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Ein Fest von Bürgern für Bürger

Entschädigung für manchen Verzicht

Ahlen

Karneval, Schützenfeste, Gourmetmarkt, Stadtfest, „Tralla-City“ – auf viele beliebte Veranstaltungen mussten und müssen die Ahlener auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie verzichten. Doch im Herbst geht vielleicht wieder was, Rat und Verwaltung denken über ein Bürgerfest im September oder Oktober nach,

Von Peter Harke

Der Planungsstab aus Vertretern von Verwaltung, Rat und WFG könnte sich das Werseufer als Austragungsort für das Bürgerfest vorstellen. Foto: Peter Harke

Schon im April vergangenen Jahres, als er zum ersten Mal in seiner Geschichte das Ahlener Stadtfest absagen musste, wie auch das Sommer-Open-Air-Programm „Tralla City“, hatte Bürgermeister Dr. Alexander Berger versprochen, dass es, sobald die Corona-Pandemie überstanden sein würde, eine Ersatzveranstaltung geben sollte, ein Bürgerfest in etwas kleinerem Rahmen. Diese Idee, von der man lange nichts mehr gehört hat, brachte jetzt Sebastian Richter (SPD) im Kreis der Vorsitzenden der Ratsfraktionen wieder zur Sprache und fand dafür bei den Kolleginnen und Kollegen wie auch bei der Verwaltung Unterstützung. Die Runde beauftragte die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) mit der Planung. Die befindet sich noch im frühen Anfangsstadium, um aber schon mal etwas Vorfreude zu wecken, wie Berger sagte, gaben er, WFG-Geschäftsführer Jörg Hakenesch, Kulturfachbereichsleiter Christoph Wessels und Vertreter der Fraktionen am Donnerstag bei ei­nem Pressegespräch einen ersten Einblick in ihre Überlegungen, verbunden mit ei­nem Aufruf an die Bevölkerung.

Sebastian Richter (SPD)

Die Ahlener hätten in den zurückliegenden Monaten manche Restriktionen und Einschränkungen erdulden und sich in vielerlei Hinsicht in Verzicht üben müssen, dafür sollten sie ein klein wenig entschädigt werden, skizzierte der Bürgermeister den Ausgangsgedanken. Diesen nun konkret weiterzuspinnen, erlaube die aktuell positive Entwicklung des Infektionsgeschehens. „So langsam sehen wir Licht am Horizont“, so Berger. Auch das gute Wetter trage dazu bei, die Stimmung aufzuhellen. „Die ganze Stadt atmet gerade auf“, stellt Sebastian Richter fest. Von der Landesregierung sei eine Perspektive aufgezeigt worden, wonach im Herbst Volksfeste wieder möglich sein könnten, „und darauf wollen wir vorbereitet sein“, erklärte der SPD-Fraktionschef. Man müsse natürlich abwarten, wie sich die Zahlen über den Sommer entwickeln und entsprechend „flexibel planen“.

Kombination mit „Pöttkesmarkt“ vorstellbar

So ist auch der Termin für das Bürgerfest noch völlig offen. Infrage kämen das erste Wochenende im September oder das zweite im Oktober. Dazwischen liegt der „Pöttkes- und Töttkenmarkt“ am 18. und 19. September. Eric Fellmann (FDP) und Rolf Leismann (BMA) könnten sich auch vorstellen, das Bürgerfest mit dieser Traditionsveranstaltung zu verbinden. Aus Fellmanns Sicht wäre das eine gute Gelegenheit, das Konzept des „Pöttkesmarkts“ nach mehr als 40 Jahren mal zu überarbeiten. „Warum schicken wir die Leute ei­gentlich um 18 Uhr nach Hause, wenn die Geschäfte schließen?“, das frage er sich schon lange.

Drei mögliche Austragungsorte sind in der Diskussion. Sollten im Herbst noch Zugangsbeschränkungen und Einlasskontrollen erforderlich sein, böten sich der Rathausparkplatz oder das gegenüberliegende Werseufer an, wohin „Ahlen karibisch“ und auch das Stadtfest 2018 schon einmal während der Umgestaltung des Marktplatzes ausgewichen waren. Die „gute Stube“ wäre für Dr. Alexander Berger allerdings die erste Wahl, sofern die Auflagen es zulassen.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger

Rolf Leismann würde das Ganze hingegen lieber räumlich entzerren, auch andere Spielorte wie die Langst und ebenso die Ortsteile einbeziehen. Denn er teilt die Auffassung des Bürgermeisters, der sagt: „Es soll keine Massenveranstaltung sein.“

Die hielte Dieter Bröer auch für verfrüht. Der grüne Ratsherr gab zu, „persönlich“ mit der Idee noch etwas zu hadern. Er sorge sich wegen der Rückreisewelle zum Ende der Sommerferien. Aber Bröer will auch nichts ausschließen: „Wenn es verantwortbar ist, dann herzlich gerne.“ Peter Lehmann (CDU) hat weniger Bedenken. In seiner Fraktion sei Richters Vorschlag „sehr gut angekommen“.

Auftrittsmöglichkeit für lokale Akteure

Und das Programm? Sollen die Ahlenerinnen und Ahlener selbst bestimmen und auch aktiv mitgestalten. „Ein kleines, aber feines Fest, von Bürgern für Bürger“, schwebt Dr. Alexander Berger vor. Er lädt alle Vereine, Institutionen und jede/n Einzelne/n ein, sich einzubringen, sei es durch musikalische, akrobatische, künstlerische oder kulinarische Beiträge. Professionelle Anbieter sollen nicht in erster Linie zum Zuge kommen und auch keine großen Bühnenstars verpflichtet werden wie sonst beim Stadtfest. „Viele lokale Akteure werden froh und dankbar sein, endlich mal wieder vor Publikum auftreten zu können“, glaubt Christoph Wessels.

Wer, in welcher Form auch immer, mitmachen möchte, kann sich ab sofort bei der WFG melden.

Kontakt: Carlo Pinnschmidt, Tel. 96 43 03, E-Mail pinnschmidtc@stadt.ahlen.de

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