1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. Esna erinnert an den Mauerbau

  8. >

60. Jahrestag begangen

Esna erinnert an den Mauerbau

Ahlen

An den Mauerbau und den 60. Jahrestag erinnerte das Europäische Senioren-Netzwerk Ahlen am Freitag. Dafür kam eigentlich nur ein Ort in Ahlen in Frage.

rst

Das Europäische Senioren-Netzwerk Ahlen legte am originalen Betonstützelement der Berliner Mauer zum Jahrestag des Mauerbaus ein Gesteck zum Gedenken ab. Foto: Ralf Steinhorst

Der 13. August 1961 wurde in Deutschland ein einschneidendes Ereignis. Denn vor 60 Jahren wurde die Berliner Mauer gebaut. Das Europäische Senioren-Netzwerk Ahlen (Esna) hat es sich am Freitagmorgen zur Aufgabe gemacht, an diesen Tag zu erinnern – am originalen Stück der Berliner Mauer im Europapark vor der Friedrich-Ebert-Halle.

„In Teltow wird der Jahrestag ganz groß mit Festakt und einer Ausstellung begangen“, erinnerte Mechthild Massin daran, dass Ahlens brandenburgische Partnerstadt unmittelbar an der Mauer lag. Ihr Mann Dieter Massin bezeichnete die 60. Wiederkehr des Tages des Mauerbaus als „trauriges Jubiläum“, das der Verein zurecht am Betonstützelement, einem Geschenk der Teltower, begehe. Esna gedenkt des Mauerbaus und -falls im Europapark, seitdem dort das Mauerteil steht.

Gesteck von Gerd „Mocca“ Leifeld

Zu Beginn des Gedenkens hatten die Mitglieder ein Gesteck am Mauerstück abgelegt, das Gerd „Mocca“ Leifeld gebunden hatte. „Sicher können sich alle noch an den Tag des Mauerbaus 1961 erinnern“, begann Mechthild Massin ihre Ansprache, in der sie an die Umstände des Mauerbaus erinnerte. Insbesondere nach dem niedergeschlagenen Volksaufstand am 17. Juni 1953 flüchteten viele DDR-Bürger in den Westen. Von September 1949 bis zum August 1961 waren das 2,8 Millionen Menschen. Die innerdeutsche Grenze wurde zusätzlich gesichert, um Fluchtbewegungen zu verhindern. Zusätzlich stellte 1954 das neue Passgesetz das unerlaubte Verlassen der DDR unter Strafe. 1957 wurde auch die Fluchtvorbereitung und -unterstützung strafbar.

Allein in der ersten Augusthälfte 1961 verließen 50 000 Menschen die DDR, Berlin war bis zuletzt ein Schlupfloch in der innerdeutschen Grenze. Das schließlich wurde mit dem Mauerbau am 13. August 1961 geschlossen. Die gesamte innerdeutsche Grenze war seitdem durch errichtete Todesstreifen fast unüberwindbar. Allein 155 Kilometer betrug die Gesamtlänge der Berliner Mauer mit 302 Wachtürmen. Mindestens 140 Menschen kamen dort zu Tode.

Mechthild Massin berichtete von Gesprächen mit Teltowern, die von Schicksalsschlägen an der Mauer direkt betroffen waren. „Die bekommen noch jetzt Tränen in den Augen – deshalb müssen wir weiterhin an diesen Tag erinnern.“

Startseite