1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. Erdwall bewegt sich nicht

  8. >

Weiter Ärger um widerrechtliche Radweg-Blockade

Erdwall bewegt sich nicht

Vorhelm

Seit gut zwei Monaten ist der Radweg in der Bauerschaft Austenfeld, der Vorhelm mit Neubeckum verbindet, durch einen Erdwall blockiert. Doch obwohl die Landschaftsbehörde des Kreises Warendorf dem Verursacher der Blockade mit einem Bußgeld droht, hat er den Wall bislang nicht wieder entfernt.

Christian Wolff

Ein Hindernislauf ist nach wie vor für viele Radfahrer und Spaziergänger der Ausflug durchs Austenfeld im Vorhelmer Südosten. Ein Erdwall blockiert seit Ende August die Verbindung nach Neubeckum. Aufgeschüttet wurde dieser von einem Anwohner, der nach eigenen Angaben „eigentlich“ gar nichts gegen die betroffenen Passanten hat. Foto: Ulrich Gösmann

Es bewegt sich nichts, zumindest kein Gramm Erde im Vorhelmer Südosten. Dafür müssen sich Fußgänger und Radfahrer nach wie vor abstrampeln, wenn sie den Spazierweg im Austenfeld nutzen wollen. Seit dem 20. August sorgt dort ein rund 1,20 Meter hoher Erdwall für Ärger. Ein Anwohner hatte ihn eigenmächtig über der Verbindung zwischen Vorhelm und Neubeckum aufgeschüttet, um unliebsame Passanten fernzuhalten.

Der Verursacher blieb zunächst anonym. Doch nachdem das Thema im Ortsausschuss aufs Tapet kam (die „AZ“ berichtete), hat sich Helmut Ostermann in Fernsehinterviews als „Wall-Macher“ zu erkennen gegeben. Sowohl der Westdeutsche Rundfunk als auch Sat.1 machten das „starke Stück“ öffentlich. Und zwischenzeitlich meldete sich Ostermann auch bei der „AZ“, um zu bekräftigen: „Ich habe eigentlich nichts gegen Radfahrer. Vielmehr stören ihn Großfahrzeuge, die angeblich ständig über die grüne Trasse fahren. „Oder diese Quads“, schiebt er hinterher. Und viele Menschen würden sich auch nicht „konform“ verhalten.

Dennoch: Der Erdwall ist und bleibt rechtswidrig. Sowohl die Stadt Ahlen als auch die Landschaftsbehörde des Kreises Warendorf haben im September den mahnenden Zeigefinger gehoben und auf Paragraf 54 des Landschaftsgesetzes verwiesen. Dem Verursacher droht schlimmstenfalls ein Bußgeld von mehreren Tausend Euro. Trotzdem hat er das Hindernis bislang nicht entfernt. „Ich habe die Sache einem Anwalt übergeben“, informierte Ostermann. Das Ordnungswidrigkeitsverfahren zieht sich folglich weiter hin.

Angesichts der Tatsache, dass die Stadt Ahlen erst kürzlich als „Radfahrerfreundliche Stadt“ ausgezeichnet wurde, geht das Kopfschütteln bei denen weiter, die seit nunmehr zwei Monaten einem täglichen Hindernislauf ausgesetzt sind. „Als begeisterter Radfahrer fahre ich seit Jahren diesen Weg, unter anderem, um zu meiner Arbeitsstelle nach Ennigerloh zu kommen“, sagt Hubert Papenfort. „Dieser Feldweg wird seit Jahrzehnten von vielen Radfahrern und Fußgängern genutzt. Ältere Menschen und kleine Kinder können diesen Erdwall – anders als Herr Ostermann im WDR-Bericht zum Besten gibt – gar nicht überwinden.“

Ein persönliches Gespräch zwischen Papenfort und Ostermann am 11. September sei zwar sehr konstruktiv, aber bis heute ohne Ergebnis verlaufen. „Radfahrerfreundlich ist sicherlich etwas anderes.“

Startseite
ANZEIGE