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Briefwahlrekord macht sich bemerkbar

Entspannte Stimmung in Wahllokalen

Ahlen

Kaum Warteschlangen vor den Ahlener Wahllokalen: Da so viele Briefwahlanträge wie noch nie gestellt wurden, verlief die Wahl sehr entspannt. Doch nun wird es spannend. Das Warten auf die Ergebnisse beginnt.

Von Ralf Steinhorst

Nicole Wittkemper-Peilert desinfiziert im Wahlbezirk 8 regelmäßig die Wahlkabinen. Foto: Ralf Steinhorst

Es wird eng wie lange nicht mehr, prognostizieren Wahlforscher und meinen den Ausgang der Bundestagswahl. Von Enge in den Ahlener Wahllokalen kann dagegen kaum die Rede sein, mit 12 633 Briefwahlanträgen wurde ein neuer Höchststand erreicht. Dementsprechend bilden sich am Sonntag nur selten Warteschlangen vor den Urnen.

Am 13. September 2020 war die Kommunalwahl, die erste unter Corona-Bedingungen. Die Pandemie ist nicht vorbei, aber die Hygieneschutzvorkehrungen sind nicht mehr ganz so streng wie vor einem Jahr. Die trennenden Plexiglasscheiben in den Wahllokalen sind wieder verschwunden, auch die Beschränkung der Personenzahl ist entfallen. Zugangsbeschränkungen gibt es nicht, auch die 3G-Regel findet keine Anwendung. Nur die Maskenpflicht gilt. „Wir müssen ja allen die Wahl ermöglichen“, erklärt Fachbereichsleiterin Gabriele Hoffmann. Das gelte auch für Maskenverweigerer. Wie die Lösung bei beharrlichen Maskengegnern aussehen könne? In Einzelfällen soll nach Auswegen gesucht werden, wie eine Wahl in einem Nebenraum stattfinden könnte. „Ich hoffe, in Ahlen wird es niemand darauf anlegen“, sagt Bürgermeister Dr. Alexander Berger um 10 Uhr an der Therese-Münsterteicher-Gesamtschule (TMG).

Dort befindet sich sein Wahllokal und er nutzt es zusammen mit Gabriele Hoffmann als Startpunkt für seine Tour durch die 22 Wahllokale, um sich bei den 236 Wahlhelfern mit Schokolade und Aufwandsentschädigungen zu bedanken. Meldungen, wonach in der Hauptstadt Berlin viele Wahlhelfer kurzfristig abgesprungen seien, kennt Gabriele Hoffmann für die Wersestadt nicht. Viele seien ja auch jahrelang dabei.

Regelmäßige Reinigung

„Alle sind da“, heißt es denn auch im Wahlbezirk 7 (TMG links). „Um zehn vor acht standen schon die ersten beiden Wähler vor der Tür“, berichtet Wahlvorsteherin Nadine Köttendorf. Aber insgesamt verteile es sich über den Vormittag: „Hier haben 50 Prozent von der Briefwahl Gebrauch gemacht.“ Niemand habe Probleme gemacht, alle hatten eine Maske auf und haben sich die Hände desinfiziert. Das war das nächste Stichwort. Regelmäßig werden die Wahlkabinen gereinigt, gebrauchte Kulis abgewischt. Nebenan im Wahlbezirk 8 (TMG rechts) geht es ebenfalls entspannt zu. „Hier ist ein stetiger Fluss, die Menschen sind motiviert zu wählen“, stellt Wahlvorsteherin Nicole Wittkemper-Peilert fest.

Futter für die Briefwahlzähler: Markus Eggert beim Transport der Briefwahlunterlagen vom Rathaus zum Städtischen Gymnasium. Foto: Ralf Steinhorst

Bis kurz vor 14 Uhr herrscht im Wahlbezirk 1 in der Augustin-Wibbelt-Schule vorne ebenfalls ein ruhiger Ablauf. „Alle sind freundlich“, findet Wahlhelferin Sarah Heese. Maskenverweigerer sind also auch hier nicht aufgetaucht. Wie in anderen Wahllokalen werden auch hier die Wahlkabinen regelmäßig desinfiziert. „Alle 30 Minuten“, hat Patrick Mlinar den Rhythmus raus. Jetzt aber kommt leichte Unruhe auf, um 14 Uhr müssen die nächsten Wahlbeteiligungszahlen ans Rathaus durchgegeben werden. Wahlscheine zählen ist also angesagt: 445 von 862 Wählern haben bisher abgestimmt, also etwas mehr als die Hälfte. Auffällig war, dass viele Familien die Kinder zur Wahl mitbrachten. Ein Abstecher auf dem Sonntagsspaziergang?

Vorbereitungen für die Briefwahlauszählung laufen

Fast zeitgleich beginnen im Städtischen Gymnasium die Vorbereitungen zur Briefwahlauszählung. Dafür ist Markus Eggert mehrmals mit einem Rollwagen zwischen Rathaus und Schule unterwegs, um die roten Umschläge herüberzuschaffen. In den einzelnen Räumen der elf Briefwahlvorstände werden diese zunächst geöffnet und auf Vollständigkeit überprüft. Ab 18 Uhr wird dann ausgezählt. Ob es schnell gehen wird? Da ist sich Wahlvorsteher Simon Büscher, zuständig für die Briefwahlbezirke 3 und 4, sicher: „Es wird reibungslos ablaufen“.

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