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Schuhfabrik zeigt Wanderausstellung „The Good City“

Fahrradkultur für mehr Nachhaltigkeit

Ahlen

Kopenhagen hat ein großes Ziel: 50 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner sollen das Rad als Hauptfortbewegungsmittel nutzen. Eine Ausstellung in der Schuhfabrik gibt Anstöße auch für deutsche Städte.

Von Martin Feldhaus

Michael Leifeld, Christiane Busmann und Michael Scharf eröffneten am Donnerstagabend die Ausstellung „The Good City“ in der ersten Etage der Schuhfabrik. Foto: Martin Feldhaus

Sie gilt als ein Kernelement auf dem Weg zur Klimaneutralität: die Verkehrswende. Dass hier mehr Nachhaltigkeit und eine starke Fahrradkultur gleichsam Hand in Hand gehen, beleuchtet die internationale Wanderausstellung „The Good City“ des Kopenhagener Bicycle Innovation Lab, die am Donnerstag in der ersten Etage des Bürgerzentrums Schuhfabrik eröffnet wurde.

Wie kann man eine Stadtgesellschaft mit dem Fahrrad bewegen? Und was heißt es, eine Stadt insgesamt gut zu gestalten? Wie die Antworten auf diese Fragen künftig aussehen könnten, zeigt „The Good City“ am Beispiel von Kopenhagen, das in Sachen Fahrradförderung weltweit als absolutes Vorbild gilt und das ehrgeizige Ziel verfolgt, den Anteil von Radfahrern in der dänischen Hauptstadt auf 50 Prozent zu erhöhen und die weltbeste Fahrradstadt zu werden. Auch um Staus, verstopfte Straßen im Zentrum und Umweltverschmutzung durch Abgase zu vermeiden.

Fahrradhochstraßen

Wie das durch bessere Rahmenbedingungen erreicht werden könnte, illustrieren zahlreiche Bilder mit innovativen Ansätzen wie Fahrradhochstraßen, auf denen man einfach über Dächer, Bäume und das sonstige Verkehrsgeschehen hinweg radelt.

Lassen sich einige Ideen auch auf Ahlen übertragen? „Wir wollen ausdrücklich zum Diskurs einladen“, betonte Büz-Geschäftsführerin Christiane Busmann. Bei der 57. Ausstellung im Flur der ersten Etage gehe es dieses Mal vor allem darum, den Besucherinnen und Besuchern Informationen zu vermitteln.

Die Ausstellung findet in Kooperation mit der ADFC-Ortsgruppe Ahlen statt. „Es ist unser Kernanliegen, das Fahrradfahren nach vorne zu bringen“, betonte deren Sprecher Michael Scharf. Das Fahrrad als kostengünstiges Verkehrsmittel könne dem Fahrer selbst, aber auch der Stadt mehr Freiheit und Lebensqualität bringen. Scharf kündigte an, dass im Rahmen der Ausstellung unter anderem ein Austausch mit den Ratsmitgliedern geplant sei und eine Podiumsdiskussion stattfinden soll, bei welcher die Ahlener Fahrradfahrer die Möglichkeit haben, den Lokalpolitikern Schwachstellen der bestehenden Radinfrastruktur aus ihrer Sicht zu schildern.

Fahrradständer statt Pkw-Stellfläche

Ein weiteres konkretes Zeichen für mehr Fahrradfreundlichkeit in Ahlen ist dabei schon in Sicht. So berichtete Michael Leifeld, Vorsitzender des Trägervereins der Schuhfabrik, dass die Stadtverwaltung die Umsetzung eines Bürgerantrags plane, wonach auf dem Parkplatz hinter der Schuhfabrik einige Pkw-Stellplätze für einen überdachten Fahrradständer weichen sollen. „Die Ausstellung zeigt uns jede Menge Potenziale auf“, zeigte sich Michael Leifeld überzeugt. In Sachen Fahrradfreundlichkeit sei noch viel Luft nach oben. Beispielsweise seien die Begegnungszone oder für Fahrradfahrer freigegebene Einbahnstraßen aktuell „viel zu gefährlich“.

Im Anschluss an den Ausflug in Zukunftsvisionen für die Fahrradkultur informierte Andreas Bittner (Beisitzer des Landesvorstands ADFC NRW) dann in einem Vortrag zum Thema „Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetz – ein Schritt zur fahrradfreundlichen Stadt?“ über das Zustandekommen und den Inhalt des neuen Fahrrad- und Mobilitätsgesetzes, das in Nordrhein-Westfalen seit Jahresbeginn gilt.

Die Ausstellung ist ab sofort bis zum 1. März täglich (außer sonntags) von 10 Uhr bis 20 Uhr für Interessierte geöffnet. Es gelten hierbei die jeweils aktuellen Corona- und Hygienevorschriften, so dass derzeit die 2G-Plus-Regel (Geboosterte benötigen keinen Schnelltest) zu beachten ist. Gefördert wird „The Good City“ durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW und „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung im ländlichen Raum“.

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