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Krankenpflegerin Sibel Demirci zieht von Istanbul nach Ahlen

Erneute Prüfungen erfolgreich gemeistert

Ahlen

Sibel Demirci hat in der Türkei bereits ihre Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin absolviert und im Anschluss in einem Krankenhaus in Istanbul gearbeitet. Um in ihrer neuen Heimat Ahlen beruflich durchstarten zu können, musste die 25-jährige in Theorie und Praxis auf dem Weg zur Anerkennungsprüfung erneut viel lernen.

Sibel Demirci (l.) hat ihre Anerkennungsprüfung als Gesundheits- und Krankenpflegerin in Deutschland geschafft und arbeitet jetzt auf der neurologischen Station des St.-Franziskus-Hospitals Ahlen, wo ihr Inga Kafsack gratulierte. Foto: St.-Franziskus-Hospital

Die berufliche Anerkennung als Gesundheits- und Krankenpflegerin ist kein Zuckerschlecken, sondern mit viel Fleiß und Lernen verbunden. Eine echte Erfolgsgeschichte ist der berufliche Werdegang von Sibel Demirci. Sie stammt aus Istanbul, ist 25 Jahre alt und lebt in Ahlen.

Sibel Demirci hatte in der Türkei bereits vier Jahre an der Medizinischen Fachhochschule in der Nähe von Istanbul ihre Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin absolviert und im Anschluss daran ein paar Monate im Krankenhaus in Istanbul gearbeitet, so das St.-Franziskus-Hospital Ahlen in einem Pressetext.

Von Istanbul nach Ahlen

„Dann habe ich meinen zukünftigen Ehemann getroffen. Er kommt aus Ahlen und war mein Motor, nach Deutschland zu kommen. Ich habe mich direkt für den Deutschkurs in der Türkei angemeldet und meinen A1-Abschluss gemeistert“, beschreibt Sibel Demirci ihren beruflichen Weg in Richtung Ahlen.

Im Frühjahr 2019 kam sie nach Deutschland und fand eine Anstellung bei einem ambulanten Pflegedienst. Durch Eigeninitiative hat Sibel Demirci die Möglichkeit zur Anerkennung in Theorie und Praxis für ihren Beruf als Gesundheits- und Krankenpflegerin gesucht und gefunden. In Deutschland hätte sie ansonsten ohne Berufserlaubnis – die sogenannte Anerkennung – lediglich als Krankenpflegehelferin arbeiten dürfen.

Sibel Demirci hat aber erfolgreich am Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung“ (IQ) in Nordrhein-Westfalen teilgenommen. Dieses zukunftsweisende Projekt wird seit 2019 am St.-Franziskus-Hospital in Münster durchgeführt und aus Mitteln des Bundes und des Europäischen Sozialfonds finanziert. Die junge Frau und wurde von der Projektleitung Dr. Gertrud Bureick und deren Team während der Qualifizierung intensiv begleitet und unterstützt.

Deutsche Sprache und berufliche Standards kennengelernt

„Der Beruf der Gesundheits- und Krankenpflegerin gehört zu den reglementierten Berufen und bedarf einer sogenannten Berufserlaubnis. Es ist nicht einfach für Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland, die deutsche Sprache zu erlernen, sich die beruflichen Standards in Deutschland zu erarbeiten und dazu erneut verschiedene Prüfungen abzulegen“, erläutert Inga Kafsack, Assistentin der Pflegedirektion. „Umso mehr freut es uns, dass wir Frau Demirci als neue Kollegin gewinnen konnten, die ihre Anerkennung erfolgreich bestanden hat und den Anforderungen des hohen Ausbildungsstandards in Deutschland gerecht wird.“

Sibel Demirci arbeitete in ihrer Anerkennungszeit als Pflegehelferin im Ahlener St.-Franziskus-Hospital. „Am Anfang hatte ich natürlich Schwierigkeiten, die Sprache zu lernen, die Patienten zu verstehen, aber ich habe mich über die Chance, hier zu arbeiten sehr gefreut. Mein Mann und meine Schwiegerfamilie haben mich unterstützt, und es wurde von Woche zu Woche einfacher. Natürlich vermisse ich meine Familie in Istanbul, bin aber in meiner neuen Heimat Ahlen sehr gut angekommen“, sagt die junge Gesundheits- und Krankenpflegerin.

„Ich freue mich sehr, dass das St.-Franziskus-Hospital Ahlen sämtliche Kosten des Anerkennungsverfahrens während der Theorie und Praxis übernommen hat. Seit Anfang Januar arbeite ich auf der neurologischen Station, wurde sehr lieb vom Team aufgenommen und freue mich, meinen Beruf als Gesundheits- und Krankenpflegerin hier in Deutschland auszuüben“, so Sibel Demirci.

600 Stunden in Theorie und Praxis geleistet

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