Suche nach Testareal für Tiny-House-Siedlung

Es soll ein seriöses Angebot sein

Ganze Häuser zu versetzen, ist in Amerika nichts Ungewöhnliches. Auch in Deutschland sind Tiny Houses auf dem Vormarsch. Die Stadt Ahlen prüft jetzt, ob sie da mitgehen will.

Peter Harke

Das Gelände des ehemaligen Baubetriebshofes an der Alten Beckumer Straße soll als Wohnbaufläche entwickelt werden. Hier einen Teilbereich als Testareal für eine Tiny-House-Siedlung vorzuhalten, könnte die Verwaltung sich durchaus vorstellen. Foto: Ulrich Gösmann

AhlenTiny Houses sind in aller Munde. Solche Minihäuser auf Rädern, mit de­nen man ganz einfach von einer Stadt in eine andere ziehen kann, erfreuen sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit, seit die in den USA entstandene Bewegung über den Großen Teich zu uns herübergeschwappt ist. Auch in Ahlen könnte diese alternative Wohnform vielleicht schon bald ermöglicht werden. Die Stadt hat sich auf die Suche nach einem geeigneten Testareal gemacht und bereits zwei Flächen im Auge.

Den Antrag, ein städtisches Grundstück für eine Tiny-House-Siedlung zur Verfügung zu stellen, hatte die Bürgerliche Mitte (BMA) im August vergangenen Jahres im Rat eingebracht. Wovon sie ihren ei­genen Fraktionsvorsitzenden zunächst habe überzeugen müssen, wie Martina Maury jetzt im Stadtplanungs- und Bauausschuss preisgab. Sie berichtete, schon Anfragen von Interessierten bekommen zu haben, und zeigte sich überzeugt, „dass das funktionieren könnte“. Als „Stadt im Grünen“ in der Nähe zu Münster und dem Ruhrgebiet sei Ahlen prädestiniert dafür.

Martina Maury (BMA)

Doch ganz so einfach ist es nicht, eine Fläche zu finden, die für einen Pilotversuch mit zunächst zehn bis 15 Stellplätzen infrage kommt, wie Stadtplaner Thomas Kampmann im Ausschuss erläuterte. Mindestens 2000 bis 3000 Quadratmeter groß müsste sie sein und möglichst eine inte­grierte Lage im Stadtgebiet haben, so dass In­frastruktur­ein­rich­tungen fußläufig erreichbar sind. Auch das Umfeld müsse in die Betrachtung einbezogen werden mit Blick auf Gewerbebetriebe, Straßen oder Bahnlinie, da Tiny Houses aufgrund ihrer Leichtbauweise, überwiegend aus Holz, unter Umständen „störem­pfindlicher“ seien als herkömmliche Häu­ser.

Ehemaliger Bauhof ein möglicher Standort

Anhand dieser und noch einiger anderer Kriterien habe sich die Verwaltung verschiedene Standorte angeschaut, berichtete Kampmann, von denen die meisten aber die Voraussetzungen nicht erfüllten oder aus anderen Gründen ausschieden. Übrig geblieben ist das Gelände des ehemaligen Baubetriebshofs an der Alten Beckumer Straße, das ohnehin als Wohngebiet entwickelt werden soll. Hier könne man sich vorstellen, einen Teilbereich für Tiny Houses vorzuhalten. Darüber hinaus habe ein privater Grundstücksei­gentümer der Stadt eine Fläche im Ahlener Westen angeboten, circa 6700 Quadratmeter groß und auch bereits als Wohnbauland ausgewiesen. Diese Offerte, so Kampmann, wolle die Verwaltung gerne aufgreifen und in weiteren Gesprächen mit dem Eigentümer auf ihre Realisierbarkeit prüfen.

Tiny Houses erfreuen sich auch in Deutschland wachsender Beliebtheit. Foto: dpa

„Das Thema ist sehr komplex“, stellte Thomas Kampmann fest. Der Stadt sei daran gelegen, ein „seriöses Wohnangebot“ zu machen. Man wolle keine Wochenendhaussiedlung oder „etwas Center-Parc-Ähnliches“ entstehen lassen.

Martina Maury dankte Kampmann ausdrücklich für die Mühe, die er sich mit der Bearbeitung des BMA-Antrags gegeben habe. „Ein interessantes Konzept“, fand An­dreas Schweer (FDP). Auch die SPD sei „nicht abgeneigt“, das weiter zu verfolgen, erklärte Thomas Kozler.

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