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Lucas Fassnacht zu Gast

Erfrischende Lese-Leichtigkeit

Ahlen

Der Autor freute sich, dass er wieder vor Publikum lesen durfte. Und dankte das mit einen amüsanten Vortrag, der schnell zur Plauderei mit Bekannten wurde.

-pes-

Lucas Fassnacht blickt in seinem Roman „Die Mächtigen“ hinter die Kulissen der Großbanken. Foto: Peter Schniederjürgen

Ganz entspannt und vor allem mit viel Freude darüber, mal wieder vor einem, wenn auch sehr überschaubaren Publikum lesen zu können, ging am Dienstagabend Lucas Fassnacht ans Werk. Mehr eine vergnügliche Plauderei mit Bekannten als eine stringente Autorenlesung war die Veranstaltung der Volkshochschule im Lesecafé der Stadtbücherei.

Lucas Fassnacht las aus seinem Buch „Die Mächtigen“. Vorher und zwischendurch aber erzählte der Autor, der auch als Poetry Slammer bekannt ist, immer wieder aus dem „Nähkästchen“.

Kein Nobelpreis für Mathematik

„Mittlerweile habe ich auch einige Fehler mitgeteilt bekommen“, gab er freimütig zu seinem Roman zu. Denn es gäbe keinen Nobelpreis für Mathematik, was ihm seine als Mathematikerin tätige Schwester mitgeteilt habe. Und auch Brillenstärken habe er nicht richtig recherchiert. „Zur denkbaren zweite Auflage und für die Taschenbuchausgabe wird das korrigiert“, versprach der 1988 in Dieburg geborene Lucas Fassnacht.

Sein Werk „Die Mächtigen“ handelt von der Einführung eines digitalen Bezahlsystems. Es wird eine sogenannte Blockchain entwickelt, durch die die gängigen und bekannten Systeme der Banken ersetzt werden sollen. Diese Blockchain-Technologie ist so sicher und transparent wie keine zuvor. Sie würde den Finanzmarkt revolutionieren. Wirtschaftskriminalität würde durch sie beinahe unmöglich gemacht. Die EU unterstützt das Projekt mit Milliarden.

Geldwäsche und Steuerhinterziehung

Leider gibt es dabei einen Haken, denn Geldwäsche und Steuerhinterziehung sind wichtige Geschäftsfelder der Großbanken. Daher werden Programmierer angewiesen, eine Hintertür in das Programm zu bringen. Die Blockchain soll manipulierbar werden. Was die Ausführenden in erhebliche Nöte bringt. Den Thriller hat Lucas Fassnacht vor dem Wirecard-Skandal geschrieben und er bewegt sich atemberaubend nahe an der Realität.

Bei aller Spannung legt der Autor größte Liebe in die Ausführung der Handelnden. Liebevoll stattet der 34-Jährige seinen Helden, oder besser Antihelden, mit zum Teil skurrilen Charakterzügen aus. Und das, ohne sich dabei in den zahlreichen Handlungssträngen, die er knüpft, zu verfangen.

Besonders erfrischend an diesem Leseabend war die Leichtigkeit, mit der Lucas Fassnacht seine Geheimnisse der Recherche verriet, was immer wieder zu Heiterkeit führte. Ein Leseabend, der geschaffen ist, Menschen für Bücher zu begeistern.

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