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„Parents for Future“

Fahrradkorso nach Uentrop

Ahlen

Vor 35 Jahren ereignete sich die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl. „Parents for Future“ erinnerte mit einem Fahrradkorso aber nicht nur daran.

Peter Schniederjürgen

Die „Parents for Future“-Gruppe erinnerte mit einem Fahrradkorso nach Uentrop nicht nur an den Super-GAU in Tschernobyl 1986, sondern auch an den Störfall in Uentrop. Dort fand eine Mahnwache statt. Foto: Peter Schniederjürgen

Vor 35 Jahren erschütterten die Folgen des Super-GAUs in Tschernobyl beinahe ganz Europa. In im Wortsinn strahlenden Frühjahr 1986 wurde das Leben von draußen schnell nach drinnen verlegt. Doch nicht nur daran erinnerte die Ahlener „Parents for Future“-Gruppe, als sie sich am Sonntag mit einem Fahrradkorso auf den Weg nach Uentrop machte.

Denn am 4. Mai 1986 kam es in der unmittelbaren Nachbarschaft zu einem weiteren Vorfall. Der Thorium-Hoch-Temperatur-Reaktor, kurz THTR im Hammer Ortsteil Uentrop-Schmehausen, hatte ebenfalls einen Störfall. Der Versuchsreaktor war der Antiatomkraftbewegung schon immer ein Dorn im Auge und Objekt argwöhnischer Beobachtung. Sie vermuteten, dass die Betreiber der Anlage damals im Windschatten der großen Katastrophe die kleinere auf der anderen Lippeseite unbemerkt übergehen wollten. Doch der Störfall wurde aufgedeckt, was den Untergang der Atomanlage einläutete.

Unterstützung für Hammer Mahnwache

„Daran wollen wir als Unterstützung der Hammer Mahnwache am Ort des Reaktors erinnern“, nannte Ludger Bruns, Gründer der „Parents for Future“ in Ahlen, das Fahrtziel der Gruppe. Die machte sich am frühen Sonntagnachmittag auf den Weg, um sich mit weiteren Unterstützern aus Beckum zu treffen.

„Wir wussten damals eigentlich gar nichts“, erinnert sich Zeitzeugin Karin Arrenberg an das Frühjahr 1986 und berichtet weiter: „Es war eine unglaubliche Verunsicherung unter den Menschen.“

Deswegen holten sich die Kernkraftgegner in Ahlen prominente Unterstützung. Dr. med. Dietrich Grönemeyer, bis 2012 Lehrstuhlinhaber für Radiologie, war einer der Gäste, die von der Anti-AKW-Bewegung damals nach Ahlen eingeladen wurden – mit Erfolg: Denn am Ende wurde der Reaktor in der Nachbarstadt stillgelegt. Für Karin Arrenberg, 1986 als Sachkundige Bürgerin für die Grünen im Rat der Stadt Ahlen, ist es Ehrensache, an Fahrradkorso und Mahnwache teilzunehmen. Dazu hat sie sogar einen alten Button aus der Demonstrationszeit wieder hervorgeholt.

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