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„Kleinstadt Techno“ eine Nummer kleiner

Entspannt durch den „House Arrest“ im Flöz

Ahlen

Von 1000 Partygästen runter auf 100: Kleinstadt-Techno kann auch kleiner. Im Flöz-Biergarten der Ahlener Zeche Westfalen saßen Technojünger beim „House Arrest“ am Tisch. Und nicht nur sie...

Ulrich Gösmann

Techno am Tisch: Annalena, Julia, Lena und Simon gefällt‘s. Auch wenn es in den Beinen juckt... Foto: Ulrich Gösmann

„House Arrest“ in lauer Sommernacht: Nach zwei Lockdowns passt am Samstagabend vieles zusammen im Flöz-Biergarten, der Ibiza-Feeling auf die Ahlener Zeche „Westfalen“ bringt. Doch einiges ist anders beim diesjährigen Kleinstadt-Techno-Auftritt im Schatten der Fördertürme.

Runterkommen bei grooviger Housemusik: Für Franz Bußmann heißt das: Runter von 1000 auf 100 Partygäste. Die vergangenen zwei Jahre war der 22-Jährige einer der beiden Veranstalterköpfe, die hinter dem Techno-Open-Air auf „Westfalen“ standen. Für das dritte war der 9. Mai längst gebucht, das Plakat schon durch den Druck. Doch dann: Corona.

Nach den Lockdowns jetzt die Lockerungen und die Wiedereröffnung des Flöz-Biergartens: „Die Leute sind gierig, wieder rauszukommen“, sagt Klaus Thiesing, Gastgeber und Geschäftsführer der „Eventa Westfalen“. 200 Besucher seien bereits über den Tag verteilt am Start-Samstag vor einer Woche gekommen. Zum „House Arrest“ stehen an diesem Samstag 100 Sitzplätze bereit, die im Vorjahr beim zweiten Groß-Gig von Kleinstadt-Techno extra weggeräumt worden waren. „Wir hätten auch mehr machen können“, erklärt Thiesing sein Konzept. „Wir wollten aber eine gewisse Dynamik kontrollieren.“ Dass Tische und Stühle auch noch die Tanzfläche blockieren, ist gewollt. Und selbst vor der Bühne signalisiert rotes Flatterband, dass das der Techno-Abend am Tisch ist.

Zwischendurch murmeln? Auch das bekommt im Flöz neue Bedeutung. Thiesing hat zwei Schalen vor den Toilettentrakt gestellt. Vier grüne Murmeln für die Herren, vier rote für die Damen. Wer muss, nimmt sich eine mit – und legt sie desinfiziert zurück in die Schale. Und siehe da: Es funktioniert.

Franz Bussmann

Was auch für die Werbung gilt, die diesmal über die Mund- zu Mund-Propaganda läuft – und nicht zielgruppenorientiert übers Netz. Bußmann gesteht vor der Veranstaltung eine gewisse Anspannung: „Entweder wird es zu voll oder zu leer.“ Doch Punktlandung: Geheimhaltung gelungen, alle Plätze besetzt. Wenn es anders gekommen wäre? „Wir hätten abgebrochen“, stellt der Technojünger klar, der diesmal nur Organisator und Motor ist, um dem Flöz wieder in Fahrt zu bringen. Und: Um endlich wieder als "DJ FRANEK" mit seinen Kollegen DIN/A8 und RÄIV vor Publikum auflegen zu dürfen. Das ist in den Anfangsstunden deutlich älter als sonst. Radfahrer halten an, nehmen im Platanengarten Platz und kommen bei entspanntem „Chill out“-Groove ins Gespräch. Eine Dame fragt dann aber doch nach, ob es wohl etwas leiser gehe? Nichts da. Es ist schon leiser, der treibende Bass auf Ruhepuls, die Anlage eine kleinere.

Julia (24)

Andere sind begeistert: „Für Corona-Zeiten ganz cool“, sagt Annalena (21). „Anders, aber sehr gut“, findet Julia (24), Lena (23) ist froh, jetzt hier zu sein. Kurzer Kommentar: „Gute Stimmung.“ Was der vierte am Tisch bestätigt: „Lässiges Set in“, so Simon (26).

Ihnen gefällt‘s. Foto: Ulrich Gösmann

Die Tanzfläche gehört in den ersten Stunden drei Jungs, die am Tisch relaxen. „Sehr entspannte Atmosphäre“, attestiert Jonas (25). „Mit Abstand gut genießbar“, lässt Philipp (25) wissen. Christian (26) hebt den Daumen: „Gut, gemütlich, groovig!“

Fortsetzung folgt – am 15. August.

Nur mit Murmel zur Toilette... Foto: Ulrich Gösmann
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