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Gesundheitswesen

15 Jahre Bauchspeicheldrüsenchirurgie im St.-Franziskus-Hospital

Ahlen

Helga Michalski musste eine ernste Diagnose verarbeiten. Sie litt an einem Pankreaskarzinom. Im Ahlener Pankreaszentrum im Krankenhaus wurde ihr geholfen.

Das Frühstück schmeckt schon wieder nach der Entfernung ihrer Bauchspeicheldrüse. Helga Michalski bedankte sich bei Chefarzt Dr. Frank Klammer und seinem Team. Foto: St.-Franziskus-Hospital

„Heilung ist möglich – weil auch komplexe aufwendige Operationen möglich und sinnvoll sind.“ So lautet das Urteil der Bauchspeicheldrüsen-Spezialisten im St.-Franziskus-Hospital. Hier werden seit mittlerweile 15 Jahren Bauchspeichel-OPs durchgeführt.

„Der Schock der Diagnose sitzt mir noch nach wie vor in den Knochen“, erzählt Patientin Helga Michalski im Rückblick. Sie sei von einer Blasenentzündung ausgegangen, als sie Ende Mai Blut im Urin entdeckte, bis sie ein paar Wochen später mit einer gelben Hautfarbe aufwachte und bei ihrer Hausärztin vorstellig wurde. Dass etwas nicht stimmte, war der an Diabetes Erkrankten sofort klar und sie wurde noch am selben Tag ins Ahlener Krankenhaus überwiesen. Nachdem sie eingehend un­tersucht wurde, stellte sich heraus, dass ihre Bauchspeicheldrüse operiert werden musste, da sie sonst keine längerfristige Überlebenschance gehabt hätte.

Ärzte haben Mut gemacht

„Die Ärzte haben mir Mut gemacht. Ich habe das Engagement, die Power und das Team erlebt. Das hat mir Vertrauen für die Operation gegeben. Ich hatte trotzdem vorab riesige Angst und noch mehr Angst vor dem Schmerz“, sagt Helga Mi­chals­ki. Diese hätte sich im Nachhinein als unbegründet herausgestellt, da sie vom Anästhesie-Team top versorgt worden sei. „Mit meinen 74 Jahren stecke ich solche Hiobsbotschaften nicht mehr so gut weg und natürlich denkt man an viele andere Krankengeschichten, die nicht so gut ausgegangen sind“, so Helga Michalski: „Trotzdem hat mich meine Familie motiviert und so hatte ich keine Wahl – Augen zu und durch.“

Der Pankreaskrebs gilt, so das St.-Franziskus-Hospital in seinem Pressebericht, als eine der aggressivsten Tumorerkrankungen mit einer je nach Stadium der Erkrankung eingeschränkten Überlebenszeit. Doch moderne Therapiestrategien und interdisziplinär ausgerichtete Pankreaszentren wie zum Beispiel im Ahlener Krankenhaus sorgen dafür, dass sich die Prognosen für Patientinnen und Patienten mit einem Tumor der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) langsam, aber stetig verbessern. Das Ahlener Pankreaszentrum bietet Betroffenen im Kreis Warendorf und auch weit über die Kreisgrenzen hinaus heimatnahe moderne Medizin und hat gleich drei Pankreas-Spezialisten im Team.

Helga Michalski nach der Entfernung der Bauchspeicheldrüse. Sie kann wieder lachen. Foto: St.-Franziskus-Hospital

„Ich kann das Team des St.-Franziskus-Hospitals nur weiterempfehlen“, sagt Helga Michalski. Sie habe bereits zwei schwere Erkrankungen in größeren Kliniken gemeistert und im Vergleich gefalle es ihr hier sehr gut. „Sowohl die Betreuung auf der Station als auch das Team der Ärzte. Ich habe dank der sehr guten Ärzte überlebt. Dazu hat sogar eine Patientin, die mit mir das Zimmer teilte, für mich gebetet. Diese positive Fürsorge durfte ich erfahren und gebe meine Erfahrung gerne weiter“, schwärmt Helga Michalski.

Teamwork als Schlüssel

„Teamwork ist einer der wichtigsten Schlüssel für gute Medizin. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller beteiligten Fachdisziplinen, wie Radiologie, Intensivmedizin, Endoskopie und Chirurgie, kommen unseren Patienten zugute“, erläutert der Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Visceral- und Spezielle Visceralchirurgie und Ärztliche Direktor Dr. Frank Klammer. Das St.- Franziskus-Hospital sei eine der wenigen Kliniken in der Region, die für Pankreasoperationen zugelassen ist. Frank Klammer weiter: „Für diese Operationen unterliegen wir einer regelmäßigen Qualitätskontrolle. Da die Prognosen für den Verlauf der Pankreaskarzinome häufiger weniger hoffnungsvoll sind, freuen wir uns über den erfolgreichen Behandlungserfolg von Frau Michalski.“ Es sei gut, wichtig und für den Genesungsprozess allemal von entscheidender Bedeutung, „dass wir heimatnah solch eine Versorgung anbieten können und möchten selbstverständlich das Netzwerk unserer Experten weiter ausbauen“.

Minimalinvasive Chirurgie

Für den Erfolg von komplexen Pankreasoperationen sei, so der Chefarzt, die Erfahrung und Ausstattung des gesamten involvierten Teams entscheidend. „Wir verfügen über einen großen Erfahrungsschatz in der besonders schonenden, minimalinvasiven Chirurgie aber auch in Situationen, wenn Blutgefäße befallen sind. Wir sind stolz, dass wir seit 15 Jahre Pankreaschirurgie im St.-Franziskus-Hospital anbieten können. Wenn Chirurgen, Anästhesisten, Radiologen und die Pflege optimal geschult und aufeinander abgestimmt sind, lassen sich selbst sehr umfangreiche und ausgedehnte operative Eingriffe sehr wohl in vermeintlich kleineren, spezialisierten Krankenhäusern mit großem Erfolg für die Betroffenen durchführen.“

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