchsfläche, auf denen gerade dann die Temperatur stimmen muss, wenn es mit hochsensiblen Blütenknospen durch den Frost in den nächsten Frühling geht.

Handarbeit in der Großgärtnerei... Foto: Ulrich Gösmann
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